Schweiz nimmt Kurs auf die 2000-Watt-Gesellschaft

26.01.2016 |  Von  |  Gesellschaft, Konsum, Natur
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Noch vor 10 Jahren betrug der Primärenergiebedarf in der Schweiz über 6300 Watt pro Einwohner. Heute liegt der Bedarf bei weniger als 5500 Watt. Dies zeigt die aktualisierte Primärenergiestatistik der Fachstelle der 2000-Watt-Gesellschaft. Die ersten zwanzig Prozent des Weges hin zu einer 2000-Watt-Gesellschaft sind also geschafft.

Die ehemals als Vision formulierte Zielsetzung wird realistischer denn je. Über 100 Städte und Gemeinden, 23 Kantone, Investoren, Projektentwickler und Wohnbaugenossenschaften haben die 2000-Watt-Gesellschaft in ihren strategischen Leitlinien verankert.

Um die Jahrtausendwende hat die ETH im Rahmen ihrer Nachhaltigkeitsstrategie 2000 Watt – respektive rund 17’500 kWh pro Jahr – als nachhaltig verträgliches Mass für den persönlichen Energiebedarf definiert. Der Begriff der 2000-Watt-Gesellschaft war damit geboren und hat seither einen regelrechten Siegeszug als energiepolitisches Leitmodell angetreten. Mittlerweile ist auch in der breiten Bevölkerung bekannt, dass die 2000-Watt-Gesellschaft für eine erneuerbare, effiziente und damit zukunftsfähige Energieversorgung steht. 


Der Bedarf an Primärenergie pro Person geht in der Schweiz seit Jahren zurück. (Bild: © Fachstelle 2000-Watt-Gesellschaft)

Der Bedarf an Primärenergie pro Person geht in der Schweiz seit Jahren zurück. (Bild: © Fachstelle 2000-Watt-Gesellschaft)


Beachtlicher Schritt näher am Ziel

Mit dem Rückgang des Primärenergiebedarfs von ehemals über 6300 auf heute unter 5500 Watt sind wir der 2000-Watt-Gesellschaft einen beachtlichen Schritt näher gekommen. „Die Ziele der 2000-Watt-Gesellschaft scheinen innerhalb der vorgegebenen Zeit also erreichbar zu sein“, freut sich Thomas Blindenbacher, Leiter der Fachstelle 2000-Watt-Gesellschaft. Bis zum Jahr 2050 soll der Bedarf pro Person in der Schweiz auf 3500 Watt sinken, in der zweiten Jahrhunderthälfte dann auf die angestrebten 2000 Watt. 

Stark verbesserte Energieeffizienz

Die Summe der grossen und kleinen energiepolitischen Massnahmen und Initiativen, zum Beispiel das nationale Gebäudeprogramm oder die Veränderung des in der Schweiz im Durchschnitt gelieferten Strom-Mixes (von 35 Prozent erneuerbar im Jahr 2005 auf 55 Prozent 2013), hat unter anderem zu diesem Rückgang des spezifischen Primärenergieverbrauchs beigetragen.

Zudem ist der absolute Energieverbrauch der Schweiz seit dem Jahr 2000 in etwa konstant geblieben, während die Wohnbevölkerung im selben Zeitraum um mehr als 10% gewachsen ist, das Bruttoinlandprodukt sogar um mehr als 20%. Die Energieeffizienz pro Einwohner und in Bezug auf das BIP hat sich also stark verbessert – was allerdings teilweise wohl auch auf die Verlagerung energieintensiver Produktion ins Ausland zurückzuführen ist. 



Die 2000-Watt-Areale leisten wesentlichen Beitrag

Nach der ETH, dem BFE, dem SIA und ganz vielen Städten und Gemeinden übernehmen nun auch immer mehr Arealträgerschaften die 2000-Watt-Gesellschaft in ihre strategischen Leitlinien. Der Trägerverein Energiestadt vergibt hierzu zusammen mit dem Bundesamt für Energie seit einigen Jahren ein Label für 2000-Watt-Areale. Bisher haben seit 2012 insgesamt neun Grossüberbauungen das Zertifikat „2000-Watt-Areal in Entwicklung“ erhalten. Damit leisten diese und ihre zukünftigen Nutzer einen wesentlichen Beitrag zu den Zielen der 2000-Watt-Gesellschaft.

 

Artikel von: Kommunikation Energiestadt
Artikelbild: © visdia – shutterstock.com



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