Aufklärung über Zwangsheirat

08.06.2016 |  Von  |  Gesellschaft
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Aufklärung über Zwangsheirat
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Zwangsheirat ist auch im Kanton Luzern eine Realität. Jährlich sind Dutzende junger Menschen hiervon betroffen. Die Sommerferien sind in diesem Zusammenhang eine besonders heikle Zeit: Dann reisen viele Familien mit Migrationshintergrund in ihre Herkunftsländer. Die Fachstelle Koordination Gewaltprävention macht daher mit einer Informationsbroschüre auf das Thema aufmerksam.

Zwangsheiraten sind in der Schweiz verboten und unter Strafe gestellt. Dennoch werden Jahr für Jahr junge Frauen, gelegentlich auch Männer, gegen ihren Willen verheiratet. Die Sommerferien sind in diesem Zusammenhang eine besonders heikle Zeit: Dann reisen viele Familien mit Migrationshintergrund in ihre Herkunftsländer und es kann dazu kommen, dass dort Heiraten angebahnt oder gleich beschlossen werden.

Auch im Kanton Luzern sind jährlich einige Dutzend Jugendliche und junge Erwachsene unmittelbar betroffen. Aktuelle Zahlen liegen nicht vor, im Rahmen des Bundesprogramms zur Bekämpfung von Zwangsheiraten läuft aber gegenwärtig ein schweizweites Monitoring. Erfahrungen von Fachstellen deuten darauf hin, dass die Zahlen seit der letzten Erhebung 2009 tendenziell steigen.

Aus diesem Grund hat die Fachstelle Koordination Gewaltprävention in diesen Tagen die Informationsbroschüre „Wer entscheidet, wen du heiratest?“ versandt. Adressaten sind in erster Linie die Schulen der Oberstufe, die Berufsschulen, die Schulsozialarbeit sowie die Jugendtreffs und die Beratungsstellen im Kanton Luzern. Diese Anlaufstellen kommen erfahrungsgemäss am ehesten mit potenziell Betroffenen in Kontakt und können die Broschüren in ihrer täglichen Arbeit einsetzen.

Zwei Informationsflyer in je fünf Fremdsprachen

Seit dem 1. Juli 2013 ist in der Schweiz das Bundesgesetz über Massnahmen gegen Zwangsheirat in Kraft. Unter Zwang geschlossene Ehen werden ausdrücklich unter Strafe gestellt und von Amtes wegen verfolgt. Zudem werden Eheschliessungen mit Minderjährigen auch bei Ausländerinnen und Ausländern nicht mehr toleriert, selbst wenn sie den Gesetzen des Heimatstaates entsprechen. Dies sind zentrale Botschaften der Informationsbroschüre, die in zwei Versionen mit je fünf Fremdsprachen und in Deutsch verfasst ist. Weiter vermittelt der Flyer Informationen zu Beratungsstellen sowie -angeboten und gibt Tipps zum Verhalten.

Flyer (Version Deutsch/Albanisch/Englisch/Serbisch/Tamilisch/Türkisch)
Flyer (Version Deutsch/Arabisch/Französisch/Kroatisch/Tigrinya/Somali)
Weitere Informationen: www.gewaltpraevention.lu.ch

 

Artikel von: Staatskanzlei Luzern
Artikelbild: © Fer Gregory – Shutterstock.com



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