Social Media: Demenz-Treffpunkt für Betroffene bekommt enorme Resonanz

27.02.2016 |  Von  |  Gesellschaft, Gesundheit
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Social Media: Demenz-Treffpunkt für Betroffene bekommt enorme Resonanz
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Demenz Zürich bietet Hilfe zur Selbsthilfe. Und vernetzt Erkrankte, Angehörige und Fachpersonen. Seit zwei Monaten online, ist die Plattform bereits zum bedeutendsten Treffpunkt für Betroffene in den Sozialen Medien avanciert.

Über 100’000 Personen leiden in der Schweiz an Demenz. Belastend ist die Krankheit nicht nur für die Direktbetroffenen, sondern genauso für Familienmitglieder, Freunde sowie Betreuungs- und Pflegepersonal. „Ganz nach dem Motto ‘Betroffene für Betroffene’ steht bei uns klar der Erfahrungsaustausch im Zentrum“, sagt Daniel Wagner, Initiator von Demenz Zürich. „Informationswebsites, auf denen Experten zu Wort kommen, gibt es schon genügend.“

Zeitgemässer Austausch im Netz

Demenz Zürich wartet nicht mit Patentrezepten auf, sondern erzählt Geschichten von Menschen. Es kommen Betroffene zu Wort, die ihre Erfahrungen ungefiltert schildern und damit den Dialog anstossen. „Jeder soll selber entscheiden, ob ihm die Erlebnisse des anderen in seiner persönlichen Situation dienlich sind oder nicht“, erklärt Daniel Wagner, dessen Vater zwölf Jahre lang an Alzheimer erkrankt war. „Wir wollen in erster Linie Gefühle transportieren, Wege aufzeigen, vielleicht auch mal Trost spenden. Und das auf einfache, direkte und zeitgemässe Art und Weise – also im Internet.“

Dreh- und Angelpunkt von Demenz Zürich ist die Website www.demenzzuerich.ch mit Videostatements von Betroffenen, praktischen Tipps, Links zu Organisationen und Institutionen sowie Gruppen, Treffs und Veranstaltungen rund um Demenz und Alzheimer. Auf Facebook wird eine Seite gepflegt, der schon 700 Menschen folgen, angegliedert ist eine geschlossene Gruppe für den persönlichen Austausch. „Der enorme Zuspruch zeigt, wie wichtig solch eine zeitgemäss aufgebaute Plattform ist und wie dankbar Betroffene für den dadurch ermöglichten Austausch sind“, betont Daniel Wagner. Demenz sei offensichtlich ein Thema, das sich mit all seinen Facetten sehr gut für die Sozialen Medien eigne: „Drei Viertel aller Zugriffe erfolgen bereits via Smartphone oder Tablet.“



Neue Städte, Convention – und Abbau von Hemmschwellen

Demenz Zürich wurde vom Verein Freunde Alterszentrum Doldertal initiiert und ist unabhängig. Die Finanzierung erfolgt über Beiträge von Stiftungen und Spenden von Privatpersonen. Bereits ist die Integration von weiteren Schweizer Städten ein Thema. „Von den auf Demenz Zürich geteilten Erfahrungen profitieren logischerweise auch Menschen, die nicht in Zürich wohnen“, sagt Wagner. Die klare lokale Situierung ermögliche es Teilnehmenden indes, Gleichgesinnte in der Nachbarschaft zu finden und sich Tipps in nächster Umgebung zu liefern.

Und Daniel Wagner denkt schon weiter: „Wenn die digitale Plattform bereits auf ein so grosses Interesse stösst, warum sollte das nicht auch real funktionieren? Zum Bespiel bei einer Demenz-Convention: eine inspirierende, lebendige und lehrreiche Zusammenkunft von Menschen, die ihre Erfahrungen rund um Alzheimer und Co. mit anderen teilen.“ So liessen sich praktische Themen vertiefen – beispielsweise demenzgerechtes Kochen – und zugleich die nach wie vor bestehenden Hemmschwellen abbauen.

 

Artikel von: Verein Freunde Alterszentrum Doldertal c/o Kampagnons
Artikelbild: Demenz Zürich vernetzt Erkrankte, Angehörige und Fachpersonen. (© obs/Demenz Zürich)

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