Computersystem lernt emotionale Intelligenz

13.07.2016 |  Von  |  News
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Wissenschaftler der National Nuclear University (MEPhI) haben den „Virtual Actor“ entwickelt. Es ist das erste Programm, das Emotionen nicht nur lesen, sondern auch zum Ausdruck bringen kann. Das System verfügt über eine narrative und emotionale Intelligenz.

Die Forscher berichten, dass der Virtual Actor sowohl die Umgebung versteht als auch den Zusammenhang unterschiedlicher Ereignisse.

Verständnis zwischen Mensch und Maschine

„Ein Computer, der Emotionen simulieren soll, kann zwar leicht auf bestimmte Emotions-Trigger programmiert werden, er müsste aber auch auf so etwas wie Werte und Glaubenssätze programmiert sein, damit er Erlebnisse in deren Bedeutung erfassen kann. Denn letztendlich reagieren wir mit unseren Emotionen nicht auf die tatsächliche Aussenwelt, sondern auf unsere meist unbewusste Interpretation davon“, erklärt Dirk Eilert, Leiter der Eilert-Akademie für emotionale Intelligenz.

Bereits in eineinhalb Jahren wird das emotionale System Künstlicher Intelligenz zur Realität. Laut Alexei Samsonovich, Professor des Cybernetics Department an der MEPhI, versucht man die Prinzipien der natürlichen Intelligenz, auf denen das menschliche Gehirn basiert, auf einen Computer zu übertragen. Den Forschern geht es in erster Linie um ein gegenseitiges Verständnis zwischen Mensch und Maschine.


Virtual Actor: Computer lernt emotionale Intelligenz. (Bild: © agsandrew - shutterstock.com)

Virtual Actor: Computer lernt emotionale Intelligenz. (Bild: © agsandrew – shutterstock.com)


Interaktion mit Menschen

Das Ziel der Forscher bestand darin, einen virtuellen Akteur zu erschaffen, der in Form eines Computerspiels auftritt. Der Virtual Actor interagiert mit Menschen, indem er Figuren auf einem Display kontrolliert. Dadurch wird eine soziale Interaktion geschaffen, die auf menschlichen, von Emotionen getragenen Handlungen basiert. Der Fortschritt ist hierbei nicht auf Programmierung oder maschinelles Lernen zurückzuführen, da das System in gleicher Weise wie eine denkende Person lernt. Es muss in der Lage sein, sich Ziele zu setzen, diese zu erreichen sowie Fragen zu stellen und aktiv nach Antworten zu suchen.

„Selbst, wenn all dies erlern- beziehungsweise programmierbar wäre, treten in der menschlichen Natur Emotionen häufig gemischt auf. Das heisst, Freude mischt sich zum Beispiel mit Trauer. Wir nennen diesen Zustand im Alltag Wehmut“, führt Eilert aus. Emotionen auf eine konkrete Anzahl an zu reduzieren und einem Computer nur diese beizubringen, spiegle nicht die natürliche menschliche Erfahrung wider. „Solange die Wissenschaft noch nicht endgültig geklärt hat, was Emotionen überhaupt sind, kann kein Computer dieser Welt emotionale Fähigkeiten in ihrer Gänze und Fülle simulieren“, sagt der Experte abschliessend.

 

Artikel von: Pressetext-Redaktion
Artikelbild: © wavebreakmedia – shutterstock.com



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