Können Darmbakterien Körperfett vorhersagen?

28.09.2016 |  Von  |  Gesundheit
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Können Darmbakterien Körperfett vorhersagen?
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Viele verschiedene Darmbakterien = geringeres Risiko von Fettleibigkeit? So eindeutig lassen sich die Ergebnisse der Studie am King’s College London leider nicht zusammenfassen. Aber: Die Wissenschaftler fanden durchaus Hinweise, dass der Aufbau der Bakterien in menschlichen Fäkalien die Mengen an gefährlichem Fett im Körper beeinflusst.

Das Forscherteam um Michelle Beaumont analysierte Stuhlproben von mehr als 3000 Zwillingspaaren und fand Beweise, dass manche dieser Bakterien vererbt werden. Was in den Fäkalien eines Menschen enthalten ist, könnte daher, zumindest teilweise, erklären, wie Fettleibigkeit innerhalb von Familien weitergegeben wird.

Problem viszerales Fett

Die Forscher untersuchten das Mikrobiom des menschlichen Stuhlgangs, also die Bakterien von Fäkalien, und verglichen sie mit sechs verschiedenen Faktoren. Es wurde analysiert, ob der BMI oder die verschiedenen Arten des Körperfetts auf eine Fettleibigkeit hinweisen. Der stärkste Zusammenhang konnte dabei mit viszeralem Fett hergestellt werden. Teilnehmer mit einer Vielzahl verschiedener Bakterien in ihrem Stuhlgang verfügten über geringere Mengen dieser Fettart.

Dieses Körperfett gilt als problematisch, da es rund um wichtige Organe wie Leber, Bauchspeicheldrüse und Darm gespeichert wird und mit einem höheren Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes in Zusammenhang steht. Laut Beaumont gibt es trotz des klaren Zusammenhangs derzeit keine wissenschaftliche Erklärung für die Ursachen. Eine Theorie geht davon aus, dass der Mangel einer hohen Bakterienvielfalt zu einem Vorherrschen von Darmmikroben führt, die Kohlehydrate sehr gut in Fett umwandeln können.

Mikroben vererbbar?

Beaumont zufolge liefert eine beobachtende Studie keine genauen Erkenntnisse darüber, wie die Darmbakterien die Ablagerung von Fett im Körper beeinflussen oder ob bei der Gewichtszunahme ein ganz anderer Mechanismus zum Tragen kommt. Es sei genauer zu erforschen, wie die im Darm und im Stuhl vorhandenen Mikroben die Gesundheit eines Menschen beeinflussen. Es gäbe jedoch immer mehr Hinweise darauf, dass die Darmbakterien bei Fettleibigkeit eine Rolle spielen.

Bekannt ist, dass 50 Prozent des menschlichen Stuhls von Bakterien stammt, die aus dem Darm kommen. Beaumont nach könnte eine abwechselungsreiche Ernährung – ähnlich der frühen Jäger und Sammler – das Artenreichtum der Bakterien erhöhen. Ist die Theorie richtig, dass Mikroben von einer Generation an die nächste weitergegeben werden, könnten sie eine wichtige Rolle bei der Verteilung von Fett im Körper und den möglichen Gesundheitsrisiken spielen. Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin „Genome Biology“ veröffentlicht.

 

Artikel von: redaktion.pressetext
Artikelbild: © TLFurrer – istockphoto.com

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