Elefantenrüsselfische: Sag’s mit Strom

24.02.2016 |  Von  |  News, Tierwelt
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Im Vivarium des Zoo Basel ist das Aquarium Nr. 14 neu eingerichtet worden. Zu sehen ist nun unter anderem eine Gruppe von Elefantenrüsselfischen.

Elefantenrüsselfische haben die Fähigkeit entwickelt, sich mithilfe von Elektrizität zu orientieren und zu kommunizieren. Ihr Rüssel in Form einer auffälligen Verlängerung des Unterkiefers ist ihnen dabei behilflich.

Empfang von Signalen via Rüssel

Elefantenrüsselfische sind sogenannt aktiv schwach-elektrische Fische. Sie produzieren mit einem speziellen Organ am Schwanzansatz elektrische Impulse, die ein dreidimensionales Feld um den Fischkörper herum aufbauen.


Elefantenrüsselfische sind sogenannt aktiv schwach-elektrische Fische.

Elefantenrüsselfische sind sogenannt aktiv schwach-elektrische Fische.


Objekte, Artgenossen oder Beutetiere, die in die Nähe kommen, besitzen eine andere Leitfähigkeit als das Umgebungswasser und „verbiegen“ das elektrische Feld. Der Rüsselfisch kann diese sehr feinen Feldveränderungen mit Sinnesorganen wahrnehmen, die sich in grosser Menge – es sind mehr als 2000! – auf seiner ganzen Körperoberfläche befinden. Besonders sensibel ist das sogenannte Schnauzenorgan, eine rüsselförmige Verlängerung des Unterkiefers. Mit ihm untersucht der Fisch seine Umgebung nach Fressbarem, es vollführt dabei rhythmische seitliche Suchbewegungen.

Elektrisch rüsselt sich’s besser

Die Verarbeitung der Signale ist sehr aufwändig und bedingt eine grosse Hirnleistung. Diese wird vom Kleinhirn erbracht, das vergleichsweise riesig ist und sich wie ein Helm über das kleinere Grosshirn ausdehnt. Das Verhältnis zwischen dem Volumen des Kleinhirns und des Körpers ist bei Elefantenrüsselfischen sogar grösser als beim Menschen!

Kein Wunder, denn die Elektroorgane werden nicht nur zur Ortung von Beute eingesetzt. Die kleinen, rund 20 Zentimeter langen Fische leben oft in grösseren Gruppen zusammen und quasseln mit einem vielfältigen Vokabular auf „elektrisch“ miteinander.



Elefantenrüsselfische leben in den Flüssen Zentral- und West-Afrikas. Sie gehören in die artenreiche Familie der Nilhechte, kommen jedoch im Nil selbst gar nicht vor! Ihre Heimatgewässer in Kamerun, Tschad, Kongo, Nigeria und Sambia sind meist recht trübe, und die Sicht unter Wasser beschränkt sich auf wenige Zentimeter.

 

Artikel von: Zoo Basel
Artikelbilder: © Zoo Basel



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