Weisse Zirkuslöwen – mehr Elend als Glanz

10.08.2016 |  Von  |  News, Tierwelt
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Am heutigen Mittwoch, dem 10. August, ist Welt-Löwen-Tag. Dieses Erinnerungs-Datum nehmen die die Tierschutzorganisationen VIER PFOTEN, PROTIER und die Stiftung für das Tier gemeinsam zum Anlass, auf die Problematik rund um weisse Löwen aufmerksam. Sie betrifft auch die Schweiz direkt, denn derzeit sind einige dieser Tiere mit einem Schweizer Zirkus unterwegs. Der Zirkus Royal wirbt für die diesjährige Tournee mit seinen „preisgekrönten weissen Löwen“.

Die Löwen mögen zwar schön aussehen und auch majestätisch wirken. Zirkusbesucher sind sicher fasziniert. Tatsache ist jedoch, dass weisse Löwen keineswegs magisch sind. Es handelt sich weder um Albinos noch um eine eigene, seltene Spezies. Sie gehören der gleichen Art an wie normalfarbige Löwen und kommen in der freien Natur nur äusserst selten vor.

Die Ursache für ihre Weissfärbung ist ein mutiertes Gen, welches gemeinsam mit anderen unnatürlichen Eigenschaften auftritt. Die weissen Löwen haben in freier Wildbahn Nachteile, wodurch sie sehr selten sind; weisse Jungtiere werden zum Beispiel öfters von Feinden getötet und das Anschleichen an Beute gestaltet sich schwierig, da sie für andere Tiere leicht zu erkennen sind.

Zucht wegen Sensationsgier

In vielen Zirkussen wird die Farbmutation bewusst gezüchtet, um neue Publikumsmagnete zu produzieren. Gerade weil solche Tiere selten sind, werden für die Zucht häufig miteinander verwandte Tiere verpaart, damit wird Inzucht in Kauf genommen. Als Folge solcher Verpaarungen leiden weisse Nachkommen häufig unter Fehl- oder Missbildungen und organischen Schäden. „Eine künstliche Zucht von weissen Löwen ist sowohl aus Tierschutz- als auch aus Artenschutzsicht abzulehnen“, so Lucia Oeschger, Kampagnenleiterin von VIER PFOTEN Schweiz.

Kein Artenschutz

Häufig wird behauptet, dass Wildtiere im Zirkus gezüchtet werden müssen, weil sie in der Natur immer seltener werden. Es stimmt, dass weltweit viele Tierarten bedroht sind. Der Zirkus kann zum Artenschutz jedoch keinen Beitrag leisten: Die Tiere im Zirkus sind nicht das Ergebnis eines wissenschaftlich überwachten Artenschutzprogrammes. Zirkustiere kann man zudem nicht mehr auswildern, denn durch den engen Kontakt mit dem Menschen und die unnatürlichen Haltungsbedingungen hätten sie keine Chance, zu überleben und zur Erhaltung ihrer Art beizutragen.

Gegen Wildtiere im Zirkus

Schon 19 europäische Länder haben das Mitführen von Wildtieren in Zirkussen stark eingeschränkt oder verboten. Die Schweiz hinkt deutlich hinterher. Die Tierschutzorganisationen VIER PFOTEN, PROTIER und Stiftung für das Tier im Recht sammeln deshalb im Rahmen einer Petition Unterschriften für ein gesetzlich verankertes Wildtierverbot in Schweizer Zirkussen. Bisher konnten rund 8‘500 Unterschriften gesammelt werden.

 

Artikel von: Stiftung Vier Pfoten Schweiz / ProTier – Stiftung für Tierschutz und Ethik / Stiftung für das Tier im Recht (TIR)
Artikelbild: Ein weisser Löwe auf einer südafrikanischen Zuchtfarm (© VIER PFOTEN | Mihai Vasile)



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