Bei Unfällen grosse regionale Unterschiede zwischen den Kantonen

27.06.2017 |  Von  |  News, Unfälle
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In Graubünden passieren pro Kopf am meisten Sportunfälle, die Aargauer verunfallen beim Sport vor allem, wenn ein Ball im Spiel ist, und im Kanton Obwalden verunglücken mehr Auswärtige als Einheimische. Die Statistik aller Unfallversicherer zeigt grosse regionale Unterschiede. Insgesamt nahmen die Unfälle 2016 leicht zu.

2016 erfasste die Sammelstelle für die Statistik der Unfallversicherung (SSUV) 814 178 Unfälle von obligatorisch versicherten Personen. Dies sind 0,6 Prozent mehr als 2015. Die Zahl der Berufsunfälle ging um 0,2 Prozent auf 265 932 erneut leicht zurück.

Die Zahl der Freizeitunfälle erhöhte sich um 0,8 Prozent auf 530 592. Die Zahl der Unfälle von Stellensuchenden nahm um 7,7 Prozent auf 17 654 zu. Die Sammelstelle registriert dabei nur die Berufs- und Freizeitunfälle von Arbeitnehmenden und Arbeitslosen.

Unfallstatistik nach UVG (Arbeitnehmende und Stellensuchende)

20162015Veränderung
Berufsunfälle265 932266 349–0,2 %
Freizeitunfälle530 592526 228+0,8 %
Unfälle von Stellensuchenden17 65416 398+7,7 %
Total814 178808 975+0,6 %

Regionale Unterschiede im Unfallverhalten

Neu sind auf der Website www.unfallstatistik.ch/d/regional der SSUV kantonale Profile zum Unfallgeschehen aufgeschaltet. Das der diesjährigen Unfallstatistik UVG zeigt an einem Beispiel auf, welche Angaben nun für jedermann leicht ersichtlich sind.

Je nach Wirtschaftszweigen, Grösse oder Lage eines Kantons gibt es grosse regionale Unterschiede. Der Wohnort hat vor allem Einfluss auf die Freizeitaktivitäten der Menschen und damit auch auf ihr Unfallverhalten in dieser Zeit. So passieren in den Bergkantonen tendenziell mehr Freizeitunfälle als im Flachland. Die Rangliste führt der Kanton Jura an: Pro 1000 Beschäftigte von jurassischen Betrieben passieren 148 Freizeitunfälle. An zweiter Stelle stehen die Arbeitnehmenden von Betrieben aus den Kantonen Glarus und Graubünden mit 142 Unfällen pro 1000 Beschäftigte. Am kleinsten scheint das Freizeitunfall-Risiko in den Kantonen Genf (111), Zug (113) und Tessin (117) zu sein.

Bündner verunfallen am häufigsten beim Sport

Viele der Freizeitunfälle in den Wintersportregionen Jura, Glarus und Graubünden betreffen Sportunfälle. Denn diese Kantone stehen auch bei dieser Rangliste an erster Stelle: Graubünden verzeichnet 67 Sportunfälle pro 1000 Beschäftigte, davon 29 beim Schneesport. Glarus folgt mit 65 und der Jura mit 61 Unfällen pro 1000 Vollbeschäftigte. Im Kanton Glarus sind Wander- und im Kanton Jura Eishockeyunfälle überdurchschnittlich vertreten.

Am wenigsten Unfälle beim Sport registrieren die Unfallversicherer wiederum bei den Angestellten aus dem Tessin (35 pro 1000 Vollbeschäftigte) und Genf (38). Der tiefe Wert im Kanton Tessin erklärt sich durch die hohe Anzahl an Grenzgänger. Verunfallen diese während ihrer Freizeit in Italien, so übernehmen die italienischen Krankenversicherungen die Heilkosten.

Aargauer verunfallen vorwiegend beim Ballsport

Trotz der zahlreichen Schneesport- und Wanderunfälle in den Bergkantonen ereignen sich
1,5 Mal mehr Ballsport- als Wintersportunfälle. Die Aargauer verunfallen sogar doppelt so oft beim Ballsport wie bei Schneesportaktivitäten, am häufigsten beim Fussballspielen (27 Prozent).

„Importierte“ und „exportierte“ Unfälle

Eine Minderheit der Kantone verzeichnet wesentlich mehr auswärtige als einheimische Unfallopfer. Diese Rangliste führt der Kanton Obwalden an, wo 23 Prozent mehr Auswärtige als Einheimische verunglücken. Es folgen Graubünden und Appenzell Innerrhoden ebenfalls mit mehr „importierten“ als „einheimischen“ Unfällen. Im Gegensatz dazu verunfallen die Appenzell Ausserrhodener fast so häufig auswärts wie daheim, „exportieren“ nämlich 48 von 100 Unfällen in andere Kantone. Auch die Nidwaldner und Zuger gehören zu den Schweizern, die recht häufig in anderen Kantonen verunfallen, während sich die Unfälle der Walliser und Bündner vorwiegend im eigenen Kanton ereignen.

Bezugsquelle für die neue Unfallstatistik

Die von der Suva geführte Sammelstelle für die Statistik der Unfallversicherung (SSUV) publiziert die jährliche Unfallstatistik UVG im Auftrag der Koordinationsgruppe für die Statistik der Unfallversicherung UVG (KSUV). Die Statistik basiert auf den Ergebnissen aller derzeit 29 UVG-Versicherer, die unselbstständig Erwerbstätige obligatorisch gegen Berufs- und Freizeitunfälle sowie gegen Berufskrankheiten versichern.

Ebenfalls enthalten sind die Ergebnisse der obligatorischen Unfallversicherung für Arbeitslose, die bei der Suva versichert sind. Die UVG-Statistik erfasst nur Unfälle von Erwerbstätigen, nicht aber solche von Kindern, Schülern, Studierenden, Nichterwerbstätige und Rentnern. Im Wesentlichen werden somit die ständig in der Schweiz wohnhaften Arbeitnehmenden und Lernenden im Alter zwischen 15 und 64 Jahren erfasst. Diese Personen machen gut die Hälfte der Wohnbevölkerung aus.

Die Ausgabe 2017 ist gedruckt und online auf Deutsch und Französisch erhältlich. Einzelne Druckexemplare können gratis bei der SSUV bestellt werden: unfallstatistik@suva.ch. Weitere Informationen unter www.unfallstatistik.ch.

 

Quelle: Suva
Bildquelle: Suva



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