Extrem: 44’000 Blitzeinschläge in der Schweiz in den Sommermonaten

05.09.2016 |  Von  |  Natur, News
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Der Blitz-Informationsdienst von Siemens (BLIDS) hat in der Schweiz vom 1. Juni bis 31. August 2016 rund 44 000 Erdblitze registriert, am häufigsten in Besazio. Die Ortschaft im Kanton Tessin verzeichnete in diesem Sommer 14,99 Blitze pro km2.

Der Ort mit den meisten Blitzeinschlägen in der Deutschschweiz ist Schwende im Kanton Appenzell-Innerrhoden mit 11,29 Blitzen pro km2.

Der Blitz-Informationsdienst von Siemens nutzt rund 155 verbundene Messstationen in Europa und betreut das Messnetz in der Schweiz, Deutschland, Grossbritannien, Polen, Benelux, Tschechien, der Slowakei und Ungarn. Am meisten Blitzeinschläge gab es in diesem Sommer in der Tessiner  Ortschaft Besazio, wo das BLIDS-System 14,99 Einschläge pro km2 registrierte, gefolgt von Carabietta, ebenfalls im Tessin, mit 13,45 Blitzen pro km2. Blitzreichste Ortschaft in der Deutschschweiz ist Schwende im Kanton Appenzell-Innerrhoden mit 11,29 Blitzen pro km2.

Betrachtet man die absoluten Zahlen dieses Sommers verzeichnete der Kanton Graubünden mit 10 532 Erdblitzen mit Abstand am meisten Einschläge, gefolgt vom Tessin (7247) und dem Kanton Bern (4833).

Flächendeckendes Messsystem

«Aus den Daten der Messstationen können wir auf bis zu 100 Meter genau ermitteln, wo gerade ein Blitz eingeschlagen hat», erklärt Stephan Thern, Leiter des Blitz-Informationsdienstes. «Wenige Sekunden nach einem Blitzschlag stehen die Informationen bereits an den Anwender-Terminals zur Verfügung. Um Mensch und Maschine vor Gewittern zu schützen, werden die registrierten Blitze sofort analysiert und umgehend Warnhinweise an unsere Gewitteralarm-Kunden gesendet.»

Genutzt wird BLIDS unter anderem von Wetterdiensten, Versicherungen sowie Industrie- und Elektrizitätsunternehmen. Die Informationen sind zum Beispiel für Betreiber von Überlandleitungen relevant. So können diese, wenn eine Leitung ausfällt, schnell klären, ob ein Blitz oder ein umgestürzter Baum für den Stromausfall verantwortlich ist. «Falls wir den Blitzeinschlag bestätigen, kann die Leitung schnell wieder ans Netz genommen werden. Bei einem Baum dauert es natürlich länger», so Thern.

Blitze sind der Grund für viele Schäden an elektrischen Geräten. Ob Fernseher, Waschmaschine oder Satellitenempfänger – die meist hochempfindliche Elektronik kann selbst dann beschädigt werden, wenn der Blitz in grösserer Entfernung einschlägt. Genau vorhersagen lassen sich Blitze nicht. «Man kann nur sehen, dass sich die Blitze-Aktivität beziehungsweise eine Gewitterfront aktuell mit einer bestimmten Geschwindigkeit in eine bestimmte Richtung bewegt. Aber eine Garantie, dass das Gewitter auch auf diesem Kurs bleibt, gibt es nicht. Da müssen wir kontinuierlich beobachten», so Thern.


(Bild: © Siemens Schweiz AG)

(Bild: © Siemens Schweiz AG)


So funktioniert das BLIDS-System

Jeder Blitz sendet ein elektromagnetisches Signal respektive elektromagnetische Wellen aus. Diese Informationen werden mit Antennen registriert und in der BLIDS-Zentrale von Siemens in Karlsruhe analysiert. Die Antennen sind so aufgebaut, dass sie erkennen können aus welcher Richtung das Signal kommt. In Kombination mit den Informationen weiterer Antennen ist es möglich, den Einschlagspunkt zu bestimmen. Zudem kann der Verlauf eines Gewitters lückenlos dargestellt werden.

 

Artikel von: Siemens Schweiz AG
Artikelbild: © Marcel Baumgartner – shutterstock.com

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