Sklaven-Spiel in US-Grundschule provoziert Shitstorm

31.08.2016 |  Von  |  News
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Facebook-Nutzer gehen auf die Barrikaden, weil Grundschüler der Cheatham Hill Elementary School im US-Bundesstaat Georgia ein Würfelspiel bekamen, in dem sie als Sklaven ihr eigenes Schicksal durch die Augenzahlen bestimmen mussten.

Eine afroamerikanische Grossmutter machte ihrem Ärger Luft und entfachte damit ein Schmähgewitter gegen die Bildungsstätte.

„Zurück zur Plantage gehen“

Für das Spiel bekamen die Schüler jeweils ein beschriftetes Papier, auf dem vom Lehrer Nummern verschiedenen Aktionen zugeordnet worden waren. Dann war es die Aufgabe der Schüler zu würfeln und somit ihr Schicksal festzustellen. Niedergeschriebene Aktionen waren etwa „in den Wald rennen“ oder „zurück zur Plantage gehen“.

Delores Bunch-Keemer, Grossmutter der einzigen afroamerikanischen Schülerin in der betroffenen Klasse, meldete sich via Social Media zu Wort. „Meine Enkelin hat gewürfelt und bekam das Schicksal, etwas zu Essen zu finden, Schutz zu suchen und dann von einem bösen Mann aufgefunden zu werden, der sie zurück zur Plantage sendet und schlägt, weil sie die Arbeit nicht mag“, so die Grossmutter via Facebook.

Vergleich zur Holocaust-Variante gezogen

Die Grossmutter fühlt sich und ihre Enkelin persönlich angegriffen. Kurz nachdem das fragwürdige Spiel via Facebook an die Öffentlichkeit drang, entbrannte ein Shitstorm gegen den Lehrer und die Schule. „Hätten wir ein Holocaust-Spiel und Schüler, die würfeln, um herauszufinden, ob sie in einer Gaskammer landen, wäre das doch auch falsch“, merkt Bunch-Keemer an. Der Lehrer reagierte auf die Anschuldigungen und meinte dazu lediglich, dass sie das Spiel schon 2015 gespielt habe und damals keine Probleme aufgetreten waren.

Weil auch die Cheatham Hill Elementary School ins Kreuzfeuer der Facebook-User gekommen war, sah sich der übergeordnete Cobb County School District dazu gezwungen, auch selbst ein Statement abzugeben. „Wir waren uns über diese Aktivitäten nicht bewusst. Die kritisierte Übung ist kein genehmigter Bestandteil des Lehrplans. Die Schulleitung wird gegen den Lehrer angemessene, personelle Massnahmen ergreifen“, verdeutlicht der Cobb County School District in seiner abschliessenden Reaktion.

 

Artikel von: pressetext.redaktion
Artikelbild: © Everett Historical – shutterstock.com (Symbolbild)

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