ZEPPELIN-Studie zur Frühförderung: Bilanz und Ausblick

11.02.2016 |  Von  |  News
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Seit einigen Jahren ist „Frühförderung“ in aller Munde. Mit präventiven Massnahmen soll dafür gesorgt werden, dass sich die Bildungschancen von Kindern aus belasteten Familien erhöhen. Viele Massnahmen kommen jedoch zu spät, sind zu wenig intensiv, dauern nicht lange genug oder erreichen die Zielgruppe nicht.

Dieses Problem hat die Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik im Jahr 2011 mit der Interventionsstudie ZEPPELIN in Angriff genommen. Speziell geschulte Mütterberaterinnen unterstützen seitdem 130 Familien in sozial belasteten Zürcher Gemeinden während der ersten drei Jahre ihrer Elternschaft. Nun haben Partner und die Hochschule Bilanz gezogen und einen Ausblick gegeben.

Opfikon erste Zürcher Gemeinde mit „PAT – Mit Eltern Lernen“

Opfikon ist die erste Gemeinde im Kanton Zürich, welche das Förderprogramm „PAT – Mit Eltern Lernen“ ins Regelsystem der Kinder- und Familienhilfe einführt. Die aus der ZEPPELIN-Studie entstandene Beratungs- und Elternbildungsstelle „zeppelin-familien startklar“ mit Standort in der Stadt Zürich bietet dieses Frühförderprogramm auf dem freien Markt an.

Gemeinden im Kanton Zürich können auf Basis einer Leistungsvereinbarung ihre Familien mit psychosozialen Belastungen und Kindern von 0 bis 3 Jahren mit „PAT – Mit Eltern Lernen“ präventiv und niederschwellig fördern und unterstützen. So kann die Gemeinde früh darauf hinarbeiten, dass alle Kinder, egal welcher Herkunft, gute Startchancen für ihren Schul- und Bildungsweg haben, ihr Potential voll entfalten können und einen produktiven Platz in der Gesellschaft finden. Die Fachstelle arbeitet mit qualifizierten Fachkräften, die zusätzlich als PAT-Elterntrainerin zertifiziert sind.

Das Amt für Jugend und Berufsberatung der Bildungsdirektion des Kantons Zürich (AJB), die Stiftung Mercator Schweiz, die Paul Schiller Stiftung, die Jacobs Foundation, die UBS Optimus Foundation sowie der Bund mit dem Nationalen Programm zur Prävention und gegen Armut beteiligen sich an der Aufbaufinanzierung oder leisten eine Teilsubvention an den Familienplätzen.

Die verbleibenden Kosten werden von den Gemeinden sowie von der Fachstelle für Integrationsfragen der Direktion der Justiz und des Innern getragen. Die Forschung wird in Form von Nachuntersuchungen im Langzeitverlauf weitergeführt. Auch die Intervention wird weitergeführt, mit neuen Familien und unter einer neuen Trägerschaft.

Resultate des Forschungsprojektes ZEPPELIN

Unter den an ZEPPELIN beteiligten Familien zeigen sich deutliche, positive Effekte vor allem in drei Bereichen: Die kindliche Entwicklung verläuft insbesondere bezüglich Sprache und Verhalten besser. Die Erziehungskompetenz der Eltern ist höher, z. B. ist der Anregungsgehalt im häuslichen Umfeld mehr ausgeprägt. Die ZEPPELIN-Familien sind im sozialen Raum besser vernetzt, erleben mehr Partizipation und gesellschaftliche Teilhabe, dies zeigt sich z. B. an dem Besuch von Deutschkursen.

Die Ziele der interdisziplinären Früherkennung von Kindern, die aus psychosozialen Gründen in ihrer Entwicklung gefährdet sind und die intensive und fallbezogene Frühe Förderung dieser Kinder, um ihre Bildungschancen langfristig zu erhöhen sind erreicht.

Partner und Finanzierung

Praxispartner der ZEPPELIN-Studie ist das Amt für Jugend und Berufsberatung der Bildungsdirektion des Kantons Zürich (AJB). Die Finanzierung der Intervention erfolgte durch das AJB, das Bundesamt für Migration, die Jacobs Foundation, die Stiftung Mercator Schweiz, die Ernst Göhner Stiftung, die Paul Schiller Stiftung und die Vontobel-Stiftung. Die Forschung wird vom Schweizerischen Nationalfonds finanziert. ZEPPELIN steht unter dem Patronat der Schweizerischen UNESCO-Kommission.

 

Artikel von: HfH – Hochschule für Heilpädagogik
Artikelbild: Auch die Geschwister nehmen am Hausbesuch teil. (© obs/HfH – Hochschule für Heilpädagogik/Tobias Kubli)



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