Fabienne Z. tötete Vater: Freispruch!

28.10.2011 |  Von  |  Kriminalität
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Ein aufsehenerregendes Gerichtsurteil sorgt für Diskussion:  Fabienne Z. (24), die vor zwei Jahren ihren Vater mit fünf Kugeln erschoss, wurde am gestrigen Donnerstag durch das Bezirksgericht Horgen vom Vorwurf der vorsätzlichen Tötung freigesprochen. Ausserdem erhält die junge Frau 7’585 Franken Schadenersatz und 23’000 Franken Genugtuung.

Die Angeklagte habe in einem entschuldbaren „Notwehrexzess“ gehandelt und sei darum freizusprechen, so das Gericht. Es folgte damit der Position der Verteidigerin Karen Schobloch. Diese argumentierte, Fabienne hätte keine andere Möglichkeit gehabt, um sich selbst vor dem auf sie losstürmenden Vater zu schützen. Zudem habe sich die junge Frau im Zustand höchster Erregung befunden.

Staatsanwalt Manuel Kehrli hatte sieben Jahre Haft gefordert. Zwar billigte auch er eine Notwehrsituation zu, doch habe Fabienne ein übertriebenes Abwehrmittel gewählt. Sie habe den Vater offenbar sogar noch provoziert und den Konflikt somit gesteigert. Hätte sich Fabienne anders gewehrt, wäre die Tötung vermeidbar gewesen. Kehrli will nun einen Weiterzug zur nächsten Instanz prüfen.

Über den Freispruch zeigte sich Fabienne, die im Prozess von ihrer Mutter Tecla Z. unterstützt wurde, erfreut und erleichtert. Laut Vormundschaftsbehöre wuchs Fabienne in einem gestörten, verwahrlosten Umfeld mit einem schlagenden Vater und einer überforderten Mutter auf. Jahrelang litt die Familie unter dem tyrannischen, gewalttätigen Vater, einem 150 Kilo schweren Muskelprotz und Bankdrücker.

Tochter tötete Vater – gerechtfertige Notwehr?

Hintergrund: Die Tat ereignete sich am Abend des 1. Oktobers 2009 in einem Mehrfamilienhaus in Oberrieden. Fabienne, zum Tatzeitpunkt 22 Jahre alt, schilderte das Geschehen so: In der Küche sei es zu einem üblen Streit mit dem jähzornigen 52-jährigen Vater Markus gekommen. Der Vater habe sie beschimpft und bedroht. In ihrem Zimmer habe er sie weiter angeschrien und am Kragen und Arm gepackt. Er könne sie mit einem Schlag töten, habe der Vater der Tochter gedroht – „wie ein Bär“ sei er auf sie zugestürmt.

Fabienne habe dann um Hilfe geschrien, worauf die Mutter dazwischen gegangen sei. Der Vater habe beide gepackt und aufs Bett geworfen. Als Markus die Mutter aus dem Zimmer drängen wollte, habe Fabienne die Polizei holen wollen. Das Telefon auf der Station neben dem TV habe sie aber nicht gefunden. Stattdessen entdeckte sie eine Waffe, die sie sich vor fünf Monaten legal besorgt hatte – „um sich vor Einbrechern zu schützen“.

„Ich weiss nicht mehr, wie ich nach der Waffe griff“, so Fabienne. Eine Absicht zu töten hätte sie aber nicht gehabt. Sie habe sich in Todesangst befunden. „In diesem Moment ging es darum: er oder ich.“ Bevor der Vater sie wieder packen konnte, habe sie den ersten Schuss abgegeben. Der Vater habe sie noch festgehalten, als er schon getroffen war. Vier weitere Schüsse folgten. Die Mutter ist sich sicher, dass der Vater die Tochter zu Tode geschlagen hätte: „Ich hätte ihn in dieser Situation auch erschossen, wenn ich eine Waffe gehabt hätte.“

Zweifel äusserte der Staatsanwalt daran, ob für Fabienne wirklich Lebensgefahr bestanden hatte. Er und die Richter bohrten nach: Warum habe sie den Vater nicht in den Fuss geschossen, wie sie das bei den Einbrechern vorgehabt hatte? Fabienne: Sie sei „im Stress“ gewesen und habe nicht mehr klar denken können. Wieso sei sie nicht einfach ausgezogen, wo sie doch unter dem Terror des Vaters so litt? „Ich dachte, jedes Kind lebt so wie ich – ausserdem wollte ich meine Mutter beschützen.“

Für die Anwältin steht fest: Die Tötung des Vaters war ein Akt gerechtfertiger Selbstverteidigung. Der Vater sei „wie ein Tier“ auf Fabienne losgegangen. Das Prinzip der Notwehr sei genauso verankert wie das Gebot „Du sollst nicht töten“. „Wer in Notwehr handelt, ist nicht schuldig, sondern handelt gerechtfertigt.“

Weitere Details zum Prozessverlauf lassen sich hier nachlesen.

Diskussion: Ist der Freispruch richtig und nachvollziehbar? Schreibe deine Meinung!

 

Titelbild: Günther Gumhold / pixelio.de


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2 Kommentare


  1. Freispruch schon, sonst eine mindest Strafe. Aber Belohnung? Unvorstellbar ! Hoffentlich ermutigt nicht the andere. 🙁

    • Monika Brunschwiler

      ob Mann oder Frau, besser wegkommt derjenige bei der Justiz, der freie sexistische Werte vertritt und danach lebt. eine junge Frau, wenn sie sexy ist, und für Ihre feministischen erotischen Zwecke tötet, schreiben die Polizisten/inen ihre Rapporte so „schmierig“ dass selbst ein Gericht darauf reinfällt, und klaren Mord mit Notwehr verwechseln. Ein weiteres Beispiel, dass töten sehr oft von der Zürcher Justiz mit einer Belohnung endet. Bei Polizisten die versehentlich töten bekommen die ihre Beförderung. Junge Frauen die sexistischen feministischen Werten nachjagen wird ein Mord mit einer Belohnung von Fr. 30’585 belohnt – mit Steuergeldern. Es war trotz allem ein klarer offensichtlicher Mord – eine Tochter die ihren Vater tötet ? und dafür von der Schweizer Polizei in ihren Rapporten gerühmt wird und vom Gericht dafür bezahlt wird ? Frau Ruth Hirt schrieb richtig : Unvorstellbar ! Auch für mich: nicht nachvollziehbar.

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