SwissMediaForum von deutschem Ex-Kanzler eröffnet

24.09.2016 |  Von  |  News
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Das SwissMediaForum wurde von Gerhard Schröder, dem ehemaligen deutschen Bundeskanzler, eröffnet. Er plädierte in seiner Eröffnungsrede für mehr politische Kooperation angesichts Brexit, Währungskrise, Terror und Flüchtlingskrise.

„Die Europäische Integration war und wird ein Segen bleiben für Europa. Was Cameron getan hat, gehört in die Kategorie des grösstmöglichen Politversagens“, sagte er. Der britische Premierminister habe die Verantwortung für die Lösung des Problems von seiner Partei auf das Volk weggeschoben.

Trotz Schwierigkeiten kompromissfähig bleiben

Die Bewältigung der Flüchtlingskrise könne kein Land im Alleingang schaffen. „Das gelingt nur gemeinsam“, sagte Schröder. Dazu brauche es „einen europäischen Kompromiss“. Das könne weder Angela Merkels „Strategie der offenen Tür“ noch eine Abschottungspolitik eines Viktor Orbán oder gewisser Schweizer Politiker bedeuten. Europa müsse die Flüchtlingsströme „steuern und begrenzen“ und die legale Zuwanderung von qualifizierten Arbeitskräften aktiv gestalten.

Auch am Rand von Europa und der Europäischen Union möchte Schröder Kooperation statt Konfrontation. Es gelte, in die Beziehungen zur Türkei und zu Russland zu investieren. Diese seien vielleicht „verdammt schwierige Partner“, aber unabdingbar für die Lösung der gegenwärtigen Probleme.

„Die Zeiten der wertgebundenen Aussenpolitik sind vorbei“, sagte Schröder. Es sei die Zeit für Realismus und Pragmatismus. Die versammelten Medienvertreter rief Schröder dazu auf, die schwierigen Zeitläufte zu erklären und Feindbilder abzubauen.

Programm voller Höhepunkte

Den Abschluss des ersten Halbtags des SwissMediaForums wird Bundesrätin und UVEK-Vorsteherin Doris Leuthard machen. Am Freitagmorgen sind Break-Out-Sessions zum neuen Storytelling, zum investigativen Wissenschaftsjournalismus und zum Umgang der Medien mit den Protestparteien auf dem Programm. Den Abschluss macht der Chefredaktor des britischen „Guardian“, Alan Rusbridger mit einem Keynote-Speech.

Das SwissMediaForum wurde 2016 zum ersten Mal gemeinsam mit dem Kongress des Verbandes Schweizer Medien veranstaltet. Am Vormittag wählten die Verleger Pietro Supino, den Verwaltungsratspräsidenten von Tamedia, als Nachfolger von Hanspeter Lebrument zum neuen Präsidenten. Ausserdem wurde beschlossen, die Zahlungen an den Presserat wieder auszurichten und die Ausarbeitung eines Gesamtarbeitsvertrags für die Medienbranche anzugehen.

 

Artikel von: SwissMediaForum
Artikelbild: © Liubou Yasiukovich – shutterstock.com



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