Millionengeschäft mit dem Entrümpeln alter Krabbenfallen

27.01.2016 |  Von  |  News
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Aufräumen lohnt sich: Beim Projekt Chesapeake Bay werden nicht nur alte Krabbenfallen gesammelt, sondern damit auch Bares. Laut einer aktuellen Studie erweist sich das Entfernen herrenloser Krabbenfallen und nicht mehr benötigtem Equipment für den Fischfang als wahre Goldgrube.

Das Virginia Institute of Marine Science (VIMS) hat folgende Erkenntnisse veröffentlicht:

Fangerträge könnten um 831 Mio. Dollar steigen

Würden nur zehn Prozent derartiger Relikte aus wichtigen Schalentier-Fanggebieten geborgen, könnten die Fangerträge demnach um 831 Mio. Dollar (843 Mio. CHF) pro Jahr steigen. Diese Schätzung ergibt sich aufgrund des Erfolgs eines Projekts, bei dem alte Krabbenfallen aus der Chesapeake Bay geborgen wurden. Das hat bereits zusätzliches Fangvolumen im Wert von über 20 Mio. Dollar (20,3 Mio. CHF) gebracht.

Beispielsweise durch Unwetter oder Unfälle verlieren Krabbenfischer immer wieder Fallen, die dann auf dem Meeresboden zurückbleiben. Ähnliches gilt auch für andere Formen der Fischerei. „Verlorene Spiegelnetze, Kiemennetze, Langleinen und Grundschlepp-Ausrüstung verschmutzt Meeresmilieus rund um die Welt“, erklärt VIMS-Professor Kirk Havens.

In solch verwaister Ausrüstung verfangen sich Fische ebenso wie Schalentiere. Daher gehen die Forscher angesichts der neuen Erkenntnisse davon aus, dass Aufräum-Projekte ähnlich viel bringen könnten wie in der Chesapeake Bay. Dortige Fischer dürften dank dem Entfernen herrenloser Fallen bereits 60 Mio. zusätzliche Krabben gefangen haben.

Deutlich mehr Fang einfach durch weniger Fallen

Im Rahmen eines vom VIMS geleiteten Projekts wurden von 2008 bis 2014 insgesamt 34.408 herrenlose Krabbenfallen aus der Chesapeake Bay entfernt. Das hat zu deutlich besseren Fang geführt. Nach VIMS-Schätzung haben Fischer 13.504 Tonnen mehr Krabben eingeholt, was einem Wert von 21,3 Mio. Dollar (21,6 Mio. CHF) entspricht.

„Das sind 27 Prozent mehr als es gewesen wäre, wenn die Fallen unten geblieben wären“, verdeutlicht VIMS-Professor Andrew Scheld den Sinn der Aktionen. Die Investition von 4,2 Mio. Dollar (4,26 Mio. CHF) in das Bergeprojekt hat sich dieser Schätzung zufolge schon zu mehr als dem Fünffachen an zusätzlichen Einnahmen geführt und somit mehr als rentiert.



Dabei geht das VIMS-Team davon aus, dass nur etwa zehn Prozent aller herrenlosen Krabbenfallen aus der Chesapeake Bay geborgen werden konnten. Eine vergleichbare Bergerate in allen Schalentier-Fanggebieten der Welt könnte der Studie zufolge zusätzliche Fangvolumen von 293.929 Tonnen und damit eben 831 Mio. Dollar jährlich bringen.

Die möglichen Effekte ähnlicher Aufräumarbeiten in anderen Arten von Fischereigebieten haben die Wissenschaftler noch nicht quantifiziert. Doch gehen sie davon aus, dass wohl auch in anderen Fischfanggebieten die zusätzlichen Fangerlöse die Kosten von Bergearbeiten für verwaistes Equipment bei weitem übertreffen würden.

 

Quelle: pressetext.redaktion
Artikelbild: © David Wingate – shutterstock.com



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