9 von 10 Schweizern sehen radikalen Islam als Bedrohung für den Westen

26.09.2015 |  Von  |  Gesellschaft, Politik
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Wie sehen Schweizer den Islam und speziell radikal-islamische Organisationen? Interessante Einblicke darin gewährt eine aktuelle Gallup-Umfrage, die auf Initiative der Liberalen Muslime Österreichs (ILMÖ) im deutschsprachigen Raum erhoben wurde.

Die Detailergebnisse zur Schweiz liegen nun vor.

Befragt wurden mehr als 500 Personen in der ganzen Schweiz, davon waren 23% bis 30 Jahre, 48% bis 50 Jahre und 29% über 50 Jahre alt. Untersuchungszeitraum war der Juli 2015. Mit 45% sieht die Mehrheit der Befragten den Islam negativ besetzt (44% waren neutral, 5% positiv), 56% gaben an, dass sich ihre Haltung gegenüber dem Islam in den letzten Jahren verschlechtert habe.

Dass die Schweizer beim Thema Islam sehr wohl differenzieren, zeigt die nächste Frage zum Thema Islam als Religion bzw. als Heimat radikaler Gruppierungen: Hier gaben mehr als zwei Drittel (74%) der Befragten an, zwischen den unterschiedlichen Gruppierungen und der Religion an sich zu unterscheiden. 83% der Befragten sehen einen vermehrten Zulauf zu den radikalen Organisationen.

92% der Befragten gaben an, es bestehe durch radikale islamistische Organisationen eine direkte Gefahr für die westliche Gesellschaft. Dabei sehen 63% die demokratischen Grundwerte durch islamistische Gruppen wie z. B. die Muslimbruderschaft, Milli Görüs oder die Hamas in der Schweiz gefährdet. Nur eine verschwindende Minderheit von maximal 4% will diesen Gruppierungen Zugang zu öffentlichen Fördergeldern zugestehen. Hingegen meinen durchschnittlich 78% der Befragten, dass diese Gruppen Finanzierungen aus dem Ausland offenlegen sollten. Ein ähnlich hoher Anteil der Bevölkerung wünscht sich, dass Behörden und Politiker verstärkt gegen diese Gruppen vorgehen.










Onlineerhebung im Panel; 511 befragte Personen (n=511) in der Schweiz im Alter zwischen 16 und 59 Jahren. Erhebungszeitraum: 29 Juni bis 5. Juli 2015; alle Angaben in Prozent. (Quelle: Gallup Institut Österreich)


„Die Studie zeigt deutlich, dass das Schweizer Volk sehr klar zwischen dem Islam als friedliche Religion und islamistischen Strömungen unterscheiden kann“, erklärt Lukas Reimann, Präsident der „Aktion für eine unabhängige und neutrale Schweiz“ (AUNS). Weiter fügt der St. Galler an: „Ein friedliches Zusammenleben ist in der Schweiz nur dann möglich, wenn wir radikale Islamisten und ihre konservativen Vereine als solche auch erkennen und uns davon distanzieren. Nur eine informierte Gesellschaft, die zwischen radikalen Gruppierungen, wie jener der Muslimbruderschaft, und gemässigten Muslimen unterscheiden kann“, meint Lukas Reimann weiter, „wird in Zukunft von einer richtigen Integration von Muslimen sprechen können.“



Sein Kollege Mike Egger (AUNS) meint zu der Studie folgendes: „In unserem Land gilt die Trennung von Religion und Staat und es ist nicht tolerierbar, dass unser Recht oder unsere Demokratie von religiösen Extremisten in Frage gestellt wird.“

 

Originaltext: Nationalrat Lukas Reimann
Artikelbild: © jan kranendonk / Shutterstock.com



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