Tod auf dem Zebrastreifen

19.12.2011 |  Von  |  Gesellschaft
Tod auf dem Zebrastreifen

Fussgängerstreifen sollten eigentlich ein sicheres Überqueren von Strassen gewährleisten. Doch in der Schweiz ist das offenbar anders. Denn eine Serie von Zebrastreifen-Unfällen erschüttert das Land: Seit Anfang Dezember wurden schweizweit über 30 Personen auf Zebrastreifen angefahren.

Jüngster tragischer Vorfall: Auf der Hauptstrasse von Täuffelen BE wurde ein 34-jähriger Familienvater aus dem Leben gerissen.

Der Unfall passierte am Samstag um 15.45 Uhr, wie die Regionale Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland und die Kantonspolizei Bern am Sonntag mitteilten. Laut Augenzeugen wollte Nicolas R. (34) aus Lyss BE mit seiner Frau und seinen zwei Kindern gerade den Zebrastreifen überqueren.

Plötzlich setzt ein BMW, in Richtung Biel fahrend, zu einem Überholmanöver an und stösst mit einem korrekt entgegenkommenden Fahrzeug zusammen. Nicolas R. befindet sich bereits auf dem gegenüberliegenden Trottoir, als ihn ein beteiligtes Fahrzeug erfasst. Er fliegt Augenzeugen zufolge 10 bis 20 Meter durch die Luft und prallt mit dem Kopf an eine Mauer. Nicolas R. verstirbt noch am Unfallort.

Seine Frau, seine Kinder sowie der Fahrer im entgegenkommenden Auto mussten verletzt ins Spital gebracht werden. Auch der Fahrer, der durch das Überholen den Crash verursachte, wurde schwer verletzt. Familie R. trauert in der Weihnachtszeit nun um den getöteten jungen Vater. Kollegen äusserten sich tief bestürzt über den Tod von Nicolas R., der Angehöriger der Kantonspolizei Bern war. An der Mauer erinnern ein Engel, fünf Grabkerzen und eine Laterne als Zeichen der Trauer an ihn.

Seit Freitag forderten weitere Zebrastreifen-Unfälle mindestens sechs Verletzte.

Am Freitagnachmittag fuhr ein Rentner (77) auf der Gerenstrasse in Gossau SG eine 68-jährige Fussgängerin an, die an der Kreuzung den Fussgängerstreifen überquerte. Der Fahrer beging Fahrerflucht und gab später an, sich an nichts zu erinnern. Die Frau wurde schwer verletzt ins Spital gefahren.

Am gleichen Tag fuhr ein 18-jähriger Fahrer auf der Bahnhofstrasse in Widnau SG eine 23-jährige Fussgängerin auf dem Fussgängerstreifen an, da er abgelenkt war. Das Opfer erlitt mittelschwere Verletzungen.

Kommentar: Es gibt Unfälle im Strassenverkehr, die durch Verkettungen unglücklicher Umstände geschehen und sich nicht vermeiden lassen. Ganz anders ist dies aber bei Unfällen, die sich auf Zebrastreifen ereignen. Diese dürfen einfach nicht passieren!

In erster Linie sind die Autofahrer zu umsichtigem Verhalten gegenüber Fussgängern angehalten. Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, dass Autofahrer an Zebrastreifen Rücksicht gegenüber den schwächsten Verkehrsteilnehmern üben. Dem ist aber leider nicht so. An das Verantwortungsgefühl der Autofahrer zu appellieren, reicht offenbar nicht aus. Ein behördliches Massnahmenbündel ist gefragt, um Fussgänger künftig besser zu schützen – angefangen von stärkeren Tempokontrollen über bessere Strassenausleuchtung bis hin zu Fahrtauglichkeitsprüfungen für betagte Autofahrer.

 

Titelbild: romelia / pixelio.de

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