Kanton St.Gallen: Ausgeschaffte Marija (17) fühlt sich „wie Schwerkriminelle“ behandelt

16.02.2017 |  Von  |  Polizeinews, Schweiz, St. Gallen
Täglich auf dem Laufenden mit dem polizei.news Newsletter!

Der Kanton St. Gallen schickte vier bewaffnete Polizisten, um Marija Milunovic (17) aus Sargans SG auszuschaffen. In einem Skype-Interview mit FM1 Today klagt sie nun das Verhalten der Polizei an.

Die 17-Jährige beschreibt das, was sie in den letzten Tagen erlebte, als puren Alptraum. Wegen eines Fehlers beim Gesuch um Aufenthaltsgenehmigung wurde die Sarganserin diese Woche nach Serbien ausgeschafft – unter dramatischen Umständen.

„Sie haben mich behandelt, als wäre ich eine Schwerkriminelle“, klagt Marija. Am Montagmorgen um sechs Uhr waren vier bewaffnete Polizisten mit Schutzwesten in die Wohnung von Marijas Mutter getürmt und hatten die Jugendliche aus dem Bett geholt. „Ich hatte solche Angst. Mir fehlen jetzt noch die Worte“, sagt sie.

Von Sargans wurde Marija nach St. Gallen gebracht, danach kam sie in Ausschaffungshaft in Zürich – laut ihrem Anwalt Urs Bertschinger in eine Einzelzelle. „Jeglicher Kontakt zur Mutter sowie zum Rechtsvertreter wurde ihr verwehrt.“

Kurze Zeit später sass Marija bereits im Flieger nach Serbien. Laut dem Entscheid des Migrationsamts soll sie zu ihrem Vater zurückkehren – obwohl er sie während ihrer Kindheit misshandelt hatte. Marija wohnt daher vorerst in einem Hotel in der südserbischen Ortschaft Krusevac.

Marija muss ständig an ihre Mutter denken

Auf Facebook bedankte sich Marija bei ihren Freunden und allen, die sie in den letzten Monaten unterstützten. „Ich möchte mich herzlich bei allen bedanken, die mich unterstützen, und auch bei denen, die sich freuen, dass ich endlich nicht mehr in der Schweiz bin.“ Der letzte Teil lässt sich als Seitenhieb ans Migrationsamt verstehen. Marija weiter: „Es fällt mir schwer, darüber zu sprechen, was ich in den letzten Tagen erlebt habe.“

Im Interview erzählt sie: „Ich habe die ganze Nacht nicht schlafen können. Ich bin traurig und muss ständig an meine Mutter denken. Sie ist jetzt ganz allein – so wie ich.“

Mit Sorgen blickt Marija in ihre Zukunft. „Ich überlege die ganze Zeit, was ich denn nur machen könnte. Wenn ich nicht in die Schweiz zurückkann, muss ich bei null anfangen.“



Unterstützer kämpfen für Marijas Rückkehr

Ihre Mutter, ihr Anwalt und viele weitere Unterstützer kämpfen deshalb weiterhin für die Rückkehr des jungen Mädchens in die Schweiz. „Wir müssen dafür sorgen, dass sie eine Au-pair-Stelle in Liechtenstein antreten darf!“, schreibt der Organisator der Seite „Save Marija Milunovic“. Andere haben verbale Attacken an Mitarbeiter des St. Galler Migrationsamts gerichtet und wollen nun den Bundesrat mit Mails überhäufen.

Und welche Position vertritt der St. Galler Justizminister Fredy Fässler (SP) zu diesem Fall? „Wenn Eltern darauf verzichten, ihre Kinder in den vorgegebenen Fristen in die Schweiz zu holen, verlieren sie regelmässig den Anspruch auf Familiennachzug. Das war früher anders. Im Interesse gelingender Integration ist das aber geändert worden und an diese Gesetze bin ich gebunden“, zitiert ihn BLICK.

 

Quelle: Übernommen von BLICK und bearbeitet von belmedia Redaktion
Artikelbild: Facebookseite von Marija Milunovic

Täglich auf dem Laufenden mit dem polizei.news Newsletter!

3 Kommentare


  1. Traurige Schweiz!
    Carlos kann Menschen erstechen, schlagen etc. und bekommt von der Schweiz Luxuswohnung, Kampftraining bezahlt etc. andere vergiften Menschen mit Drogen und bekommen bewährung bis GAR NICHTS und Marija die sich gut integriert hat, die bald eine Lehre anfangen konnte wird wie eine SCHWER KRIMINELLE behandelt? Wo bleibt die Gerechtigkeit? Es wird Zeit das die EU der SCHWEIZ die rechte entzieht den von GERECHTIGKEIT kann man hier nicht mehr reden!

  2. Was hat diese Junge Frau verbrochen ?? holt sie bitte zu der Muttert zurück warum musste sie zu dem Vater vor dem sie geflüchtet waren. Bitte helft doch mit bei den Behörden. Polizisten hatten den Befehl von Oben ist ja klar. Wie bei meinem Mann Oesterreicher in den 80 Jahren ist die Schweiz noch immer mit solchen Ungerechtigkeiten behaftet. Nichts hat sich geändert nur die Kriminellen dürfen bleiben. Ich schäme mich Schweizerin zu sein.

  3. Merkwürdig, in diesem „Fall“ fühlen sich plötzlich alle an die Gesetze gebunden! Wenn diese Gesetze aber zu unnötigen, unmenschlichen Entscheidungen führen, muss man eben eine Sonderregelung finden! Denn für jeden anderen Mist findet man das ja auch! Siehe Bundeshaus Nachrichten über Mazerial und Diesnstleistungs Einkäufe, da geht es um Millionen von unserem Geld, da will man den Deckel der Verschwiegenheid darauf legen, aber hier bei einer jungen, bestens in der Schweiz integrierten Frau, da kommt man plötzlich mit Gesetzen, ja ich kann da nichts machen, die Gesetze! Ihr seit alle zusammen unfähig menschlich zu Denken und zu Handeln, einfach nur wiederlich!

Ihr Kommentar zu:

Kanton St.Gallen: Ausgeschaffte Marija (17) fühlt sich „wie Schwerkriminelle“ behandelt

Für die Kommentare gilt die Netiquette! Erwünscht sind weder diskriminierende bzw. beleidigende Kommentare noch solche, die zur Platzierung von Werbelinks dienen. Die Agentur belmedia GmbH behält sich vor, Kommentare ggf. nicht zu veröffentlichen.