Projekt will Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Care-Arbeit erleichtern

30.10.2015 |  Von  |  News
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Am heutigen Freitag findet in der Westschweiz der interkantonale Tag der betreuenden Angehörigen statt. Im Fokus stehen die zahllosen Leistungen, welche Angehörige meist unentgeltlich für Personen in ihrem Umfeld, die Hilfe benötigen, erbringen. Vergessen wird dabei meist, dass die betreuenden Angehörigen in erster Linie einer selbstständigen oder unselbstständigen Erwerbstätigkeit nachgehen.

Mit dem Projekt «info-workcare.ch» will Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, die Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Care-Arbeit erleichtern: Travail.Suisse wird 2016 die erste nationale Plattform mit Informationen, Dienstleistungen und Adressen für berufstätige betreuende Angehörige einrichten.

2012 hatte das Bundesamt für Gesundheit den runden Tisch «Work and Care» einberufen, an dem auch Travail.Suisse teilgenommen hat. Das Ergebnis dieses Treffens waren rund zehn Schlussfolgerungen, allen voran die Feststellung, dass es auf nationaler Ebene kein zentralisiertes Informationsangebot gibt, wo sich die betreuenden Angehörigen gut und rasch informieren können. Auch heute noch gibt es keine einheitliche Plattform, wo Betroffene Unterstützungsangebote auf regionaler Ebene finden können.

Travail.Suisse hat deshalb beschlossen, die erste nationale Plattform mit kostenlosen Informationen und Dienstleistungen für berufstätige Angehörige zu schaffen, die Personen aus ihrem Umfeld pflegen und betreuen. Info-workcare.ch bezweckt eine bessere Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Care-Arbeit. Es sollen nützliche Informationen bereitgestellt werden, um den Erhalt der Beschäftigung der betreuenden Angehörigen zu begünstigen.


Im Fokus stehen die zahllosen Leistungen, welche Angehörige meist unentgeltlich für Personen in ihrem Umfeld, die Hilfe benötigen, erbringen. (Bild: © Ocskay Bence - shutterstock.com)

Im Fokus stehen die zahllosen Leistungen, welche Angehörige meist unentgeltlich für Personen in ihrem Umfeld, die Hilfe benötigen, erbringen. (Bild: © Ocskay Bence – shutterstock.com)


Mit verschiedenen Fachleuten und schweizweit aktiven Verbänden, und dank der finanziellen Unterstützung des Eidgenössischen Büros für die Gleichstellung von Frau und Mann, verfolgt Travail.Suisse das ehrgeizige Ziel, die Plattform im Herbst 2016 aufzuschalten.

Eine weitere Schlussfolgerung des runden Tisches war die Notwendigkeit, die Öffentlichkeit für die Aktivität der betreuenden Angehörigen zu sensibilisieren und Tabus zu brechen. Und genau hier setzt der «Tag der betreuenden Angehörigen» an, der 2015 in der Westschweiz erstmals kantonsübergreifend stattfindet (ohne den französischsprachigen Teil des Kantons Bern).

Die Website betreuende-angehoerige-tag.ch stellt das Angebot der betreffenden Kantone vor. Runde Tische, Filmvorführungen, Ausstellungsstände oder Tage der offenen Tür in Wohneinrichtungen für betagte Personen, Broschüren, Websites, Interviews mit Politikern usw.: Jeder Kanton organisiert sich ganz individuell.

In der Deutschschweiz wird am 24. November 2015 ein erster Tag für betreuende Angehörige stattfinden. Unklar ist jedoch noch, ob die Initiative privat bleibt oder auch von den Kantonen getragen wird. Diese Beispiele zeigen die Stärken, aber auch die Schwächen des föderalistischen Systems auf: Die betreuenden Angehörigen finden sich darin kaum zurecht, was ihre Arbeit unnötig erschwert.



Der Erhalt der Beschäftigung und die Wiedereingliederung in das aktive Leben nach mehrjähriger Care-Arbeit tragen dazu bei, den Fachkräftemangel in unserem Land zu begrenzen. Dank dem Einsatz von Travail.Suisse stehen diese Themen auch im neuen Parlament weiterhin auf der politischen Agenda.

 

Artikel von: Travail.Suisse
Artikelbild: © Alexander Raths – shutterstock.com

Über Samuel Nies

Als gelernter Informatikkaufmann war für mich schon schnell klar, dass die Administration von verschiedenen Systemen zu meinem Gebiet werden sollte. Um aber auch einen kreativen Anteil in meinen Arbeitsalltag zu integrieren, verschlug es mich in die Welt des Web Content Management.


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