FCB-Meisterfeier statt „Nacht des Glaubens“: Allmendverwaltung in der Kritik

11.10.2016 |  Von  |  Gesellschaft, News
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FCB-Meisterfeier statt „Nacht des Glaubens“: Allmendverwaltung in der Kritik
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Meisterfeier des FCB statt „Nacht des Glaubens 2017“: Etwa CHF 100.000 wurden aufgrund der Merkwürdigkeiten um die Bewilligungen auf der Allmend vergeblich ausgegeben. Die Bewilligungspraxis der Allmendverwaltung wird von Annemarie Pfeifer (EVP) in einer Appellation kritisch hinterfragt.

Das Festival für „Kunst und Kirche“ (Nacht des Glaubens) stiess vor drei Jahren auf sehr grosses Interesse: Rund 15.000 Besucherinnen und Besucher nahmen an den über 50 Einzelaktivitäten teil. Das Organisationskomitee hat deshalb schon vor zwei Jahren bei der Allmendverwaltung den Barfüsserplatz, den Münsterplatz und den Theaterplatz für die 2. „Nacht des Glaubens“ reserviert.

Allerdings erteilt die Allmendverwaltung eine Bewilligung nur im Sinne einer unverbindlichen Vorreservation. Weil das letzte Meisterschaftsspiel der Swiss Football League genau auf diesen Termin festgelegt wurde und man davon ausgeht, dass der FCB wieder Meister wird und seine Feier – wie immer – auf dem Barfüsserplatz durchführen will, bekommt er Vorrang. Die „Nacht des Glaubens“ kann deshalb in der geplanten Form nicht durchgeführt werden.

Stossend daran ist, dass die Veranstalter der „Nacht des Glaubens“ von den Behörden nicht auf diese Terminkollision aufmerksam gemacht worden sind, obwohl diese schon im Frühjahr bekannt war. Unterdessen sind namhafte Künstlerinnen und Künstler vertraglich verpflichtet worden, und die Organisatoren stehen vor finanziellen Verpflichtungen.

Auch andere Kulturveranstalter bemängeln die Bewilligungspraxis der Allmendverwaltung. Vertreter der kulturellen Eventszene reden von „unverbindlichen Vorreservierungen“ und von „intransparenter und komplizierter Handhabe der Bewilligungspraxis“. Es scheint, dass hier ein dringlicher Handlungsbedarf besteht.

In einer Interpellation hinterfragt daher Annemarie Pfeifer (EVP) kritisch die aktuelle Bewilligungspraxis der Allmendverwaltung. Wie ist es möglich, dass die Allmendverwaltung als sogenannter „One-Stop-Shop“ die Organisatoren der Nacht des Glaubens nicht über die Terminkollusion auf dem Barfüsserplatz informiert hat? Warum wird das offiziell gültige Prinzip „first comes first“ nicht nur im aktuellen Fall nicht immer eingehalten?

Es kann nicht angehen, dass Veranstalter auf solche möglichen Probleme nicht frühzeitig hingewiesen werden. Ein besseres Qualitätsmanagement zur Vermeidung solcher Fehler ist dringend notwendig.

So will Annemarie Pfeifer denn auch vom Regierungsrat wissen, ob er bereit ist, die von den Organisatoren bisher – in gutem Glauben (!) – eingegangenen finanziellen Verpflichtungen in der Höhe von gegen CHF 100.000,- zu ersetzen.

Und zu guter Letzt lässt sich fragen: Hat das Festival „Kultur und Kirche“ nicht auch eine ebenso nachhaltige positive Wirkung wie die x-te Meisterfeier nach bekanntem Muster?

 

Artikel von: EVP Basel-Stadt
Artikelbild: © Fabrik Bilder – Shutterstock.com



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