Beseitigung von Armut – zwei Leitfäden geben Orientierung

17.10.2016 |  Von  |  Gesellschaft, News, Politik
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Heute, 17. Oktober, wird weltweit der Tag zur Beseitigung der Armut begangen. Armut ist nicht nur ein Problem von Entwicklungs- und Schwellenländern, sondern auch in den Industrieländern wie der Schweiz zu finden. Eine wichtige Massnahme bei der Armutsprävention stellt die Förderung und Begleitung Jugendlicher sowie ihrer Eltern bei der Berufswahl dar.

Aus diesem Grund hat das Nationale Programm gegen Armut zwei Leitfäden zur Stärkung der Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen aus armutsbetroffene Familien publiziert. Gleichzeitig findet in Bern ein Austauschtreffen mit den Verantwortlichen von rund 30 Pilotprojekten statt.

Bildung hilft Armut vorbeugen

Das Nationale Programm zur Prävention und Bekämpfung von Armut wird von Bund, Kantonen, Städten und Gemeinden sowie Sozialpartnern und Nicht-Regierungsorganisationen in den Jahren 2014 bis 2018 gemeinsam umgesetzt. Es legt einen Handlungsschwerpunkt bei der Stärkung der Bildungschancen von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen.

Mit Bildung können Armutsrisiken langfristig und nachhaltig verringert werden. Um die Bildungschancen zu erhöhen, braucht es Strategien und Massnahmen von der frühen Kindheit über die obligatorische Schulzeit bis zum Berufsabschluss. Die beiden veröffentlichten Leitfäden sollen eine Orientierungshilfe für die Praxis darstellen. Sie zeigen bewährte Ansätze auf und unterstützen Fachleute und Entscheidungsträger in der Auswahl und Umsetzung wirksamer Massnahmen.

Gegen „Vererbung“ von Armut an die nächste Generation

Die frühe Förderung gilt als zentrales Mittel zur Prävention von Armut. Kinder aus sozial benachteiligten Familien haben deutlich bessere Chancen auf einen guten Bildungs- und Berufsabschluss, wenn sie angemessen in ihrer Entwicklung gefördert und ihre Familien gezielt unterstützt werden. Darüber hinaus werden auch ihre Gesundheits- und Integrationschancen erhöht. Damit kann verhindert werden, dass Armut über die Generationen weitergegeben wird.

Der neue Leitfaden „Kriterien wirksamer Praxis in der frühen Förderung“, der im Rahmen des Nationalen Programms gegen Armut von der Hochschule Luzern und vom Institut für Elementar- und Schulpädagogik erarbeitet wurde, beruht auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, die zu Kriterien wirksamer Praxis verdichtet wurden. Er enthält 11 Good-Practice-Kriterien sowie eine Checkliste, um wirksame Angebote der frühen Förderung zu konzipieren, aufzubauen, zu evaluieren und weiterzuentwickeln.

Unterstützung von Eltern bei der Berufswahl der Kinder

Menschen ohne Berufsabschluss befinden sich häufiger in prekären Beschäftigungsverhältnissen und sind häufiger von Armut betroffen. Eine Berufswahl, die den Interessen und Fähigkeiten Jugendlicher entspricht, ist ein Garant für einen erfolgreichen Berufsabschluss, einen gelungenen Einstieg in den Arbeitsmarkt und ein finanziell unabhängiges und selbstbestimmtes Leben im Erwachsenenalter.

Der zweite Leitfaden „Die Begleitung und Unterstützung sozial benachteiligter Eltern bei der Berufswahl ihrer Kinder“ richtet das Augenmerk auf die Rolle sozial benachteiligter Eltern im Berufswahlprozess ihrer Kinder und auf ihren Unterstützungsbedarf. Im Auftrag des Nationalen Programms gegen Armut untersuchte das Zentrum Lernen und Sozialisation der Pädagogischen Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz Unterstützungsangebote in zehn Schweizer Gemeinden und leitete die wichtigsten Aspekte ab, welche erfolgreiche Angebote der Elternunterstützung auszeichnen.

Nationale Armutskonferenz am 22. November

Neben der Erarbeitung von fundiertem Wissen in ausgewählten Themenbereichen leistet das Nationale Programm gegen Armut finanzielle Beiträge an Pilot- und Modellprojekte sowie Forschungsprojekte und Evaluationen, welche geeignet sind, Impulse zur Weiterentwicklung der Armutsprävention im Bereich Bildungschancen zu geben. Im Rahmen eines Treffens tauschen sich die Träger der rund 30 geförderten Projekte aus der ganzen Schweiz aus.

Am 22. November 2016 findet die Nationale Armutskonferenz in Biel unter Beisein von Bundesrat Alain Berset, Regierungsrat und Vorsitzender der SODK Peter Gomm und weiteren politischen Vertreter und Vertreterinnen der Städte und Gemeinden statt. Die Konferenz dient dazu, eine Zwischenbilanz bezüglich der im Rahmen des Nationalen Programms gegen Armut umgesetzten Massnahmen zu ziehen sowie die aktuellen Herausforderungen der Armutsprävention zu diskutieren.

 

Artikel von: Bundesamt für Sozialversicherungen
Artikelbild: Drop of Light – shutterstock.com



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