4K-Fernseher – brauche ich die als Verbraucher überhaupt?

24.09.2014 |  Von  |  Allgemein
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Ultra HD, 4K, gebogene Fernseher? Ja, so könnte die sehr nahe Zukunft der Unterhaltungselektronik aussehen, denn die Hersteller suchen händeringend nach frischen Technologien, um uns den Kauf neuer Fernsehgeräte schmackhaft zu machen.

Aber brauchen wir das überhaupt? Welche Vorteile haben Sie als Verbraucher von 4K – und sind diese überhaupt schon spürbar? Zahlen Sie am Ende nur für eine Technik, die Ihnen gar nichts bringt? Oder ist der Hype um die nächste Stufe nach HD doch gerechtfertigt? Berechtigte Fragen, welche wir in diesem Artikel für Sie beantworten werden.

4K? Ultra HD?

Zunächst dürfen Sie sich von diesen Bezeichnungen nicht verwirren lassen, denn es handelt sich um dieselbe Technik mit zwei verschiedenen Namen. Ob sich letztendlich UHD oder 4K als Bezeichnung für die besonders hohe Auflösung durchsetzen wird, ist noch immer nicht ganz klar, was die Lage für den unbedarften Verbraucher zusätzlich erschwert. Im Detail unterscheidet diese Fernseher praktisch nur eine einzige Eigenschaft:

  • 4K-Fernseher stellen entsprechende Inhalte in einer Auflösung von 3.840 * 2.160 Pixel dar. Zum Vergleich: Der derzeitige 1080p-Standard, der Ihnen beim Fernsehkauf auch als HD-Auflösung angepriesen wird, schafft „nur“ 1.920 * 1.080 Pixel.

Beide Zahlen werden also verdoppelt, was sich in der Praxis durch eine vervierfachte Anzahl an Pixeln auf dem Fernsehbildschirm auswirkt – aber was genau haben Sie davon eigentlich?

Unerreichte Bildschärfe




Die beispielhafte Rechnung hat gezeigt, dass nun vier Pixel dort unterkommen, wo vorher nur ein einziger zu sehen war. Das Resultat ist eine nochmals drastisch gesteigerte Bildschärfe, die den erwähnten 1080p-Standard weit hinter sich lässt. Besonders sehenswert ist das etwa bei Dokumentationen oder Sportturnieren, die durch 4K noch einmal einen deutlich realistischeren Eindruck hinterlassen. Allerdings ist die Welt der UHD-Inhalte natürlich nicht so rosig, wie es die Hersteller gerne hätten – denn zumindest derzeit nagen folgende Probleme am 4K-Standard:

  • Fehlende Inhalte machen den Unternehmen zu schaffen. Filme von einer Blu-ray-Disc verfügen nur über die alte 1080p-Auflösung, sodass die neuen Fernseher Filme und Serien durch technische Tricks auf 4K „aufblasen“ müssen. Das Resultat fällt gut aus – aber nicht überragend. Native, in 4K-Auflösung erhältliche Inhalte sind auch lange Zeit nach der Markteinführung der Fernsehgeräte noch immer Mangelware – und wenn sie doch erhältlich sind, handelt es sich meist um Streams aus dem Internet.
  • Die Grösse des Fernsehbildschirms spielt eine wichtige Rolle. Auf einem kleinen Handydisplay etwa werden Ihnen auch kurze Marketingfilme bei Youtube gestochen scharf vorkommen. Ebenso werden Sie bei einem beispielsweise 36 Zoll grossen Fernseher keine grossen Unterschiede zwischen 1080p und 4K wahrnehmen können. Der Standard ist also in erster Linie dann visuell berauschend, wenn es sich um Geräte mit 50 Zoll und mehr handelt – aber die sind teuer und passen auch gar nicht in jedes Wohnzimmer.
  • Das gewöhnliche TV-Programm profitiert von dem neuen Standard gar nicht. Es gibt weder in der Schweiz noch in anderen Ländern dieser Welt einen Sender, der sein Angebot in 4K präsentiert. Da nicht einmal alle Programme in 1080p zu empfangen sind, wird dieser Schritt auch noch viele Jahre in Anspruch nehmen.

Brauche ich jetzt schon einen 4K-Fernseher?

Diese Frage dürfte angesichts der Mängel, welche das umgebende Ökosystem dieser Technik plagen, recht einfach zu beantworten sein. In Ausnahmefällen werden Sie tatsächlich Inhalte zu sehen bekommen, welche von 4K profitieren, aber in der Regel sind Sie mit einem einfachen 1080p-Gerät derzeit genauso gut beraten. Anders sieht der Fall natürlich aus, wenn Sie einen Fernseher zum annähernd selben Preis erwerben können: Es kann schliesslich nicht schaden, diese zukunftsweisende Technologie an Bord zu haben. In den letzten Monaten sind die Preise für diese Geräte ausserdem drastisch gefallen, für 600 Franken erhalten Sie jetzt bereits einen solchen Fernseher.

Und die gebogenen Fernseher?

Diese derzeit auch auf der Technik-Messe IFA 2014 zu bestaunenden Fernseher mit einem gebogenen Bildschirm füllen ebenfalls die Regale der Elektronikmärkte. Im Gegensatz zu 4K bemerken Sie dort tatsächlich einen Vorteil: Gerade in den Aussenbereichen nimmt der Kontrast des Bildes zu, Farben wirken kräftiger und Schwarz beispielsweise kippt nicht in ein mattes Grau ab. Nicht zuletzt ist dies aber auch eine Frage des Geschmacks und des Einrichtungsstils, da diese Geräte beispielsweise schlechter an der Wand montiert werden können.

Um die eingangs erwähnten Fragen zu beantworten, sprechen wir abschliessend noch eine kurze Empfehlung für den durchschnittlichen Verbraucher aus. Brauchen Sie derzeit einen 4K-Fernseher? Nein! Sollen Sie sich einen gebogenen Fernseher zulegen, wenn Sie ohnehin die Anschaffung eines neuen Geräts planen? Ja, vielleicht. Sehen Sie sich einen Fernseher dieser Art am besten einmal aus der Nähe an, um eine fundierte Entscheidung treffen zu können.

 

Oberstes Bild: © Thomas Pajot – Shutterstock.com

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