Schizophrenie im Brennpunkt

12.10.2016 |  Von  |  Gesundheit, News
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Mehr Ausbildung und ein offener Dialog über die Behandlungsmöglichkeiten von Schizophrenie sind vonnöten. Die fordert eine neue gesamteuropäische Studie im Auftrag von Janssen.

Am Welttag der psychischen Gesundheit gab Janssen die Ergebnisse eines gesamteuropäischen Forschungsprojekts bekannt: „Talking About Treatment in Schizophrenia: A Patient and Carer Survey“ [Schizophrenie-Behandlung im Gespräch: eine Umfrage für Patienten und Pfleger].

Die Umfrage unter 166 an Schizophrenie erkrankten Erwachsenen und 468 Pflegepersonen wurde vom unabhängigen Marktforschungsunternehmen Fieldwork International (Teil von Ipsos MORI) durchgeführt und befasste sich mit Bewusstsein, Empfindungen und Vorlieben im Hinblick auf die Behandlung.

Die Umfrage wurde in zwölf europäischen Ländern durchgeführt (Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Italien, Niederlande, Österreich, Russland, Schweden, Schweiz, Spanien und Vereinigtes Königreich) und beleuchtete wesentliche Faktoren, die sich auf die innere Ruhe der Pflegepersonen auswirken, wie zum Beispiel der Einfluss des Krankheitsbildes auf das Alltagsleben, potenzielle Rückfälle/Einweisungen und Hilfe über die Verabreichung von Medikamenten hinaus. 94 % gaben an, die von ihnen betreute Person an die Einnahme ihrer Medikamente zu erinnern, und 49 % sagten, dies sei häufig der Fall.

„Einen schizophrenen Menschen zu betreuen, wirkt sich stark auf das Leben der Pflegeperson aus“, so Miia Männikko, President of the European Federation of Families of People with Mental Illness (EUFAMI). „Die gewonnenen Erkenntnisse bestätigen die Ergebnisse unserer eigenen Umfrage unter dem Titel Caring for Carers, bei der sich zeigte, dass jede fünfte Pflegeperson so erschöpft ist, dass sie ihre Aufgaben kaum vernünftig erfüllen kann. Es ist ausserdem wichtig, dass Pflegepersonen über die verfügbaren Behandlungsmethoden aufgeklärt werden, damit sie fundierte Entscheidungen über einen individuell angepassten Behandlungsplan treffen können.“

Die Umfrage zeigt, dass die schizophrenen Erwachsenen sich bessere Behandlungsmethoden wünschen: Fast ein Viertel (23 %) ist mit der aktuellen Behandlung unzufrieden, 14 % sogar sehr unzufrieden. Dennoch hat mehr als ein Viertel (27 %) das Gefühl, nicht über sämtliche Behandlungsmöglichkeiten informiert worden zu sein, und ein Fünftel (21 %) hat vor Beginn der aktuellen Behandlung keinerlei alternative Behandlungsmethoden mit dem medizinischem Betreuer besprochen.

„Um das Risiko eines Rückfalls zu verringern, muss sichergestellt werden, dass die an Schizophrenie erkrankten Menschen die ihnen verschriebenen Medikamente auch wirklich einnehmen. Andernfalls kann ihr Leiden ihnen grosses Unwohlsein verursachen. Sie müssen aber auch das Gefühl haben, dass ihr persönlicher Behandlungsplan ihnen die Zügel in die Hand gibt“, so Hilkka Karkkainen, President of Global Alliance of Mental Illness Advocacy Networks (GAMIAN)-Europa. „Falls die Betroffenen eine bevorzugte Behandlungsmethode haben sollten, so empfehlen wir den medizinischen Betreuern dringendst, mit ihnen zusammenzuarbeiten und zu prüfen, ob diese eine passende Option darstellt, und sie gegebenenfalls in den Behandlungsplan zu integrieren.“

Die Behandlung ist ein wichtiger Aspekt für Menschen, die an Schizophrenie leiden, und ihre Pflegepersonen, und es gibt eine Reihe verschiedener Optionen – von einer täglichen oralen Einnahme bis hin zu Behandlungen mit Langzeitwirkung.

