Vor indischer Präsidentenwahl: Pastor wird nach Drohung ermordet

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Am Dienstag 25. Juli wird Ram Nath Kovind zum 14. Präsident Indiens eingeschworen. Kurz vor Beginn der Präsidentschaftswahl, aus welcher der BJP-Politiker als Sieger hervorging, erschütterte die Ermordung eines Pastors im Punjab die christliche Gemeinschaft, die sich immer stärker bedroht fühlt.

Zuletzt häuften sich die Übergriffe auf die christliche Minderheit in Indien.

Die christliche Gemeinschaft in Ludhiana, der grössten Stadt im nordwestindischen Punjab, steht unter Schock, seit der Pastor Sultan Masih (47) am Samstag vor einer Woche von zwei Unbekannten auf einem Motorrad erschossen wurde, während er sich vor seiner Kirche unterhielt. Dieser Pastor führte auch eine Schule für Arme. Sultan Masih hatte zuvor anonyme Drohungen erhalten. In diesen hiess es, er würde getötet, falls er nicht aufhören würde zu predigen. Masih hinterlässt eine Frau sowie zwei eigene und zwei adoptierte Kinder.

Am Tag danach blockierten hunderte Christen während drei Stunden eine Hauptverkehrsachse der Stadt, bis ihnen von der Polizei zugesichert wurde, die Täter würden zur Rechenschaft gezogen.

Präsidenten-Wahl stärkt Hindu-Nationalismus

„Sultan Masih war mein Nachbar und mein Freund. Die gesamte christliche Gemeinschaft trauert und wir verlangen Antworten von den Behörden. Im Bundesstaat Punjab sind wir zwar eine Minderheit, aber wir sind nie zuvor so bedroht worden. Wir stehen unter Schock und verstehen noch immer nicht, wie sich eine solche Tragödie ereignen konnte“, erklärt der Pastor Paul Tamizharasan.

Der Mord ereignete sich kurz vor den Präsidentschaftswahlen, die am Montag begannen. Wie erwartet entschied der Spitzenkandidat, Ram Nath Kovind, das Rennen für sich. Damit wird die Position von Premierminister Narendra Modi und seiner konservativen, hinduistischen Partei BJP nochmals gestärkt.

„Islam und Christentum sind Indien fremd“

Noch bevor er gewählt war, hatte Kovind erklärt: „Der Islam und das Christentum sind in Indien fremd.“ Diese Aussage löst unter den Christen Sorge aus: „Mit einem Präsidenten sowie einem Premierminister, die beide radikal-hinduistisch sind, werden wir als religiöse Minderheit niemanden mehr haben, der sich für uns einsetzen wird, jetzt wo wir schon so stark unter Druck sind“, äussert sich ein Christ.

Auf dem diesjährigen Weltverfolgungsindex von Open Doors steht Indien an 15. Stelle. Die Zunahme des radikalen Hinduismus ist seit 2014 besorgniserregend. Diese äussert sich in der Einführung von Anti-Bekehrungsgesetzen in verschiedenen Bundesstaaten sowie in der Zunahme der Übergriffe auf Christen. Open Doors stärkt mit seinen lokalen Partnern die verfolgten Christen, unter anderem durch Alphabetisierungskurse.

Über Open Doors

Schätzungsweise 215 Millionen Christen werden weltweit aufgrund ihres Glaubens verfolgt. In rund 60 Ländern versorgt Open Doors Christen, die wegen ihrem Glauben benachteiligt oder verfolgt werden mit Bibeln, christlicher Literatur, bildet Gemeindeleiter aus, engagiert sich für Gefangene und unterstützt die Familien ermordeter Christen. Dies geschieht unter anderem durch Nothilfe und Zufluchtszentren.

Da verfolgte Christen am Rande der Gesellschaft leben, steht Open Doors ihnen bei, dies durch Hilfe zur Selbsthilfe. Dazu gehören Alphabetisierungskurse, Stärkung der Autonomie der Frau, Landwirtschaftsprojekte und Mikrokredite. Ein weiterer Schwerpunkt ist eine breite Öffentlichkeitsarbeit, durch Publikationen, Vorträge und Veranstaltungen, um für das Thema Christenverfolgung zu sensibilisieren und zum Gebet für die verfolgte Kirche aufzurufen.

Die Arbeit von Open Doors Schweiz wird durch Spenden finanziert. Das Werk hat den Ehrenkodex der Schweizerischen Evangelischen Allianz unterzeichnet, der zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Spenden verpflichtet.

 

Quelle: Open Doors
Artikelbild: © rui vale sousa – shutterstock.com



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