Das Geschäft mit dem Klonfleisch

06.04.2011 |  Von  |  Politik
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Heute schon ein Schnitzel gegessen? Vielleicht handelte es sich ja um ein normales, leckeres Stück Fleisch? Oder etwa um ein Synthetik-Schnitzel von einem genmanipulierten Rind?

EU-Verbraucher könnten diese Frage jedenfalls nicht klar beantworten: Denn das EU-Parlament ist mit der Einführung strenger Regeln zum Umgang mit Klonfleisch gescheitert – am Widerstand der EU-Mitgliedsstaaten und der Kommission. So gibt es aktuell weder ein Verbot noch eine Kennzeichnungspflicht von Fleisch- oder Milchprodukten, die von Klontiernachkommen stammen.

Kein Mensch weiss derzeit also, ob er beim Einkauf in europäischen Supermärkten zufällig Klonfleisch in den Einkaufswagen packt: Ohne Kontrolle landet somit Fleisch und Milch von genmanipulierten Tieren auf europäischen Tellern!

Die Kommission argumentiert damit, dass ein Eingriff gegen die Regeln der Welthandelsorganisation WTO verstosse. Ausserdem sei die Kennzeichnung von Klonfleisch zu aufwändig und käme einem Verbot gleich. Bemerkenswert ist, dass ausgerechnet das regelungswütige Brüssel in diesem Fall einen zu großen Regelungsaufwand beklagt. Gemeint ist wohl, dass eine Kennzeichnungspflicht zu teuer sei – für die Lebensmittelindustrie, deren Druck sich die Kommission beugte. Vielleicht haben die Lobbyisten auch einfach Angst, dass niemand gekennzeichnetes Klonfleisch kauft. Ich würde jedenfalls nicht danach greifen.

Angeschmiert sind in jedem Fall die europäischen Verbraucher, die, wie auch Umfragen zeigen, auf Produkte von genveränderten Tieren gut verzichten können. Es gilt:

Klonfleisch braucht kein Mensch! Oder welchen dringlichen Grund für dessen Vermarktung können die Befürworter geltend machen? Wohl kaum die Abwendung einer Hungerkrise. Vielmehr geht es um schnöden Profit. Gestützt auf das schwache Argument, dass gemacht werden muss, was technisch machbar ist. Schlimm ist, dass der Mensch im tierischen Erbgut herumpfuscht, ohne die Folgen genau zu kennen. Da beruhigt es auch nicht, wenn Befürworter – dabei demonstrativ in die Klon-Wurst beissend – versichern,  dass dies alles ja nicht gesundheitsschädlich sei. Ethisch nicht akzeptabel ist es, Tiere allein zu Nahrungsmittellieferanten umzuprogrammieren. Schlimm genug, was Tiere in der Lebensmittelindustrie alles erleiden müssen.

Die Unfähigkeit der EU, klare Regeln durchzusetzen, erschwert auch die Bedingungen für die Schweiz. Notwendig ist es, wenigsten die Schweizer Bürger vor Klonfleisch zu schützen und über die Synthetik-Produkte aufzuklären. Damit nicht der Bissen Fleisch beim nächsten Mahl im Halse stecken bleibt.

http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/konjunktur/Klonfleisch-Europas-Verbraucher-bleiben-unwissend/story/22196413

http://www.20min.ch/news/schweiz/story/22757168

http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,753794,00.html

Titelbild: wrw – pixelio.de

– Würdest du (ungekennzeichnetes) Klonfleisch essen wollen? –

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