Schweizer Bauernverband gegen AHVplus-Initiative

07.09.2016 |  Von  |  News
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Aufgrund des fehlenden Finanzierungsschlüssels und der entstehenden Mehrkosten spricht sich der Schweizer Bauernverband gegen die Initiative AHVplus aus. Der Verband tritt für eine sichere und nachhaltige Finanzierung der AHV ein. Eine zehnprozentige AHV-Erhöhung hätte eine deutliche Beitragsmehrbelastung zur Folge.

Wer rechnet, stärkt die AHV!“. So titeln die Initianten der AHVplus-Initiative und suggerieren gleichzeitig, die Erhöhung der AHV-Renten um zehn Prozent sei ein Klacks und quasi zum Nulltarif zu haben! Im Falle einer Annahme der Initiative würde sich eine AHV-Altersrente für alleinstehende Personen um maximal 235 Franken monatlich erhöhen, diejenigen eines Ehepaares sogar um maximal 350 Franken pro Monat.

Kann das Vorhaben finanziert werden?

Natürlich würden sich auch die Bauernfamilien über zehn Prozent mehr Rente freuen. Jedoch stellt man sich schnell die Frage, ob dieses Vorhaben überhaupt finanzierbar ist. Die finanziellen Lasten wären nämlich immens! Die Rentenerhöhung um zehn Prozentpunkte verursacht ab 2018 jährliche Mehrkosten von 4,1 bis 5,5 Milliarden Franken.

Der jährliche Fehlbetrag würde bei unveränderter Finanzierungslage bis ins Jahr 2030 aufgrund steigender Lebenserwartung und des Übertritts der „Babyboom“-Generation ins Rentenalter auf gegen 13 Milli-arden Franken anwachsen. Die demografische Realität ist eine Tatsache, welche die Initianten gerne schönfärben.

So arbeiteten 2007 3,7 Erwerbstätige für einen Rentner, 2035 werden es noch etwa 2,1 Erwerbstätige pro Rentner sein! Zudem werden wir immer älter. Darüber dürfen wir uns sicher alle freuen, jedoch hat dies auch zur Folge, dass man länger AHV bezieht. So betrug 1981 die durchschnittliche Restlebenserwartung der 65-jährigen Männer rund 14 Jahre und der 65-jährigen Frauen rund 18 Jahre. Bereits im 2015 kletterte die Lebenserwartung um vier bzw. fünf Jahre nach oben – mit steigender Tendenz.

Der Initiativtext beinhaltet keinen Finanzierungsschlüssel. Wo soll dann das Geld herkommen? Am ehesten müssten wohl die Mehrausgaben über Lohnprozente der Arbeitnehmenden und Arbeitgebenden und von Gesetzes wegen durch die Beteiligung des Bundes finanziert werden.

Im Falle einer Annahme heisst das also, dass die Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträge zusammen um rund ein Prozent angehoben werden müssen und der Bund mit erheblichen Mehrausgaben konfrontiert wäre. Hinzu kommt, dass die finanzielle Situation der Betroffenen mit tiefen Einkommen, die ja eigentlich im Hauptfokus der Initiative stehen, nicht zwingend verbessert würde. Denn bei dieser Bevölkerungsgruppe würden sich wohl in erster Linie die heutigen Ergänzungsleistungen reduzieren.


Schweizer Bauernverband gegen AHVplus-Initiative (Bild: © QDS Media)

Schweizer Bauernverband gegen AHVplus-Initiative (Bild: © QDS Media)


Sicherer und nachhaltige AHV-Finanzierung gefordert

Der Schweizer Bauernverband (SBV) tritt für eine starke AHV ein. Stark bedeutet für ihn aber auch, dass sie sicher und nachhaltig finanziert ist. Zehn Prozent mehr AHV bedeutet für die Erwerbstätigen höhere Lohnabzüge und somit weniger Einkommen. Auch die angespannten Bundesfinanzen blieben von der Mehrbelastung nicht verschont, was wiederum weiteren Druck auf die Höhe der Direktzahlungen erzeugen wird.

Zurzeit wird intensiv über die Reform der Altersvorsorge 2020 beraten. Hier gilt es die Interessen der Bauernfamilien einzubringen und für eine starke, aber eben auch finanzierbare, AHV einzustehen. Ein Ja zur AHVplus-Initiative greift diesem Prozess vor und gefährdet die finanzielle und nachhaltige Sicherung unseres bewährten Rentensystems. Aus diesem Grund spricht sich der SBV gegen die AHVplus-Initiative aus.

 

Artikel von: Schweizer Bauernverband
Artikelbild: © oticki – shutterstock.com



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