Die tausend Wunder des Weltalls: 25 Jahre Hubble-Weltraumteleskop

01.05.2015 |  Von  |  News
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Die tausend Wunder des Weltalls: 25 Jahre Hubble-Weltraumteleskop
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Herzlichen Glückwunsch, Hubble! Seit einem Vierteljahrhundert ist das gigantische Weltraumteleskop im Dienst. Unermüdlich liefert es die fantastischsten Bilder – und hat schon mit den ersten unsere Sicht aufs Universum verändert.

Im Jahr 1990 startete das Riesenteleskop Hubble seine Karriere als Beobachter und Fotograf der Unendlichkeit. Der Start gelang nicht reibungslos, doch langfristig hat sich die Hubble-Mission schon längst bezahlt gemacht – nicht nur für die Wissenschaft, sondern für die gesamte Menschheit.

Alle Menschen schauen gern die Sterne an

Der Mensch ist von Natur aus ein Sterngucker. Er interessiert sich eben auch für das, was er nicht oder noch nicht erreichen kann – einfach aus dem Grund, weil es da ist. Schon mit dem blossen Auge ist zu erkennen, dass sich am Nachthimmel einiges abspielt. Was genau die Sterne aber sind, hat der Mensch erst vor vergleichsweise kurzer Zeit herausgefunden, und wie viele es von ihnen gibt, kann bis heute niemand auf Erden wissen oder vorhersagen.

Viele wichtige Fragen zum Universum beschäftigen Wissenschaftler, Philosophen, Schriftsteller und auch die breite Bevölkerung schon lange. Wie alt ist beispielsweise das Universum? Wie und warum ist es entstanden, und was wird weiter mit ihm geschehen? Hat es ein räumliches oder zeitliches Ende? Falls ja: Wie könnten die Enden des Universums aussehen, und was mag sich dahinter befinden?

Eine für die Menschheit ganz besondere Frage ist zudem, ob es irgendwo dort draussen weitere bewohnte oder bewohnbare Planeten gibt. Fänden wir einen solchen Planeten, könnten wir dessen Umweltbedingungen und Lebensformen studieren, vielleicht mit den Bewohnern kommunizieren oder die neue Welt sogar selbst besiedeln, wenn uns die Erde zu eng wird oder wir die Rohstoffe unseres Planeten verbraucht haben.

Science-Fiction-Geschichten und verschiedene Theorien und Vermutungen über UFOs, Ausserirdische oder fremde Welten gibt es genug. Was bisher jedoch fehlt, sind schlüssige Beweise für deren Existenz. Nach dem heutigen Stand der Wissenschaft und Forschung könnten wir in der Unendlichkeit des Alls ebenso gut ganz alleine sein – eine Vorstellung, die manche Menschen bedrückt, andere freut und vielen auch völlig egal ist, solange die Berge vor dem Fenster nicht einstürzen.

Was jedoch kaum einen kalt lässt, sind die wunderschönen und fantastischen Bilder, die das Hubble-Teleskop zur Erde schickt: Bilder von schillernden Gasnebeln, neu geborenen Sternen, farbenprächtigen Galaxien, schwarzen Löchern und viele Lichtjahre weit entfernten Planeten, in denen sich auch die Augen, Gedanken und Träume von Normalbürgern freudig verlieren können. Zu den über eine Million Beobachtungen des Hubble-Teleskops erschienen mittlerweile rund 13.000 wissenschaftliche Veröffentlichungen. Am 24. April 2015 wurde das fliegende Observatorium 25 Jahre alt.

Ein schwieriger Start in eine glanzvolle Laufbahn

Hubble kreist seit 25 Jahren um die Erde. Der Orbit des Weltraumteleskops befindet sich in einer Höhe von 540 Kilometern. Dorthin gelangte das Teleskop am 24. April 1990 an Bord der „Discovery“, eines Space Shuttle. Sie startete vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral aus, um Hubble in seiner Umlaufbahn auszusetzen. Von dort aus, das war bereits sicher, sind Aufnahmen jenseits aller irdischen Luft- und Lichtverschmutzungen möglich – der perfekte Platz für einen weiten und ungetrübten Blick in die Sterne.

