Erster nationaler Tag für Medienkompetenz

29.09.2011 |  Von  |  Neue Medien
Erster nationaler Tag für Medienkompetenz
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„Killerspiele verbieten!“ oder „Lasst mir meine Egoshooter!“: Die Diskussion über Computer-, Online- und Videospiele verläuft meist hitzig und aufgeladen. Einen Beitrag zur Versachlichung der Debatte will der erste nationale Tag für Medienkompetenz leisten, den Bund, Gaming-Industrie und Medien gemeinsam am 27. Oktober im Forum Freiburg veranstalten.

Auf Fachforen mit Workshops und Arbeitsgruppen soll über die Themen Medienkompetenz und Jugendschutz diskutiert werden. Auf dem Programm stehen aktuelle Themen wie Cybermobbing, Happy Slapping und Killergames. Ausserdem ist die Öffentlichkeit eingeladen, in „Erlebniswelten“ selbst zu gamen.

Neben den Veranstaltungen in Freiburg soll am Aktionstag in Zürich, St. Gallen, Lausanne, Locarno und Luzern die Bevölkerung an Marktständen vor Ort informiert werden. Am selben Tag wird zudem das Informationsportal www.jugendundmedien.ch starten. Verschiedene Massnahmen und Projekte werden die Bemühungen um die Förderung der Medienkompetenz fortsetzen, etwa in Form von Schulangeboten zum Thema.

„Mein Kind und Computerspiele“ – Fragen dazu wird Eltern früher oder später in jedem Fall beschäftigen. Da sind gute Informationsangebote eine richtige und wichtige Sache. Im Folgenden einige Fragen und Antworten zum Thema aus medienpädagogischer Sicht.

1. Machen „Killerspiele“ aggressiv?

Die Frage ist von Forschern nicht eindeutig zu beantworten. Klar ist, dass die Formel „Killerspiele machen zu Killern“ so nicht stimmt. Allerdings kommen Studien des führenden Medienwirkungsforschers Douglas Gentile zum Schluss, dass regelmässig konsumierte Gewaltspiele nicht drastisch, aber merklich gewaltbereiter machen.

2. Was gilt es für Eltern vor allem zu beachten?

Der oberste Grundsatz lautet: Interessieren Sie sich dafür, WAS ihr Kind am Computer spielt! Spielen Sie ruhig selbst einmal die Games Ihrer Kinder, um ein praktisches Gefühl dafür zu bekommen, womit sich ihr Kind beschäftigt. Also: Kinder nicht einfach mit ihren Computerspielen alleine lassen!

3. Wie lange darf mein Kind am Computer spielen?

So lange, dass genügend Raum für andere Aktivitäten bleibt – seien es schulische Verpflichtungen oder anderweitige Freizeitaktivitäten (Freunde treffen, Sport machen usw.).

4. Verschwendet mein Kind mit Computerspielen seine Zeit oder gibt es auch Vorteile?

Medienpädagogen betonen, dass Computerspielen durchaus eine sinnvolle Freizeitgestaltung sein kann – im richtigen Mass genossen (siehe oben). Vorteilhaft ist die Förderung von Geschicklichkeit, Vorstellungsvermögen, Teamfähigkeit, Fairness oder Konzentration.

5. Und wo liegen die Risiken?

Das Risiko liegt im übermässigen Konsum: Dieser kann zu körperlicher Unterforderung führen oder schulische Lernerfolge behindern.

6. Ab wann wird Zocken für mein Kind gefährlich?

Dann, wenn das Zocken zur alles beherrschenden Beschäftigung wird. Doch Vorsicht vor vorschnellem Alarm: Nur ein geringer Teil der jugendlichen Gamer wird tatsächlich spielesüchtig.

7. Wie finde ich altersgerechte Spiele für mein Kind?

Eine erste Auskunft über die Altersgerechtheit von Computerspielen gibt die PEGI-Norm. Neben den enthaltenen Altersangaben informieren Grafiksymbole über mögliche problematische Inhalte. So weist eine Faust auf gewalthaltige Darstellungen hin. Gut gemachte Informationsportale enthalten ganze Sammlungen von altersgerechten Spielen samt ausführlichen pädagogischen Empfehlungen. Siehe dazu die nachfolgenden Links.

www.spielfalt.ch

www.playsmartplaysafe.eu

www.security4kids.ch

www.actioninnocence.org

www.kinderschutz.ch

www.netcity.org

www.internet-abc.de

 

Titelbild: Bigpoints neues Actionspiel Poisonville. (Urheber: Daniel-Gehrtz / pixelio.de)

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