Heimat- und Naturschutzprojekte durch Schokolade fördern

01.12.2014 |  Von  |  Konsum
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Eine geschützte Marke und seit 1946 ein Begriff: der Schoggitaler, der 28 Gramm schwer und durchschnittlich 8 cm gross ist. Mit goldfarbener Alufolie umwickelt, wird er jedes Jahr von Schulkindern in die Welt getragen. Heimat- und Naturschutzprojekte profitieren vom Erlös.

Jedes Jahr kommt das Geld einem anderen Projekt zugute. Der erste Schoggitaler brachte Geld für das Projekt Silsersee ein, dessen Wasser genutzt werden sollte, um ein Kraftwerk in Bergell betreiben zu können. Ernst Lauer, der damalige Geschäftsführer des Schweizer Bauernverbandes, hatte die Idee, Schokolade für den guten Zweck zu verkaufen. Schokolade war bis Mai 1946 rationiert und galt deshalb als etwas Besonderes. Daher war der Verkauf der ersten Schoggitaler, in dessen Alufolie ein Bild des Silsersees geprägt war, ein wahnsinniger Erfolg. Die Aktion wurde praktisch von allen Medien beworben und ist noch heute jedem Schweizer ein Begriff.

In den Jahren, die folgten, variierten die Themen. Von Naturschutz bis Heimatschutz kamen viele Projekte in den Genuss der Spenden. Auch die Denkmalpflege kam nicht zu kurz. Unter anderem folgten die Projekte Kartause Ittingen in 1977, Hospental in 1983, Bergbauernhöfe in 1991, Brücken und historische Verkehrswege in 1993, Industriekultur in 2002, Baukultur erleben in 2007 und historische Verkehrsmittel in 2010. Dieses Jahr soll es um das Projekt „Dorfplatz“ gehen, der als Ort der Begegnung gepflegt und erhalten werden soll. Sowohl Geld als auch Aufmerksamkeit werden so auf die Problematik gelenkt, dass integrierte Freiräume im Orts- oder Stadtbild durch Baumassnahmen umfunktioniert werden und so nicht mehr als Treffpunkt für Jung und Alt dienen können.

Das Bevölkerungswachstum hat zur Folge, dass der Lebensraum knapper wird und Menschen aus den Städten auf die Dörfer ziehen. Alte Häuser weichen Neubauten, Baugrund wird dadurch gewonnen, dass uralte Bäume gefällt werden. Was Menschen fehlt, die neu in die Gemeinde kommen, sind die Bindung und die Erinnerungen an den kleinen Einkaufsladen, das Schulhaus, den Dorfplatz oder den Bäcker. Besonders für Zugezogene, aber auch für die Alteingesessenen ist der Dorfplatz das Begegnungszentrum und sollte deshalb erhalten bleiben.

Dabei ist die Vielfalt bei der Gestaltung der Dorfplätze so gross wie die der Architektur in den verschiedenen Landesteilen – wunderschön sind sie überall. Alte Bauernhäuser sowie Kirchen und historische Wohngebäude sollen dem Denkmalschutz nach auch in allen Landesteilen erhalten bleiben. Der schöne Dorfplatz von Guarda in Graubünden wird im Rahmen der diesjährigen Schoggitaler-Aktion als Beispiel genannt, wobei sich natürlich viele ähnliche Plätze in anderen Gemeinden im Engadin finden lassen.


Der erste Schoggitaler (Bild: © Adrian Michael - CC BY-SA 3.0)

Der erste Schoggitaler (Bild: © Adrian MichaelCC BY-SA 3.0)


Der Dorfplatz von Stans im Kanton Nidwalden gilt als einer der schönsten in der Schweiz. Nach einem Brand im Jahr 1713, dem grosse Teile des Dorfes zum Opfer fielen, wurde er geschaffen und ist ein grossartiger Platz geworden, der Stolz der ganzen Gemeinde. Natürlich hat auch Stans sich stetig weiterentwickelt, aber an der Wichtigkeit des Dorfplatzes hat sich nichts geändert. Dafür, dass das Dorfzentrum erhalten wird, setzt sich unter anderem der Architekt Claus Niederberger ein, der auch ehemaliger Denkmalpfleger des Kantons Luzern ist.

Der Dorfplatz ist in vielen Orten gleichzeitig auch der Kirchplatz. Heiden in Appenzell ist dafür ein gutes Beispiel. Harmonisch fügen sich die Gebäude, zu denen auch die Kirche und das Rathaus gehören, zu einer Einheit zusammen. Dieser Dorfplatz gilt als der schönste klassizistische der Schweiz. Ein barockes Beispiel findet sich in Schwyz, das der Hauptort des gleichnamigen Kantons ist. Wundervolle Herrenhäuser, eine dominante Pfarrkirche und das Rathaus sind eine Augenweide. Ausserdem rühmt Schwyz sich ebenfalls damit, über einen der schönsten Dorfplätze der Schweiz zu verfügen, der dazu noch regelmässig für Märkte, religiöse oder kulturelle Veranstaltungen genutzt wird.

Nicht mehr jedes Dorf hat einen solchen Dorfplatz, da viele der geschichtsträchtigen Exemplare geräumigeren Varianten weichen mussten, die auch für Märkte, Chilbi und andere Veranstaltungen geeignet sind. So zum Beispiel der moderne Dorfplatz des Ortes Zollikon im Kanton Zürich, der auf der einen Seite von der Bibliothek, einem Supermarkt mit Tiefgarage und einer Bank, auf der anderen Seite von hübschen Gebäuden aus dem 15. und 16. Jahrhundert, in denen sich Wohnungen und Läden befinden, begrenzt wird. In unmittelbarer Nähe befindet sich ausserdem die alte Zolliker Kirche, die das erste Mal 1223 urkundlich erwähnt und 1498/99 neu errichtet wurde.

Die Schoggitaler-Aktion versucht allerdings nicht nur Spenden zu generieren, sondern stellt auch Unterrichtsmaterialien und Hilfe für Lehrkräfte zur Verfügung. Im Unterricht werden die Kinder auch mit dem jeweiligen Thema konfrontiert und darüber informiert. Das fördert den Stolz darauf, sich für die Aktion einsetzen zu können, denn sie lernen, weshalb sie die leckeren Geldstücke verkaufen und beschäftigen sich ausserdem noch mit interessanten Projektaufgaben. 2014 dürfte das Projekt bei den Schülern besonderen Zuspruch finden, denn das Thema Dorfplatz ist ja unmittelbar mit einer Reise in die Zeit des Mittelalters und bis zurück zu den Römern verbunden.



Wer im September also von Kindern gefragt wird, ob er oder sie gerne einen Schoggitaler kaufen möchte, sollte ruhig zugreifen, denn man unterstützt damit nicht nur das jeweilige Projekt und den Heimatschutz, sondern die Schokolade, die man erwirbt, ist ein hochwertiges Produkt vom Familienunternehmen Aeschbach Chocolatier in Root/Luzern. Am besten kaufen Sie gleich zwei, denn dieses liebevoll gestaltete Talerchen ist fast zu schade, um es zu essen …

 

Oberstes Bild: © Adrian Michael – CC BY-SA 3.0



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