Vorsicht vor phototoxischen Pflanzen – Laufen im Sommer

03.06.2015 |  Von  |  Natur
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Nach den langen Herbst- und Wintermonaten verlegt jeder seine Workouts wieder nach draußen ins Freie. Es ist doch viel schöner, früh morgens durch Wald, Feld und Wiese zu laufen, wo die Luft frisch ist und die Laufstrecken noch nicht vollkommen überfüllt sind. Der Gesundheit kommt das doppelt zugute: durch die Bewegung und die frische Luft.

Ganz ungefährlich ist dieses Vergnügen allerdings nicht, denn die Natur birgt ihre eigenen Tücken. Gerade in unseren Breitengraden gibt es Pflanzen, die wir bei Outdoor-Aktivitäten vermeiden sollten, sodass wir keine Ausschläge oder Verbrennungen bekommen.

Manchmal reicht dafür schon ein flüchtiger Kontakt beim Vorbeilaufen aus. Das kann dann richtig wehtun. Welchen Pflanzen Sie aus dem Weg gehen sollten, lesen Sie hier.

Nicht nur nicht zum Essen geeignet

Wenn wir an gefährliche Pflanzen denken, wandern unsere Gedanken in erster Linie dahin, dass deren Früchte giftig sind oder wir sie auf keinen Fall in Form von Nahrung zu uns nehmen sollten. Riesenbärenklau und Engelwurz muss man allerdings gar nicht erst essen, um einer beachtlichen Wirkung zum Opfer zu fallen. Schon eine kleine Berührung reicht aus, dass man mit brennenden Quaddeln oder nässenden Ausschlägen zu kämpfen hat. Welche Pflanzen sind es also, die man meiden sollte?

Achtung bei Riesenbärenklau, der gefährlichen Herkulesstaude

Sie ist zwar schön anzusehen, aber auch durchaus gefährlich: die Herkulesstaude, auch Riesenbärenklau genannt. Selbst kleine Berührungen sollte man vermeiden. Es handelt sich um eine krautähnliche Pflanze, deren weisse Blüten einen optischen Eindruck grosser Bärenklauen vermitteln. Streift man diese Pflanze bloss, bekommt man schnell fiese Quaddeln, wässrige Blasen und stark juckende Hautrötungen – einer Verbrennung dritten Grades gar nicht unähnlich.

Bis zu vier Metern hoch werden die Stauden, die Furocumarine, also phototoxische Stoffe, enthalten. Gerade im Sommer, wenn die Sonne scheint, verschlimmern sich diese Reaktionen der Haut. Wenn man beim Joggen Bekanntschaft mit der Herkulesstaude gemacht hat und solche Hautirritationen davonträgt,  heilen diese nur langsam ab und manchmal bleiben Pigmentstörungen an den betroffenen Stellen zurück.

Kommt es zu nässenden Wunden, behält man diese oft für Wochen auf der Haut. Diese Verletzungen sollten genauso behandelt werden wie Verbrennungen dritten Grades. Zunächst kann ein kühler Verband die Schmerzen lindern, allerdings sollte man sich sofort auf den Weg zum Arzt machen. Auf Sonneinstrahlung sollte man dann erst einmal verzichten, denn sonst kann es zu massiven Verbrennungen kommen.


Nicht nur nicht zum Essen geeignet (Bild: © TwilightArtPictures - fotolia.com)

Nicht nur nicht zum Essen geeignet (Bild: © TwilightArtPictures – fotolia.com)


Je heißer der Sommertag, desto wichtiger ist es, der Herkulesstaude aus dem Weg zu gehen, wenn man im Wald unterwegs ist. Fieber, Atemnot und Bronchitis können sonst die Folgen sein. An sehr heissen Tagen gelangen die bereits erwähnten giftigen Furocumarine auch in die Luft. Die Reaktion des Körpers darauf reichen von spontanen Kreislaufschocks über Schweissausbrüche hin zu schwerer Atemnot, Fieber und Bronchitisanfällen. Die Pflanze kommt zwar ursprünglich aus Armenien, hat sich aber im Laufe der Zeit über ganz Europa und Nordamerika ausgebreitet. Niemals sollte man sie ohne entsprechende Schutzkleidung berühren oder entfernen. Man begegnet ihr häufig auf Grünflächen, denn sie verbreitet sich schnell, aggressiv und verdrängt gerne andere Pflanzen aus ihrem Umfeld.

Verwandte der Herkulesstaude: Engelwurz und Wiesenbärenklau

Auch Engelwurz und Wiesenbärenklau gehören zu den phototoxischen Gewächsen – genau wie die Herkulesstaude. Eins ihrer Merkmale ist, dass die kleinste Berührung mit ihnen in Verbindung mit Sonnenlicht durch die Furocumarine zu schweren Hautirritationen führt. Wiesen- und Riesenbärenklau gleichen sich optisch sehr, der Erstgenannte wird jedoch nicht so gross. Engelwurz-Blüten sind eher gelb und grünlich-weiss. Die Verbreitungsgebiete sind die gleichen wie beim Riesenbärenklau und können deshalb harmlosen Spaziergängern, Joggern oder Wanderern immer einmal in die Quere kommen.

Die Rautenpflanzen Diptam und Weinraute gehören ebenfalls zu den Pflanzen, die in Kombination mit Sonnenlicht Hautreaktionen verursachen. Zitruspflanzen weisen diese Eigenschaft auch auf. Zitrone, Bergamotte und Grapefruit strafen jede Berührung bei direkter Sonneinstrahlung mit demselben Effekt.

Petersiele verursacht „Sonnenbrand“

Doch die Gefahr lauert nicht nur im Wald. Auch Petersilie, ein beliebtes und bekanntes Gartenkraut, enthält phototoxische Substanzen – ebenso wie Gewürzkerbel, Sellerie, Pastinake, Liebstöckel und wilde Möhren. Allerdings weisen sie die in viel geringerer Menge auf als Bärenklaupflanzen. Berührt man die aufgezählten Küchenkräuter unter dem Einfluss von UV-Strahlung, kann man einen schweren Sonnenbrand bekommen.

 

Oberstes Bild: © eyewave – fotolia.com



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