Kanton Solothurn: Zunahme von Verkehrsunfällen – mehr Unfälle mit E-Bikes

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Kanton Solothurn: Zunahme von Verkehrsunfällen – mehr Unfälle mit E-Bikes
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Die Kantonspolizei Solothurn hat am Donnerstag die Polizeiliche Verkehrsstatistik 2016 vorgestellt. Sie enthält neben detaillierten Zahlen zum Unfallgeschehen auch Angaben über die Kontrolltätigkeit in den Bereichen Geschwindigkeit, Fahrfähigkeit und Schwerverkehr.

Bei den Verkehrsunfällen verzeichnete die Polizei im Jahr 2016 erneut eine Zunahme, vor allem mit E-Bikes. Alle Daten finden sich unter www.polizei.so.ch.

Am Donnerstag, 6. April 2017, hat die Kantonspolizei Solothurn die Polizeiliche Verkehrsstatistik (PVS) für das Jahr 2016 vorgestellt. Sie enthält Angaben zu Anzahl, Art und Ursachen von Verkehrsunfällen sowie zur Kontrolltätigkeit und zu den Feststellungen in den Bereichen Geschwindigkeit, Fahrfähigkeit und Schwerverkehr.

Die Kontrollen haben zum Ziel, die Verkehrssicherheit weiter zu erhöhen. „Unser Schwerpunkt liegt dabei auf den Hauptunfallursachen. Je verkehrsregelkonformer und aufmerksamer die Verkehrsteilnehmer sich verhalten, desto sicherer sind die Strassen“, betonte Thomas Zuber, Kommandant der Kantonspolizei Solothurn, bei der Vorstellung der Statistik. Dazu setze die Kantonspolizei auf einen Mix aus verschiedenen Kontrollarten.

„Mit dieser Verkehrsüberwachung wollen wir das Risiko für Verkehrsteilnehmende erwischt zu werden nicht kalkulierbar machen und dadurch ein regelkonformes und letztlich unfallrisikoarmes Verhalten auf allen Verkehrsträgern fördern.“ Um die Unfallzahlen nachhaltig tief halten zu können (auch bei höherem Verkehrsaufkommen) seien weitere Anstrengungen erforderlich.

Verkehrsunfälle: Mehr Unfälle festgestellt

Im Kanton Solothurn wurden im Jahr 2016 erneut mehr Verkehrsunfälle polizeilich registriert. Nachdem die Zahl der Unfälle in den vergangen Jahren stets zurückging, steigt die Zahl seit 2015 wieder an. 2016 ereigneten sich insgesamt 1‘351 Verkehrsunfälle. Das sind 97 beziehungsweise 7,7% mehr als im Vorjahr (2015: 1‘254). Trotz dieses Anstiegs liegt dieser Wert noch deutlich unter dem 10-jährigen Durchschnitt.

Auffallend ist die Zunahme der verunfallten E-Bike-Fahrenden von 25 auf 38 Unfälle. Dabei waren die verunfallten Lenker in jedem zweiten Fall Hauptverursacher.

In 632 (613) Unfällen wurden Personen verletzt. Die Zahl der verunfallten Personen stieg von 789 auf 805. Insgesamt verloren 6 Personen ihr Leben im Strassenverkehr (8), 97 wurden schwer (91), 702 leicht verletzt (690). Die Zahl der verunfallten Fussgängern sank von 70 auf 65.

Die meisten Verkehrsunfälle ereigneten sich erneut im Innerortsbereich (2016: 880, 2015: 784). Im Ausserortsbereich kam es zu 245 Verkehrsunfällen (234). Entgegen dem Trend ist die Zahl der polizeilich erfassten Verkehrsunfälle auf der Autobahn 236 im Jahr 2015 auf 226 leicht zurückgegangenen.

Häufigste Unfallursache stellt wie in den Vorjahren die Missachtung des Vortrittsrechts dar (326, 2015: 309). Erneut ist die Zahl der Unfälle infolge «Unaufmerksamkeit und Ablenkung» markant gestiegen – dies war bei 231 Unfällen die Hauptursache (2015: 166). Die Zahl der Unfälle infolge Alkoholeinfluss (90 Fälle, 2015: 95) und nicht angepasster Geschwindigkeit (93, 2015: 123) sind weiterhin rückläufig und liegen unter dem 5-jährigen Durchschnitt.

Geschwindigkeitskontrollen: Mehr mobile Messungen an neuralgischen Punkten

Im Jahr 2016 führte die Polizei insgesamt 1‘359 Geschwindigkeitskontrollen mit mobilen und semistationären Anlagen durch (1‘337), der grösste Teil davon innerorts. Mit mobilen Anlagen wurden insgesamt 1‘732‘317 Fahrzeuge gemessen (1‘841‘732) von denen 121‘458 zu schnell fuhren (131‘714). Die durchschnittliche Übertretungsquote lag damit bei 7% (7,15%).Die semistationären Anlagen kamen 102 Mal zum Einsatz (116) und stellten dabei 85‘933 Übertretungen fest (79‘159). Von den beiden Anlagen wird eine vorzugsweise innerorts eingesetzt, die andere vor allem auf der Autobahn. Die festgestellten Übertretungsquoten lagen im Durchschnitt bei 1,37% (1,2%).

Die fixen Anlagen auf der Autobahn messen zwar am meisten Fahrzeuge, stellten jedoch mit Abstand die geringsten Übertretungsquoten fest. Diese beliefen sich je nach Standort auf 0,07 bis 0,36%.

Ebenfalls aufgelistet sind in der Polizeilichen Verkehrsstatistik die festgestellten Geschwindigkeitsübertretungen der fixen Anlagen in Städten und Gemeinden.

Beeinträchtigte Fahrfähigkeit: Weniger Personen unter Drogen- und Medikamenteneinfluss festgestellt

Im Berichtsjahr wurden im Kanton Solothurn insgesamt 497 Fahrzeuglenker unter Einfluss von Alkohol festgestellt (595). Auch die Zahl der unter Einfluss von Drogen oder Medikamenten stehenden Fahrzeuglenker ging zurück von 288 auf 272. Gleichzeitig kam es auch zu weniger Unfällen infolge eingeschränkter Fahrfähigkeit aufgrund dieser Substanzen. Dies deutet auf ein verantwortlicheres Verhalten der Verkehrsteilnehmer hin.

Schwerverkehr: Mehr Kontrollstunden, mehr Übertretungen

Für die Kontrolle des Schwerverkehrs im Jahr 2016 wendete die Kantonspolizei 13‘946 Stunden (13‘052) auf. Dabei wurden total 6‘112 Fahrzeuge (5‘813) auf der Strasse überprüft und weitere 510 (534) bei Betriebskontrollen. Insgesamt stellte die Polizei dabei 2‘292 (1‘987) Übertretungen fest.

Die Polizeiliche Verkehrsstatistik (PVS) für den Kanton Solothurn ist im Internet verfügbar unter www.polizei.so.ch → Über uns → Statistiken.

 

Quelle: Polizei Kanton Solothurn
Artikelbild: yui – shutterstock.com



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