„Wir bei Janssen verstehen, dass die wirksamsten Behandlungslösungen sich aus einem offenen und fundierten Dialog zwischen medizinischen Betreuern, den Betroffenen und ihren Pflegepersonen ergeben“, so Jane Griffiths, Company Group Chairman, Janssen Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA). „Schizophrenie ist eine komplizierte Krankheit, die extreme Auswirkungen auf die erkrankten Menschen und ihre Pflegekräfte haben kann. Es ist wichtig, dass alle Beteiligten sich über die verfügbaren Optionen im Klaren sind. Die Behandlung sollte den individuellen Anforderungen der betroffenen Person angepasst werden, damit diese ein möglichst erfülltes Leben geniessen kann.“

Janssen hat eine lange Tradition in den Neurowissenschaften und hat sich zum Ziel gesetzt, das Leben von Menschen mit psychischen Erkrankungen zu verbessern. Vor mehr als 60 Jahren entwickelte Janssen eine der ersten Behandlungsmethoden für Schizophrenie und investiert auch heute darin, die Behandlungsoptionen auszubauen und die Bedürfnisse derer, die an schwerwiegenden seelischen Erkrankungen leiden, zu erfüllen.



Was ist Schizophrenie?

Schizophrenie ist eine komplexe und chronische Erkrankung des Gehirns, deren Symptome schwerwiegend sein und eine starke Beeinträchtigung darstellen können, die sich auf sämtliche Aspekte des Alltags der Betroffenen auswirkt. Sie betrifft Menschen aus allen Ländern, sozioökonomischen Gruppierungen und Kulturen. Sie tritt überall auf der Welt mit einer vergleichbaren Häufigkeit auf – fast einer von hundert Menschen entwickelt vor dem 60. Lebensjahr Schizophrenie, wobei Männer ein leicht erhöhtes Risiko aufweisen.[1],[2]

Schizophrenie hat keine isolierte Ursache. Man geht davon aus, dass eine Mischung verschiedener Faktoren zum Entstehen der Krankheit beiträgt. Dabei scheinen sowohl genetische Faktoren als auch Umwelteinflüsse eine Rolle zu spielen.[3] Symptome der Schizophrenie sind unter anderem Halluzinationen, Wahnvorstellungen, ein Mangel an emotionalen Reaktionen, sozialer Rückzug/Depressionen, Apathie sowie Antriebsmangel und Lustlosigkeit.[1]

Schizophrenie ist normalerweise eine lebenslange Erkrankung, es gibt jedoch Behandlungsmöglichkeiten, die Abhilfe schaffen. Klinische Ratgeber empfehlen eine optimale Behandlungskombination aus Psychopharmaka, Psychotherapie, psychischer Fortbildung und Selbsthilfe.[4] Eine effektive Behandlung kann es den Betroffenen ermöglichen, ein erfüllteres und ausgeglicheneres Leben zu führen und eventuell in ihren Beruf oder ihr Studium zurückzukehren, selbständig zu leben und soziale Kontakte zu pflegen, was wiederum zur weiteren Genesung beitragen kann.[4]

  1. American Psychiatric Association (APA). Practice guideline for the treatment of patients with schizophrenia. [Praxisrichtlinie für die Behandlung von Patienten mit Schizophrenie.] Zweite Ausgabe 2004;42. Abrufbar auf http://psychiatryonline.org/pb/assets/raw/sitewide/practice_guidelines/guidelines/schizophrenia.pdf (letzter Zugriff: Oktober 2016).
  2. Picchioni MM et al. Schizophrenia. [Schizophrenie.] BMJ 2007;335(7610):91-5.
  3. Lang U et al. Molecular mechanisms of schizophrenia. [Molekulare Mechanismen der Schizophrenie.] Cell Physiol Biochem 2007;20:687.
  4. National Institute for Health and Clinical Excellence: Psychosis and schizophrenia in adults: prevention and management; National Clinical Practice Guidelines Number CG178. Abrufbar auf https://www.nice.org.uk/guidance/cg178 (letzter Zugriff: Oktober 2016).

 

Artikel von: Janssen Pharmaceutica
Artikelbild: © Hong Li – istockphoto.com

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