Gelenksschmerzen – Opioide und Abnehmen!

24.09.2016 |  Von  |  Gesundheit
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Was hilft am besten gegen Gelenkschmerzen? Gerade ältere Menschen sind häufig davon betroffen, eine Folge des Verschleisses und jahrelanger übermässiger Belastung.

Nicht immer ist die Behandlung solcher chronischen Schmerzen adäquat. Eine polnische Studie weist darauf hin, dass sich das in der Regel erst ändert, wenn die Patienten in entsprechend spezialisierte Schmerzentren überwiesen werden. Eine weitere Studie auf Schottland belegt, wie positiv sich Gewichtsreduktion auf Gelenkschmerzen auswirken kann.

Opioide statt Entzündungshemmer

„Vor dem Aufsuchen eines Schmerzzentrums erhalten die Patienten viel zu oft systemische nicht-steroidale Entzündungshemmer und zu selten Opioide. Dabei ist etwa das Opioid Buprenorphin bei älteren Patienten genauso sicher wie bei jüngeren“, sagt Studienautorin Dr. Magdalena Kocot-Kepska vom Collegium Medicum der Jagiellonen-Universität Krakau (Polen). Sie stellte die Studien-Ergebnisse bei einem Symposium der Europäischen Schmerzföderation EFIC in Dubrovnik vor.

Für die Studie wertete das Forschungsteam Daten von 165 Patienten über 80 Jahren aus, die wegen chronischer Beschwerden in eine Schmerzklinik eingewiesen wurden. 70 Prozent davon litten unter Schmerzen des Bewegungsapparats. Sechs von sieben Betroffenen waren Frauen. Vor der Zuweisung waren 71 Prozent mit nicht-steroidalen Entzündungshemmern (NSAR) behandelt worden – und das, obwohl fast alle (95 Prozent) unter Herz-Kreislauf-Erkrankungen litten und daher solche Analgetika nicht angezeigt sind.

In der Schmerzklinik erhielten 35 Prozent der Betroffenen starke Opioide, nur bei gut jedem fünften Patienten traten leichte Nebenwirkungen auf. „Es braucht noch viel Aufklärungsarbeit und klare Behandlungsrichtlinien. Die Vorbehalte gegen Opioide und der übermässige Einsatz von NSAR müssen stärker reflektiert werden“, fordert Dr. Kocot-Kepska. 

Abnehmen senkt den Schmerzlevel

Eine gezielte Verminderung des Körpergewichtes senkt den Schmerzlevel von Patienten, die an fortgeschrittener Arthrose (Osteoarthritis) leiden. Das zeigt eine schottische Studie, die ebenfalls beim EFIC-Symposium in Dubrovnik präsentiert wurde. Patienten mussten nach der Gewichtsreduktion nur mehr dreimal statt bisher viermal wöchentlich nicht-steroidale Entzündungshemmer einnehmen, um Durchbruchschmerzen zu bekämpfen, berichten die Autoren vom Golden Jubilee National Hospital in Glasgow.

Für diese Studie wurden 30 Personen (zwölf Männern, 18 Frauen) untersucht. 14 Wochen lang hielten die Studienteilnehmer Diät und schwammen jeden Tag 30 Minuten unter Aufsicht eines Physiotherapeuten. Dem Grossteil der durchschnittlich 95 Kilo schweren Teilnehmer gelang es, rund 6.7 Prozent Körpergewicht zu verlieren. Gleichzeitig ging das Schmerzlevel bei den Männern von 6 auf 4 Punkte auf der 10teiligen VAS-Schmerzskala und bei den Frauen von 7 auf 6 Punkte zurück. „Die Studie zeigt einmal mehr die Bedeutung von Lebensstil-Interventionen bei der Behandlung von Arthrose-Beschwerden“, betont Dr. Paul.

EFIC hat 2016 zum „Europäischen Jahr gegen Gelenksschmerzen“ erklärt. Ziel dieser Informationskampagne ist es, ein Gesundheitsproblem in den Mittelpunkt zu stellen, unter dem weltweit mehr als die Hälfte der Bevölkerung über 50 Jahren zu leiden hat. Vor diesem Hintergrund sind auf dem Symposium in Dubrovnik zahlreiche aktuelle Entwicklungen zum Verständnis und zur Behandlung von Gelenkschmerzen diskutiert worden.

 

Artikel von: Bettschart & Kofler Kommunikationsberatungs GesmbH
Artikelbild: Symbolbild © Andrey_Popov – shutterstock.com



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