Rote Karte dem Rentenbeschiss

22.08.2016 |  Von  |  News, Politik
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Es ist relativ selten, dass die Jugendorganisationen mehrerer Parteien mit unterschiedlicher, zum Teil gegensätzlicher Ausrichtung gemeinsam auftreten. Die AHV-Initiative der Gewerkschaften hat das zustande gebracht – aber sicher eher unfreiwillig, denn auf Zustimmung der Jungpolitiker können die Initiatoren nicht hoffen.

Jungfreisinnige, Junge SVP, Junge BDP, Junge CVP, Junge Grünliberale und Junge EVP kämpfen gemeinsamen gegen die AHV-Initiative, über die am 25. September 2016 abgestimmt werden soll. Das „Jugendkomitee für eine sichere Altersvorsorge“ zeigt dem – nach eigenen Worten – „Rentenbeschiss“ die rote Karte und wird sinnbildlich bei verschiedenen grossen Aktionen als Schiedsrichter verkleidet auf der Strasse dagegen antreten. Startschuss war Samstag, 20. August, auf dem Rathausplatz in Zürich. Der Abschluss wird am 17. September in Bellinzona und Lugano sein.

Initiative zu Lasten der jungen Generation

Die Jugendorganisationen begründen ihre Haltung wie folgt: „Wer bei der heutigen finanziellen Schieflage der Altersvorsorge eine 10%ige Erhöhung der Rente vorschlägt, verschliesst die Augen vor der Realität. Das jährliche Defizit der AHV wird im Jahr 2035 über CHF 12 Milliarden betragen. Die Umverteilung zu Lasten der jungen Generation gehört gestoppt. Reformen sind überfällig.

Ein Ausbau der AHV nach dem Giesskannenprinzip hilft niemandem. Im Falle von ergänzungsleistungsberechtigten Rentnern wird die steigende AHV-Rente von sinkenden Ergänzungsleistungen kompensiert. Damit nützt die Initiative vor allem den gut situierten Rentnern, führt aber gleichzeitig zu einem milliardenschweren Schuldenberg. Eine Rechnung, deren Begleichung den nachfolgenden Generationen aufgebürdet wird. Das ist unfair, unsolidarisch und nicht nachhaltig.“

Stimmbeteiligung junger Schweizer wichtig

Weiter meinen die Jungpolitiker: „Die finanzielle Schieflage gefährdet den langfristigen Erhalt der Altersvorsorge. Damit betrifft die Vorlage die jungen Bürgerinnen und Bürger in einem besonderen Mass. Bei derartig wichtigen Themen ist es wichtig, dass die Jugend, die am längsten mit den getroffenen Entscheidungen leben muss, abstimmt.

Das breit abgestützte Jugendkomitee setzt darum alles daran, um die Jugend für den Urnengang zu mobilisieren. Neben der wichtigen Strassenarbeit setzen sie aufgrund der knappen Mittel insbesondere auf eine starke Präsenz in den sozialen Medien. Es geht um die Mitgestaltung der Zukunft. Eine Annahme der Initiative würde den Druck auf die Sozialwerke weiter erhöhen und unsere Zukunftsaussichten verschlechtern.“

 

Artikel von: Jungfreisinnige Schweiz
Artikelbild: © Jungfreisinnige Schweiz

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