Die Schweiz hat gewählt

24.10.2011 |  Von  |  Politik
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Rund fünf Millionen Wahlberechtigte waren gestern in der Schweiz aufgerufen, über die Verteilung der 46 Sitze im Ständerat und die 200 Mandate im Nationalrat abzustimmen.

Hier die wichtigsten Resultate der Schweizer Wahlen.

Die politischen Pole rechts und links bröckeln, ebenso verloren aber auch die bürgerlichen Traditionsparteien. Die grossen Wahlgewinnerinnen sind die BDP (Bürgerlich-demokratische Partei) und die Grünliberalen (GLP). Die Zuwächse dieser beiden Parteien stärkten insgesamt die bürgerliche Mitte. Das linksgrüne Lager hingegen wurde durch die Verluste der Grünen geschwächt. Die Ergebnisse – basierend auf vorläufigen Hochrechnungen – im Einzelnen:

Die rechtskonservative SVP konnte ihr ausgegebenes Ziel, die 30-Prozent-Marke zu knacken, nicht erreichen. Die Schweizerische Volkspartei, die unter ihrer Galionsfigur Christoph Blocher die Kernthemen „Nein zum EU-Beitritt“ und „Stopp der Masseneinwanderung“ vertritt, musste stattdessen deutliche Verluste hinnehmen. Laut SRG-Hochrechnung von Sonntag kommt sie auf einen Wähleranteil von 25,3 Prozent – 3,6 Prozentpunkte weniger als vor vier Jahren. Die SVP verliert damit acht Sitze und kommt nur noch auf 54 Mandate. Sie bleibt aber stärkste Partei im Nationalrat.

Als zweitstärkste Kraft ging die Sozialdemokratische Partei (SP) hervor. Auch ihr Wähleranteil sank jedoch, und zwar um 1,9 Prozentpunkte auf 17,6 Prozent. Nur der Wahlarithmetik haben es die Sozialdemokraten zu verdanken, dass sie dennoch um zwei Sitze auf 45 Mandate zulegen können. Verluste gab es auch bei der FDP, deren Wähleranteil von 17,7 Prozent auf 15,3 Prozent (31 Mandate) sank, und bei den Christdemokraten (CVP) – ihr Stimmenanteil ging um 1,4 Prozentpunkte auf 13,1 Prozent (28 Mandate) zurück. Enttäuschend fiel die Wahl ebenso für die linksgerichteten Grünen aus: Ihr Wähleranteil fiel um 1,7 Prozentpunkte auf 7,9 Prozent (13 Mandate, minus sieben).

Wahlgewinnerinnen sind die gemässigten Mitte-Parteien GLP (Grünliberale) und BDP (Bürgerlich-demokratische Partei). Beide zusammen können mehr als ein Zehntel der Stimmen auf sich vereinen. Die BDP – sie wurde erst 2008 als Abspaltung von der SVP gegründet und trat zum ersten Mal bei einer Nationalratswahl an – kam aus dem Stand auf 5,3 Prozent (neun Mandate), die GLP kletterte von 1,4 auf 5,3 Prozent (zwölf Mandate, plus drei).

Die Zusammensetzung der Schweizer Regierung wird erst am 14. Dezember 2011 feststehen, wenn die gewählten Abgeordneten die Gesamterneuerung des Bundesrates vornehmen. Die sieben Bundesräte werden traditionell von allen wesentlichen Parteien gestellt (Konkordanzdemokratie). Ein heisses Eisen ist die Forderung der SVP nach einem zweiten Sitz im Bundesrat. Die bisherige Sitzverteilung sieht so aus: SP und FDP je zwei Bundesräte, CVP, SVP und die SVP-Abspaltung BDP je einen. Mit nur einem Sitz fühlt sich die SVP – als stärkste Partei im Nationalrat – unterrepräsentiert. Die SVP-Forderung nach einem zweiten Bundesratsmandat bedeutet, dass der Sitz von BDP-Finanzministerin Eveline Widmer Schlumpf wackelt.

Und wie siehst du die Schweizer Wahlen? Bist du mit dem Ergebnis zufrieden oder nicht? Deine Meinung ist gefragt!

 

Titelbild: wrw / pixelio.de



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