Räterichsbodensee wird entleert

01.02.2016 |  Von  |  News
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Räterichsbodensee wird entleert
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Die KWO wird Anfang Februar den Räterichsbodensee am Grimselpass und das darunterliegende hydraulische Stollensystem entleeren. Hauptgrund für die Seeentleerung ist der Einbau einer neuen Drosselklappe beim Betriebseinlauf des Räterichsbodensees.

Der Seeentleerung vorangegangen ist eine detaillierte Planung. Nebst der Projektplanung zu den Ausbauvorhaben war insbesondere das Team der KWO-Ökologen gefordert. Denn mit der Seeentleerung und dem damit verbundenen Austrag von Sedimenten wird die Aare getrübt. Damit dadurch möglichst keine Fische beeinträchtigt werden, hat die KWO vorgängig umfangreiche Massnahmen ausgeführt.

So wurden von der KWO-Fachstelle Ökologie in enger Zusammenarbeit mit dem Fischereiinspektorat die Hasliaare zwischen dem Kraftwerk Handeck und dem Räterichsbodensee ausgefischt. Ab dem Kraftwerk Handeck erfolgt während der Seeentleerung die Zugabe von klarem Wasser. Mit einem Fischzaun wurden die grossen Seeforellen beim Laichaufstieg in Innertkirchen von der Hasliaare ins Urbachwasser umgeleitet. In Zusammenarbeit mit dem Fischereiverein Oberhasli verstärkte man den Laichfischfang. So konnten rund  70‘000 Seeforelleneier gewonnen werden. Diese verbleiben über den Winter in der Brutanstalt Meiringen und werden im Frühjahr als junge Fische in der Hasliaare ausgesetzt.

Sobald der Räterichsbodensee entleert ist, beginnt für das KWO-Team eine arbeitsintensive Zeit. Hauptarbeit ist der Einbau einer neuen Drosselklappe mit einem Durchmesser von 2.70 m beim Betriebseinlauf des Räterichsbodensees.


Die neue Drosselklappe mit Durchmesser 2.70 m steht im Kraftwerk Handeck 1 zum Einbau bereit.

Die neue Drosselklappe mit Durchmesser 2.70 m steht im Kraftwerk Handeck 1 zum Einbau bereit.


Im entleerten System werden dann die Verbindungselemente zwischen altem und neu gebautem Triebwassersystem geöffnet. Es folgen zahlreiche Unterhaltsarbeiten, die während des Kraftwerksbetriebs nicht durchgeführt werden können. Bis Mitte März werden die Arbeiten abgeschlossen sein. Der Räterichsbodensee und das darunterliegenden Stollensystem kann wieder mit Wasser gefüllt werden und die Kraftwerke gehen in Betrieb.

Während der Seeentleerung stellt die KWO mit ihren beiden Kraftwerken im Gadmental und mit dem Pumpspeicherwerk Grimsel 2 zwischen Grimsel- und Oberaarsee die Stromproduktion und Netzregelung sicher.

Mit seinen 25 Millionen Kubikmeter Wasser Nutzinhalt ist der Räterichsbodensee der drittgrösste Speichersee der KWO. Von hier fliesst das Wasser in Zulauf- und Druckstollen in die Kraftwerke Handeck und Innertkichen.



Mit der aktuellen Seeentleerung kommen die Arbeiten zur Erweiterung der Kraftwerksanlagen Innertkirchen 1 und Handeck 2 in die Endphase. Die Inbetriebnahme der zwei neuen Kraftwerke ist für Mitte 2016 geplant. Mit den zusätzlichen Kraftwerken erhöht die KWO ihre Leistung um 280 Megawatt. Die Investitionssumme beträgt rund 305 Millionen.

 

Artikel von: KWO, Kraftwerke Oberhasli AG
Artikelbilder: © KWO

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