Privatkredite – Achten Sie auf Stolpersteine!

26.08.2016 |  Von  |  News
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Trotz vergleichsweise günstiger Zinslage und bereitwilligen Angebots – Privatkredite sind in der Schweiz im Vergleich zu anderen Ländern immer noch relativ unbeliebt. Der Bundesrat hat jetzt den Maximalzinssatz für Privatkredite sogar nochmals gesenkt. Vielleicht bekommt dadurch die Kreditaufnahme einen Schub.

Trotzdem sollte man sich den Kredit gut überlegen. Vielfach werden immer wieder die gleichen Fehler gemacht, die dann später zu bösen Überraschungen führen. Wir stellen Ihnen hier fünf typische Stolpersteine bei der Kreditaufnahme vor und sagen Ihnen, worauf Sie achten sollten.

1. Schaufensterpreise sind keine realen Preise

Die tiefen Zinsen, mit denen einzelne Kreditanbieter werben, werden oft als Lockvogelangebote missbraucht. Die meisten Banken machen Werbung mit Zinsen, die nur die allerwenigsten Kunden auch wirklich zugesprochen bekommen. Von den besten Zinskonditionen profitieren nur Kreditnehmer mit der höchsten Bonität. Je riskanter die Kreditvergabe für das Kreditinstitut, desto höher fällt der Zins aus.

2. Negativer ZEK-Eintrag beeinträchtigt Kredit-Chancen

Da die Kosten für Privatkredite relativ hoch sein können, ist es sinnvoll, die Konditionen der Anbieter zu vergleichen. Das Sparpotenzial kann durchaus beträchtlich sein. Wichtig ist vor allem, die eigene Bonität und Tragbarkeit richtig einzuschätzen, bevor ein Kreditgesuch gestellt wird.

Denn alle Kreditgesuche werden der Zentralstelle für Kreditinformation (ZEK) gemeldet. Kreditablehnungen im Zuge der Bonitätsprüfung bleiben zwei Jahre gespeichert und sind für jede Bank einsehbar. Wer einmal abgelehnt wurde, hat es deutlich schwieriger, einen niedrigen Zins zu realisieren bzw. überhaupt einen Kredit zu erhalten. Übereilte Kreditanträge ohne Vorabklärungen sind daher zu vermeiden.

3. Mit der Laufzeit die Belastung steuern

Der Zentralstelle für Kreditinformation werden auch verspätete Zahlungen der Schuldzinsen gemeldet. Ein Eintrag bei der ZEK hat einen negativen Einfluss auf die Kreditwürdigkeit und kann künftige Kreditaufnahmen einschränken oder unmöglich machen. Zusätzlich werden bei Zahlungsverzug Verzugszinsen fällig, die den Kredit weiter verteuern.

Da Privatkredite jederzeit vorzeitig abgelöst bzw. zurückgezahlt werden können, sollte die Laufzeit des Kredits nicht zu knapp bemessen werden. Der Kredit wird dadurch entgegen der landläufigen Meinung nicht unbedingt teurer. Grund dafür ist, dass die noch fälligen Zinszahlungen bei vorzeitiger Rückzahlung entfallen. Mit einer langen Laufzeit ist der Kreditnehmer auf der sicheren Seite und läuft weniger Gefahr, den Kreditzins nicht bedienen zu können.

4. Kreditausfallversicherungen sind oft Mogelpackungen

Kreditinstitute legen ihren Kunden meist nahe, eine Kreditausfallversicherung abzuschliessen. Diese soll den Kreditnehmer davor bewahren, den Schuldzins aufgrund unvorhergesehener Ereignisse wie Krankheit oder Arbeitslosigkeit nicht mehr bedienen zu können. An sich keine schlechte Idee. Allerdings lauern auch hier Gefahren.

Vor dem Abschluss der Kreditausfallversicherung ist unbedingt zu prüfen, ob man diese wirklich braucht und ob sie im individuellen Fall überhaupt das Risiko tragen würde. Denn einerseits werden mit Versicherungen dieser Art zusätzliche Gebühren fällig. Andererseits sehen sie häufig Wartefristen vor, die beim Kreditnehmer trotz Versicherung zu einem finanziellen Engpass führen können. In gewissen Fällen können die Schuldzinsen trotz Kreditausfallversicherung nicht gedeckt werden.

5. Vorsicht vor unseriösen Anbietern

Die Senkung des Maximalzinssatzes für Privatkredite führt dazu, dass die Banken ihre Bonitäts-Anforderungen verschärfen und damit Kunden mit ungünstigem Risikoprofil, die bisher Kredite bekommen haben, aus dem Markt ausschliessen. Dies betrifft insbesondere Alleinerziehende, Alimentenbezüger, Rentner oder Ausländer mit befristeter Aufenthaltsbewilligung. Sie sind oft das Ziel unseriöser Anbieter.

Um sich vor unliebsamen Überraschungen zu schützen, sollten Sie die Finger von Anbietern lassen, die bereits vor der Kreditvergabe Gebühren verlangen. Das Konsumkreditgesetz (KKG) verbietet dies nämlich. Ein weiteres Zeichen, dass der Anbieter nicht seriös arbeitet, ist die Vergabe von Sofortkrediten. Das Gesetz schreibt eine 14-tägige Wartefrist bis zur Auszahlung vor. Damit möchte der Gesetzgeber eine übereilte Kreditaufnahme verhindern. Auch Anbieter, die Kredite trotz negativem ZEK-Eintrag und Betreibung gewähren, lassen sich meist den schwarzen Schafen zuordnen.

Ein Privatkredit ist grundsätzlich eine interessante Möglichkeit der Finanzierung und erlaubt, nicht geplante Anschaffungen zu tätigen oder finanzielle Engpässe zu überbrücken. Sie sollten die wichtigsten Stolpersteine bei der Kreditaufnahme aber im Hinterkopf behalten, wenn Sie sich für einen Privatkredit entscheiden.

 

Artikel von: comparis.ch
Artikelbild: © luchunyu – shutterstock.com



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