Lebensgefährliche Kleinteile: Was Eltern beachten sollten

04.12.2015 |  Von  |  News
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Lebensgefährliche Kleinteile: Was Eltern beachten sollten
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Nehmen Babys oder Kleinkinder kleine Gegenstände in den Mund, ist Vorsicht geboten. Die Gefahr besteht, dass sie sich verschlucken und an akuter Atemnot leiden. Das Luzerner Kantonsspital (LUKS) macht daher Eltern und Erziehende für diese Gefahr aufmerksam.

Neugierig beginnen Babys, die Welt zu erforschen, wenn sie mit etwa fünf Monaten ins Greifalter kommen. Auf ihren Entdeckungsreisen stecken sie sich gerne alles Mögliche in den Mund oder manchmal auch Nase. Dabei steht die Sorge im Vordergrund, dass etwas buchstäblich im falschen Hals landet.

Besonders in der Vorweihnachtszeit behandelt das Kinderspital und die Hals-Nasen-Ohren-(HNO)Klinik des LUKS gehäuft Kinder unter vier Jahren mit Fremdkörpern wie beispielsweise Erdnüsse oder vergleichbare Gegenstände in der Nase oder den tieferen Atemwegen.

Kleinteile können in die Luftröhre geraten

„Die sogenannte Fremdkörperaspiration beschreibt, wenn Kleinteile in die Luftröhre geraten bzw. eingeatmet werden“, erklärt Prof. Dr. med. Nicolas Regamey, Leitender Arzt Pneumologie am Kinderspital. Im einfachsten Fall beginnt der Betroffene zu husten und befördert so den Gegenstand rasch wieder aus der Luftröhre. Im schlimmsten Fall verstopft der Fremdkörper die Atemwege und führt zu einer Erstickung.

Gelangt der Fremdkörper in die unteren Atemwege, kann er sich in den Bronchien festsetzen: Atemschwierigkeiten, Husten und Lungenentzündungen resultieren daraus. Dr. med. Adrian Lehner, Oberarzt HNO, konkretisiert:

„Auch später kann es zu einer gefährlichen Atemnot kommen, wenn der Fremdkörper durch anhaltendes Husten ungünstig verrutscht.“ Wird die Fremdkörperaspiration nicht erkannt, kann es zu chronischen Atemwegsproblemen bzw. zu Funktionsstörungen des gesamten Lungenlappens kommen.

Nüsse, Rüebli- oder Apfelstücke

Die Palette von Kleingegenständen, die für Kinder eine Erstickungsgefahr darstellt, ist umfangreich. Dazu gehören Nüsse, Rüebli- oder Apfelstückchen, Sonnenblumenkerne, Pflanzenteile, Plastikteilchen, Nadeln, Kaugummis, Münzen, Knöpfe, Steinchen und Perlen. Besonders gefährlich ist, wenn Kinder ungekochte Äpfel oder Karotten im Gehen oder beim Spielen essen und nicht in Ruhe am Tisch.


Die Palette von Kleingegenständen, die für Kinder eine Erstickungsgefahr darstellt, ist umfangreich. (Bild: © Maryna Pleshkun - shutterstock.com)

Die Palette von Kleingegenständen, die für Kinder eine Erstickungsgefahr darstellt, ist umfangreich. (Bild: © Maryna Pleshkun – shutterstock.com)


Beim Stolpern oder Ausrutschen kann es zur Fremdkörperaspiration kommen. Kindern unter 4 Jahren sollten keine Nüsse angeboten werden, da diese die häufigsten Gegenstände sind, die aspiriert werden. Insbesondere sollte in der Vorweihnachtszeit darauf geachtet werden, dass keine Erdnüsse in die Hände bzw. in den Mund von Kleinkindern gelangen.

Notfallmassnahmen beim Verschlucken

Ruhe bewahren! Versuchen, dem Kind den Fremdkörper aus dem Mund zu nehmen. Vorsicht beim Herausholen mit den Fingern, der Gegenstand könnte so noch weiter in den Rachen gelangen.

Das Kind atmet nicht mehr:

  • Rufen Sie unverzüglich den Sanitätsnotruf 144 an.
  • Säuglinge: Kind mit Gesicht nach unten auf den Unterarm nehmen und auf den Rücken klopfen.
  • Heimlich-Manöver, bei Kindern ab einem Jahr: Die Hände in der Mitte des Kinderbauches verschränken, sodass dieser eingedrückt wird, was das Aushusten des Fremdkörpers unterstützt. Achtung: Diesen Griff wegen Verletzungsgefahr nicht üben, sondern nur im Notfall anwenden.

Das Kind hat etwas verschluckt, hustet, aber atmet:

Das Kind vorerst in Ruhe lassen und beobachten.
Bei bleibendem Husten (auch wenn der Gegenstand inzwischen draussen ist) oder sonstigen Atembeschwerden den Arzt aufsuchen. Es könnte sich ein zweiter Fremdkörper in den Atemwegen befinden.

Das Luzerner Kantonsspital (LUKS) ist das grösste Zentrumsspital der Schweiz. Es umfasst die Standorte Luzern, Sursee und Wolhusen sowie die Luzerner Höhenklinik Montana. Im Luzerner Kantonsspital sorgen über 6300 Mitarbeitende rund um die Uhr für das Wohl der Patientinnen und Patienten.



Es versorgt ein Einzugsgebiet mit rund 700 000 Einwohnern bei 860 Akutbetten. Das LUKS behandelt jährlich 40 611 stationäre Patientinnen und Patienten und verfügt über 532 676 ambulante Patientenkontakte. Seine Kliniken und Institute bieten medizinische Leistungen von höchster Qualität.

 

Artikel von: Luzerner Kantonsspital
Artikelbild: © Natthawon Chaosakun – shutterstock.com

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