Was ist dran an der Sonntags-Depression?

24.05.2016 |  Von  |  Gesellschaft
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Was ist dran an der Sonntags-Depression?
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„Easy like a Sunday morning“: So hiess es im Song des US-amerikanischen Soulsängers Lionel Richie. Doch gerade der letzte Tag der Woche kann für viele zu einem Alptraum werden: Allein beim Gedanken an die neue Arbeitswoche kommt bei manchen Zeitgenossen ein flaues Gefühl und Unwohlsein auf.

Der so genannte Sunday Night Blues bezeichnet die übersteigerte Nervosität vor dem ersten Tag der kommenden Woche. Aber handelt es sich dabei wirklich um eine neue Form der Depression?

Hilfe, es wird Montag!

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation sind Depressionen und psychische Störungen eine der häufigsten Ursachen für Krankheit und Arbeitsunfähigkeit. Deutsche und schwedische Forscher haben herausgefunden, dass das Stimmungsbarometer an Sonntagen so tief liegt wie an keinem anderen Wochentag.

Spätestens am Nachmittag sorgt der sog. Sunday Night Blues für negative Gedanken: In einer Umfrage bezeichneten 47 % der Befragten ihr Wohlbefinden an einem Sonntagabend als „sehr schlecht“, fast ein Fünftel der Teilnehmer (18 %) fühle sich „schlecht“, während es rund 13 % nur „mittelmässig“ geht.

Besonders anfällig für den Sunday Night Blues sind die Amerikaner. „Ich denke, keiner von uns hört gerne, dass das Wochenende vorbei ist“, erklärt Mary Ellen Slayter, eine der Initiatoren der Umfrage. „Montage sind in der Regel besonders anstrengend: Zahlreiche E-Mails beantworten, Telefonate führen und die Planung über die gesamte Woche übernehmen – all das führen wir mit dem Gedanken aus, dass vor uns noch fünf Arbeitstage liegen“, so Slayter. Negative Emotionen sind da schon vorprogrammiert.

Depression oder Blues?

Doch handelt es sich bei dem Sunday Night Blues tatsächlich um eine echte Depression oder „lediglich“ einen Zustand akuter Lustlosigkeit? Fakt ist: Zu den Leitsymptomen einer Depression zählen eine gedrückte, niedergeschlagene Stimmung, Interessenverlust sowie die Fähigkeit, sich zu freuen. Hinzu treten neben Freud- und Antriebslosigkeit auch eine schnellere Ermüdbarkeit mit länger anhaltenden Regenerationsphasen, Angst, Anspannung, Schlaf- und Appetitlosigkeit sowie eine verminderte Libido.

Für eine Diagnosestellung müssen diese Symptome mindestens zwei Wochen lang fortwährend andauern. Manchmal vergehen bis zu der Diagnose mehrere Jahre. Tatsächlich ist es aber schwer, eine echte Depression von einer periodischen depressiven Verstimmung zu unterscheiden. Zudem sind oft fordernde Aufgaben oder Meetings und Präsentationen der Anlass für die negative Stimmung beim Sunday Night Blues. Experten sehen ihn als eine Entwicklung unserer Zeit.

Während die Anforderungen im Berufsleben zunehmend steigen, kommen viele Menschen auch an den Wochenenden nicht zur Ruhe. Schon am Sonntag quälen sie die Gedanken, wie sie ihr Arbeitspensum bewältigen können.



Guter Start in die Woche

Doch der Montagmorgen markiert nicht notwendigerweise den Beginn einer anstrengenden Arbeitswoche, so Experten. Tatsächlich hängt alles von einer positiven Einstellung und der richtigen Planung ab. Um dem Sunday Night Blues zu entkommen, sollten sich Betroffene ein Konzept für den bevorstehenden Montag überlegen – und auch das Wochenende in die Planung mit einschliessen.

Denn dieses sollte die Möglichkeit bieten, nicht nur körperlich, sondern auch geistig zur Ruhe zu kommen. Schlaf, Entspannung und die Zeit für Freizeitaktivitäten sollte man sich deshalb gut einteilen. So ist es sinnvoll, schon am Freitag nach Feierabend das Mobiltelefon auszuschalten und am Esstisch nicht über geschäftliche Angelegenheiten zu sprechen, sondern sich auf Dinge konzentrieren, die man gerne macht.

Psychologen raten dazu, diesen Tag wie jeden anderen zu sehen, ohne Vorurteile, denn oft sind sie die Ursache für Nervosität und Stress.

 

Artikel von: medicalpress.de
Artikelbild: © eldar nurkovic – Shutterstock.com

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