Doch zuerst funktionierte das Teleskop nicht richtig: Der zweieinhalb Meter grosse Hauptspiegel des Observatoriums war falsch geschliffen. Die dadurch entstehenden optischen Fehler hätte man zwar durch Nachberechnung korrigieren können, aber dann wären die Bilder nicht schärfer geworden als die der Teleskope auf der Erde, und eine riesige Investition wäre umsonst gewesen. Dreieinhalb Jahre grübelten die Experten über geeignete Alternativen, bis sie die Lösung fanden: Astronauten versahen den falsch geschliffenen Spiegel mit einer Brille – und seither sieht Hubble klar.


Hubble kreist seit 25 Jahren um die Erde. (Bild: NASA, Wikmedia)

Hubble kreist seit 25 Jahren um die Erde. (Bild: NASA, Wikmedia)


Wie kam das Hubble-Teleskop zu seinem Namen?

Der Namenspatron des fliegenden Riesenteleskops ist Edwin Hubble, ein US-amerikanischer Astronom. Er entdeckte in den späten 1920er Jahren, dass das Universum sich ausdehnt. Diese Erkenntnis konnte das Weltraumteleskop weiter verfeinern – so war es aufgrund seiner Beobachtungen möglich, die Ausdehnungsgeschwindigkeit des Alls genauer zu definieren als je zuvor. Daraus konnte das Alter des Universums berechnet und auf 13,7 Milliarden Jahre festgelegt werden.

Doch nicht nur Wissenschaftler profitieren von Hubbles unermüdlichem Dienst an der Linse: Seine Bilder, von denen viele nachträglich bunt eingefärbt wurden, gehören mittlerweile zur Pop-Kultur und sind als Poster, CD-Cover oder T-Shirt-Motive für viele Menschen Teil des Alltags. In Kinofilmen, in der Werbung, auf Sportgeräten wie Surf- oder Snowboards und natürlich in Computerspielen wird ebenfalls gern auf Hubble-Beobachtungen zurückgegriffen. Sie sind einerseits zum Schmelzen schön und andererseits immer ein dramatischer Anblick.

Hubbles zeigt uns Welten, von denen manche Milliarden von Lichtjahren entfernt sind – eine unvorstellbare Entfernung, faszinierend und sozusagen vom Hauch der Ewigkeit umweht. Das geht jedem ans Herz, der sich darauf einlässt – und für alle anderen bleibt immer noch die Schönheit der Bilder, von denen manche, etwa die vom Pferdekopfnebel, inzwischen regelrechte Klassiker sind.



Einmal fotografierte Hubble sogar einen kosmischen Smiley: Der Eindruck eines lachenden Gesichts entstand durch zwei Galaxien, die wie Augen zueinander stehen, und einem Mund, gebildet durch Linien aus abgelenktem Licht. Es ist eine schöne Vorstellung, dass das All zurücklächelt, wenn Hubble neugierig guckt – auch wenn sie wenig wissenschaftlich ist. Und wer gern die Sterne betrachtet, darf sich noch aus einem weiteren Grund freuen: Das Teleskop mit der Brille arbeitet weiterhin hervorragend und hat daher gute Chancen, auch seinen 30. Geburtstag zu erleben.

Fazit: Seit nunmehr 25 Jahren schickt das Weltraumteleskop Hubble Bilder aus den Tiefen und Fernen des Weltraums. Das fliegende Observatorium hat die Wissenschaft vorangebracht und ihr bei der Beantwortung vieler Fragen geholfen. Vielen Menschen ist Hubble auch als Teil des Alltags ans Herz gewachsen.

 

Oberstes Bild: NASA / Wikimedia



Über Christine Praetorius

Christine Praetorius, Jahrgang 1971, spricht und schreibt über Neues, Altes, Schönes und Kurioses. Ich liebe Sprache und Musik als die grössten von Menschen für Menschen gemachten Freuden – und bleibe gerne länger wach, um ihnen noch etwas hinzuzufügen. Seit 2012 arbeite ich mit meinem Mann Christian als freie Texterin, Autorin und Lektorin.

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