Forscher kommen Hungergefühl auf die Spur

06.05.2016 |  Von  |  Gesundheit, Konsum
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Wissenschaftlern ist es gelungen, die molekularen Ursachen für das Hungergefühl aufzudecken. Vor allem bei übergewichtigen Personen steht das Hungergefühl mit einem nachteiligen Vorgang der synaptischen Plastizität des Gehirns im Zusammenhang.

Zu diesem Resultat kommen Forscher des Istituto di Chimica Biomolecolare und des ebenfalls zum Nationalen Forschungsrat CNR gehörenden Istituto di Biochimica delle Proteine.

Endocannabinoide fördern Appetit

„Wenn wir Hunger verspüren, bildet sich das als Hungerbremse wirkende Leptinhormon zurück“, erklärt Projektleiter Vincenzo Di Marzo. Gleichzeitig nimmt das im Hypothalamus vorhandene Endocannabinoid 2-AG zu. Diese Hirnregion fungiert unter anderem als Appetitregulator und produziert dazu das auch für das Wachsein verantwortliche Neuropeptidhormon Orexin-A.

Die Endocannabinoide sind winzige Moleküle, die die gleichen Membran-Rezeptoren wie das Tetrahydrocannabinol (THC) benutzen. Schon seit Längerem bekannt ist die Tatsache, dass die vor allem in Hanfgewächsen vorkommende Endocannabinoide den Appetit fördern. Neu hingegen ist die Erkenntnis, dass das Orexin-A ein starker Induktor zur Synthese von 2-AG ist, der wiederum den Rezeptor CB1 aktiviert und damit die Produktion des ebenfalls als Hungerbremse wirkenden Melanotropins MSH ausschaltet.

Pharmakologische Behandlung von Fettsucht

Bei Übergewichtigen löst dies eine vom Gehirn nicht mehr kontrollierbare Hungerspirale und infolgedessen auch Gewichtszunahme aus. „Unsere Schlussfolgerungen gehen dahin, dass die Rezeptoren des Orexin-A als ideale Zielscheibe für eine pharmakologische Behandlung von Fettsucht genutzt werden können“, so Di Marzo. Ausserdem könnten die Ergebnisse einen Beitrag zu den Zusammenhängen zwischen Schlafentzug und Gewichtszunahme leisten.

 

Artikel von: pressetext.redaktion
Artikelbild: © Evgeny Atamanenko – shutterstock.com



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