EVP: Kein Zwang zur Suizidbeihilfe

12.07.2016 |  Von  |  News
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Die Evangelische Volkspartei (EVP) in der Schweiz setzt sich dafür ein, dass Spitäler und Pflegeheime frei wählen dürfen, ob sie Hilfe zum assistierten Suizid anbieten oder nicht. Damit unterstützt die Partei einen kürzlichen Beschluss des Grossen Rates im Kanton Basel-Stadt. Der hatte eine Motion abgelehnt, die die Verpflichtung zur Suizidbeihilfe forderte. Ferner ist die EVP generell gegen eine Ausweitung der Suizidbeihilfe.

Die Partei argumentiert, Experten würden darauf hinweisen, dass Suizidbeihilfe unter Umständen Druck auf Kranke und Schwache erzeuge und aus finanziellen Erwägungen heraus zwischen lebenswertem und unnützem Leben unterschieden werden könnte. Angehörige könnten ausserdem durch einen Suizid traumatisiert werden.

An die Regeln halten

Die FMH – die Standesorganisation der Schweizer Fachärzte – habe deshalb für ihre Mitglieder sehr enge Regeln zur Suizidbeihilfe erlassen. Diese ist nur erlaubt, wenn Patienten zurechnungsfähig sind und an einer tödlichen Krankheit im Endstadium leiden. Manche Suizidbeihilfe-Organisationen würden diese Regeln umgehen und auch Menschen, welche an Depressionen oder einer chronischen Krankheit leiden, zum Suizid verhelfen.

Suizidbeihilfe geschehe glücklicherweise nur selten – und das solle so bleiben. Es seien die Angehörigen und die Mitarbeitenden in Spitälern, Pflegeheimen und in der Spitex, welche die kranken und leidenden Menschen Tag für Tag pflegen und bis zum letzten Tag begleiten. So praktizierten sie „Sterbehilfe“ im besten Sinne. Im Rahmen der Palliative Care und Schmerzlinderung geschehe in Zusammenarbeit mit Patienten und Angehörigen auch passive Sterbehilfe.

Keine Verpflichtung für Spitäler

Das Felix-Platter-Spital in Basel sei ein ausgezeichnetes Kompetenzzentrum in diesem Bereich. Die EVP unterstütze die Haltung der Verantwortlichen dieses Spitals, wenn sie ihren Ärztenachwuchs nicht zu Gutachten verpflichten wollen, welche unweigerlich zum Tod führen und möglicherweise auch die Standesregeln der FMH verletzen. Falls gefordert, solle diese freiwillig und von erfahrenen Ärzten gemacht werden. Dabei könnten auch lebensbejahende Alternativen aufgezeigt werden.

Die EVP stellt sich gegen eine Ausweitung der Suizidbeihilfen und verlangt von den Verantwortlichen der FMH, dass sie das Einhalten ihrer eigenen Regeln durchsetzt und Zuwiderhandlungen sanktioniert.

 

Artikel von: EVP
Artikelbild: Symbolbild (© Photographee.eu – shutterstock.com)



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