Tod durch Ablenkung

20.09.2016 |  Von  |  Gesellschaft, News, Prävention
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Es ist so bequem, während der Fahrt eine kurze Nachricht zu schreiben, schnell das Navi zu programmieren oder den Musiksender zu verstellen. Oder? Viele Menschen haben diesen vermeintlichen Komfort bitter bezahlen müssen, manche sogar mit dem Tod.

So kam es allein im Jahr 2015 in der Schweiz zu 940 Schwerverletzten und 57 Getöteten. Alle diese Unfälle geschahen infolge von Unaufmerksamkeit und Ablenkung im Strassenverkehr.

Das betrifft nicht nur Fahrzeuglenker, sondern auch Fussgänger. Die bfu lanciert deshalb ein Kommunikationspaket für Unternehmen.

Smartphones und andere elektronische Geräte sind im Strassenverkehr ständig präsent. Sie tragen dazu bei, dass Autofahrer und Fussgänger schneller abgelenkt werden und sich nicht mehr auf den Verkehr konzentrieren können. Jede Tätigkeit am Steuer, die nicht auf den Verkehr ausgerichtet ist, erhöht indes das Unfallrisiko. Die meisten Fahrzeuglenkenden reagieren innerhalb von 2 Sekunden.

Ist der Fahrer kurz abgelenkt und braucht insgesamt 3 Sekunden, so legt er bei einem Tempo von 50 km/h fast die Strecke eines halben Fussballfelds zurück, bevor er zu bremsen beginnt. Beim Schreiben einer SMS beträgt die Reaktionszeit sogar 7 Sekunden. In dieser Zeit legt man auf der Autobahn über 200 Meter zurück, was der Länge von mehr als zwei Fussballfeldern entspricht.

Von Ablenkung betroffen sind nicht nur Fahrzeuglenkende, sondern auch Fussgänger. Studien belegen, dass Fussgänger, die ein Smartphone nutzen, langsamer gehen, ihr Umfeld weniger beachten, häufiger die Richtung wechseln und sich insgesamt weniger sicherheitsbewusst verhalten. Die bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung rät deshalb, jede Ablenkung im Strassenverkehr zu vermeiden.

Insbesondere Fahrzeuglenkende sollten während der Fahrt auf das Telefonieren verzichten. Auch mit Freisprecheinrichtungen lenken Telefonate ab. Ebenso sollten auf Autofahrten keine SMS gelesen und geschrieben werden. Empfehlenswert ist es auch, dass das Navigationsgerät vor der Fahrt programmiert und das Unterhaltungssystem im stillstehenden Fahrzeug aktiviert wird.

Gerade Angestellte in Unternehmen sind oft mit dem Fahrzeug unterwegs. Auf Arbeitswegen und Berufsfahrten ereignen sich im Schnitt mehr Unfälle wegen Unaufmerksamkeit und Ablenkung als bei Fahrten in der Freizeit. Um die Arbeitnehmenden für die Gefahren der Ablenkung am Steuer zu sensibilisieren, lanciert die bfu für Unternehmen ein Kommunikationspaket.

Die sogenannten SafetyKits beinhalten ein Plakat, einen Videospot, einen Flyer sowie eine Präsentation zur Sensibilisierung der Mitarbeitenden. Die Botschaft an die Arbeitnehmenden ist unmissverständlich: Lass dich nicht ablenken – Hände weg von Handy, Navi und Co.. Sie wird unterstrichen durch den auffälligen Verführer in Form eines Teufels. Das SafetyKit ist kostenlos erhältlich.



Es ist nicht die erste Kampagne, die die bfu zu diesem Thema umsetzt. Bereits 2015 machte sie zusammen mit der Polizei Lausanne mit dem Spot Zaubertrick mit dem Smartphone im Strassenverkehr auf die Ablenkung durch Smartphones bei Fussgängern aufmerksam, das sogenannte Texting while Walking. Der Spot verbreitete sich viral und wurde über 6 Millionen Mal angeschaut.

Empfehlungen für Autofahrer:

Vor der Fahrt:

  • Wer fährt, telefoniert nicht. Schalten Sie die Combox oder den Flugmodus ein.
  • Stellen Sie den Lieblingsradiosender ein, schliessen Sie den Musik-Player an oder legen Sie die CD ein und wählen Sie die Musik aus
  • Programmieren Sie das Navigationsgerät vor der Abfahrt.

Während der Fahrt:

  • Unterlassen Sie ablenkende Aktivitäten, richten Sie den Blick aufs Verkehrsgeschehen.
  • Auch mit Freisprecheinrichtung lenken Gespräche ab. Verzichten Sie deshalb besser darauf.
  • Nehmen Sie während der Fahrt keine Anrufe an. Erledigen Sie Telefonate nur in stillstehenden Fahrzeugen abseits der Fahrbahn.
  • Lesen oder schreiben Sie keine Textnachrichten.
  • Halten Sie an einem sicheren Ort, wenn Sie etwas erledigen müssen, das Sie ablenken könnte.
Ausführliche Informationen zu diesem Thema finden Sie unter www.medien.bfu.ch.

 

Artikel von: bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung
Artikelbild: © bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung



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