Syrien: Humanitäre Hilfe dringend verbessern

15.04.2016 |  Von  |  News
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Die Situation für die syrische Bevölkerung ist dramatisch. Angesicht dessen muss die humanitäre Hilfe in Syrien verbessert werden und darf nicht zum Spielball politischer Interessen werden. Dazu rufen mehr als 20 in Syrien engagierte Hilfsorganisationen, darunter Caritas Schweiz, die internationale Staatengemeinschaft auf.

Auch die Schweiz muss in diesem Prozess ihre Verantwortung wahrnehmen.

In Genf findet zurzeit eine neue Runde der Friedensgespräche zu Syrien statt. Die Verhandlungen sind ins Stocken geraten, eine rasche Lösung ist nicht in Aussicht. Zugleich wird der enorme Bedarf an humanitärer Hilfe in Syrien immer dringlicher. Nach wie vor sind 13,5 Millionen Menschen auf Nothilfe angewiesen. In den vergangenen zwei Monaten hat die von der Internationalen Syrien-Kontaktgruppe gegründete Humanitäre Taskforce die Hilfe intensiviert.


Syrische Flüchtlinge im Libanon (Bild: © Sam Tarling, Caritas Schweiz)

Syrische Flüchtlinge im Libanon (Bild: © Sam Tarling, Caritas Schweiz)


An den Verhandlungen über den Zugang zu schwer erreichbaren Gebieten hat sich auch die Schweiz über den trilateralen Dialog mit Syrien und dem Iran beteiligt. Dabei gab es Erfolge zu verzeichnen: 30 Konvois mit Hilfsgütern haben eingeschlossene und belagerte Ortschaften in Syrien erreicht. Damit erhielten über 450 000 Menschen dringend nötige Überlebenshilfe.

„Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber es ist bei weitem nicht genügend. Der syrische Konflikt zählt zu den schlimmsten Katastrophen der Gegenwart. Er ist auch Ausdruck davon, dass die internationale Gemeinschaft im Bemühen versagt hat, den brutalen Zyklus von Gewalt und Gegengewalt zu durchbrechen“, schreiben die 23 Hilfsorganisationen in ihrem Appell.

Es gilt nun zu verhindern, dass es in Syrien zusätzlich zu einem humanitären Versagen komme. Dieinternationale Gemeinschaft muss sich dringend dafür einsetzen, das Leiden von Millionen von Menschen zu lindern.


Syrische Familie in Jordanien (Bild: © Alexandra Wey)

Syrische Familie in Jordanien (Bild: © Alexandra Wey)


Die Hilfsorganisationen formulieren vier Hauptforderungen, die bei den weiteren Verhandlungen über den Zugang der humanitären Hilfe für die notleidende Bevölkerung zu berücksichtigen sind:

  • Die Hilfe für die syrische Bevölkerung darf sich nicht auf gelegentliche Lieferung von Nahrungsmitteln beschränken. Es braucht Massnahmen, welche  das Überleben der Bevölkerung längerfristig. Dazu zählen Aktivitäten im Bereich von sauberem Wasser, Hygiene, Gesundheit sowie die Förderung des eigenen Anbaus von Nahrungsmitteln.
  • Zukünftige Hilfskonvois müssen effizienter werden. Es braucht auch eine bessere Kontrolle darüber, ob die Hilfe wirklich ankommt.
  • Die Hilfe muss auf der Abklärung der wirklichen und  elementaren Bedürfnisse der Menschen basieren und darf nicht als Spielball politischer Verhandlungen eingesetzt werden.
  • Auch lokale humanitäre Organisationen müssen bei den Verhandlungen über die humanitäre Hilfe einbezogen werden. Dies darf nicht allein den UNO-Hilfswerken vorbehalten sein.
  • Der Appell richtet sich an die die Internationale Syrien-Kontaktgruppe, der 23 Länder angehören, sowie an die von ihr gebildete Humanitäre Taskforce. Caritas Schweiz ruft die Schweizer Regierung dazu auf, sich mit allem Nachdruck dafür einzusetzen, dass der Zugang zur notleidenden syrischen Bevölkerung verbessert wird.

 

Artikel von: Caritas Schweiz / Caritas Suisse
Artikelbild: © Alexandra Wey, Caritas Schweiz

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