Tierquälerei in Albanien: „Bier-Bären“ und “Selfie-Bären“

18.08.2016 |  Von  |  Tierwelt
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VIER PFOTEN setzt sich für ein Ende der grausamen Bärenhaltung in Albanien ein: Dort leben derzeit rund 50 Braunbären unter schlimmsten Bedingungen. Neben Hotels; Restaurants oder am Strand werden sie zur Schau gestellt, um Touristen und Kunden anzulocken. VIER PFOTEN hat eine Petition gestartet, um das albanische Umweltministerium darin zu bestärken, die geltenden Rechtsvorschriften strenger durchzusetzen und die grausame Bärenhaltung zu beenden.

Bären müssen in Albanien der Unterhaltung der Menschen dienen, doch sie selbst führen ein überaus trauriges Leben. VIER PFOTEN Experten haben mehrere Monate lang vor Ort recherchiert und viele Misshandlungs-Fälle dokumentiert. „Diese Bären leiden unter extrem schlechten Haltungsbedingungen”, erklärt Thomas Pietsch, Wildtierexperte bei VIER PFOTEN. „Viele von ihnen leben elendig und vernachlässigt auf blossem Betonboden in Käfigen, die nur einige wenige Quadratmeter umfassen. Die meisten leiden dadurch unter Verhaltensstörungen und haben offene Wunden. Manche stehen sogar kurz vor dem Hungertod.”

„Selfie-Bären“ und „Bier-Bären“

Ein trauriges Beispiel: Bier-Bär Tomi, der in einem winzigen Betonkäfig neben den Toiletten eines Restaurants gehalten wird. „Tomi zeigt starke Verhaltensstörungen. Er läuft beispielsweise ununterbrochen in seinem Käfig auf und ab und beisst sich selbst”, so Pietsch. „In seinem Käfig kann der Bär nicht einmal grundlegende natürliche Verhaltensweisen ausleben. Er kann sich weder richtig bewegen, noch nach Futter suchen, graben oder baden. Zu allem Übel haben wir auch noch beobachtet, wie der Besitzer Tomi Bier anstatt Wasser zu trinken gab.”

Ein weiteres Beispiel ist „Selfie-Bärin“ Jeta. In der sengenden Hitze Albaniens führt Jetas Besitzer sie an einer Kette, die an ihrer Nase befestigt ist, über Strände, durch Städte und touristische Hotspots. Ab und zu halten Leute an und bezahlen eine kleine Summe Geld, um mit der Bärin ein Selfie machen zu dürfen.



Petition für ein Ende der Grausamkeiten

Obwohl Braunbären in freier Wildbahn nach albanischem Gesetz und aufgrund internationaler Vereinbarungen geschützt sind, floriert der illegale Handel mit Bären in Albanien seit Jahren. VIER PFOTEN und das albanische Umweltministerium haben im letzten Frühjahr eine Vereinbarung unterschrieben, gemeinsam an einer nachhaltigen und tierschutzgerechten Lösung für diese Braunbären zu arbeiten.

Um eine solche sicherzustellen, bittet VIER PFOTEN darum, die zu diesem Zweck lancierte Petition zu unterzeichnen. Diese soll das Umweltministerium darin bestärken, die geltenden Rechtsvorschriften strenger durchzusetzen, um die wildlebenden Populationen zu schützen, und die grausame Bärenhaltung zu beenden.



Umgang mit Bären schadet auch Albanien als Reiseziel

Der Tourismussektor ist einer der wichtigsten Motoren der wirtschaftlichen Entwicklung Albaniens und die Regierung strebt an, das Land zu einem für Touristen aus westlichen Ländern attraktiven Reiseziel zu entwickeln. „Doch die grausame Haltung und Zurschaustellung von Braunbären neben Restaurants, Hotels, an Stränden oder kulturellen Orten läuft diesen Plänen zuwider. Berichte schockierter Touristen sind ein klarer Indikator, dass der weitverbreitete brutale Umgang mit Bären den guten Ruf Albaniens als aufstrebendes Urlaubsland gefährdet“, so Thomas Pietsch.



Hier geht es zur Petition: Europas traurigste Bären

 

Artikel von: VIER PFOTEN Schweiz
Bilder: © Vier Pfoten

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