Brutvogelatlas 2013-2016 kurz vor dem Abschluss  

14.07.2016 |  Von  |  Natur, News
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Seit 2013 durchsuchen freiwillige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Vogelwarte Sempach, jeweils im Frühling und Sommer, die Schweiz und Liechtenstein nach Brutvögeln. Die Feldarbeit für den neuen Brutvogelatlas wird gegen Ende August fertig sein.

Mehr als 3000 Vogelkundler haben in vier Jahren 215 Brutvogelarten gefunden und dabei zu Fuss über 400‘000 km zurückgelegt. Anhand dieser Entdeckung können sie eine aktuelle Gesamtschau zur Lage der Vogelwelt und damit auch zum Zustand ihrer Lebensräume geben.

Das grösste vogelkundliche Feldprojekt, das je in der Schweiz begonnen worden ist, nähert sich seinem Abschluss, denn in wenigen Wochen endet die vierte und letzte Feldsaison für den neuen Brutvogelatlas der Schweiz und des Fürstentums Liechtenstein.

Um die Frage zu beantworten, welche Vogelarten, wo und in welcher Anzahl brüten, haben die Freiwilligen der Schweizerischen Vogelwarte Sempach zwischen 2013 und 2016 das ganze Land durchsucht, total 215 Brutvogelarten gefunden und auf den Begehungen zu Fuss eine Gesamtstrecke von mehr als 400’000 km bewältigt.

Diese wertvollen Daten dienen der Vogelwarte dazu, den derzeitigen Zustand und die neuesten Entwicklungen in der einheimischen Vogelwelt aufzuzeigen. Sie liefern auch die Basis für die zukünftigen Prioritäten beim Vogelschutz.


Braunkehlchen

Braunkehlchen


„Anhand der neuesten Daten lässt sich die aktuelle Situation der verschiedenen Arten mit jener der Fünfziger-, Siebziger- und Neunzigerjahre vergleichen. Daraus können wir ableiten, wo und für welche Arten eine Förderung am dringlichsten ist.“ betont Peter Knaus, Koordinator des Atlasprojektes, und ergänzt: „Einige Arten, wie etwa die Mönchsgrasmücke, zeigen eine Ausbreitungstendenz in höhere Lagen. Dies könnte eine Folge der Klimaerwärmung sein.“

Andere Trends sind beunruhigender. So sind wegen der intensivierten Landwirtschaft in den Tal- und mittleren Lagen einige früher häufige Arten des offenen Kulturlandes selten geworden.

Die festgestellten Trends bei den Beständen und bei der Verteilung der Brutvögel erlauben auch Hinweise auf landschaftliche Veränderungen. Vögel sind also wichtige Indikatoren für den Zustand der gesamten Biodiversität. Der neue Brutvogelatlas ist deshalb auch eine unverzichtbare Grundlage für den Naturschutz in der Schweiz.

 

Artikel von: vogelwarte.ch
Artikelbilder: © Marcel Burkhardt



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