Sorgentelefon: Gleichstand am Hörer, deutlich mehr Onlineberatungen

06.02.2017 |  Von  |  News
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Gut 218’000 Mal, fast gleich oft wie im Vorjahr (minus 0,3 Prozent), hat es 2016 auf den zwölf Regionalstellen des grossen Schweizer Sorgentelefons geklingelt. Und im Internet nahmen die Kontakte um 12 Prozent zu – auf 5360 Onlineberatungen. Die gefragte Dargebotene Hand feiert im kommenden Herbst ihren 60. Geburtstag.

Die Anzahl der Beratungsgespräche erreichte 2016 155’799 gegenüber 156’775 im Vorjahr (minus 0,6 Prozent). Damit wurde die Schweizer Notrufnummer für eine emotionale erste Hilfe wiederum stark genutzt. Im Durchschnitt dauerte ein Gespräch rund 20 Minuten.

Die Differenz zwischen Anrufen und Gesprächen erklärt sich vor allem durch die Vertröstungen. Dabei werden Anrufende wegen Überlastung jeweils gebeten, sich später noch einmal zu melden. 2016 gab es rund 40’000 Vertröstungen, 10 Prozent mehr als im Vorjahr.

Wiederum waren psychische Belastungen und Krankheiten (ein Viertel), Beziehungsprobleme (rund ein Fünftel) und Einsamkeit (gut 10 Prozent) die häufigsten Themen am Telefon. Und bei rund einem Fünftel der Gespräche ging es um die Bewältigung des schwierigen Alltages Hilfesuchender.

Täglich mehrere Gespräche führte Tel 143 auch im letzten Jahr mit Menschen mit Suizidgedanken. Der Anteil an allen Anrufen liegt zwar hier seit Jahren im Prozentbereich, die Gespräche können für die Mitarbeitenden aber jeweils besonders herausfordernd sein. Bei der 2016 mit SBB und Kanton Zürich gestarteten Suizidpräventionskampagne wird Tel 143 dieses Jahr besonders stark präsent sein.

Ein deutliches Plus von rund 600 Kontakten verzeichnete die Online-beratung. Überdurchschnittlich zugenommen haben dabei erneut die Chat-Kontakte, mit einem Anteil von mittlerweile 60 Prozent. Deren Nutzerinnen und Nutzer sind klar jünger als jene am Telefon und stärker tabuisierte Themen wie Suizidalität oder Gewalt spielten auch 2016 eine grössere Rolle als am Telefon. Aber auch Themen wie Arbeit, Sucht oder Beziehungsthemen waren im Online häufiger anzutreffen.

Beratung seit 60 Jahren

Im kommenden Herbst vor 60 Jahren (11.10.1957) wurde die Dargebotene Hand als eines der europaweit ersten Angebote dieser Art in Zürich gegründet. Die meisten Regionen der Schweiz folgten diesem Beispiel, was zum heutigen, von jedem Ort der Schweiz und von Liechtenstein aus erreichbaren Angebot von Tel 143 führte.

Zum Jubiläum erscheint im Herbst im Orell-Füssli-Verlag ein Buch, das Interessierten Einblicke in Entwicklung und Arbeit von Tel 143 gibt. Ferner ist auch ein Jubiläums-Spot geplant, der auf verschiedenen Kanälen auf den runden Geburtstag und die Bedeutung des grossen Schweizer Sorgentelefons hinweist.

Tel 143 ist eine politisch und konfessionell unabhängige und neutrale, Zewo-zertifizierte Non-profit-Organisation. Die Arbeit wird vor allem von rund 640 gut ausgebildeten und professionell betreuten ehrenamtlich tätigen Männern und Frauen wahrgenommen. Das Angebot ist gratis, anonym und rund um die Uhr präsent.

 

Quelle: Verband Die Dargebotene Hand / Association suisse de La Main Tendue
Artikelbild: © Lolostock – shutterstock.com



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