Abtreiben ist Mord

28.05.2012 |  Von  |  News
Abtreiben ist Mord
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In der Schweiz wird eine Initiative lanciert, die fordert, dass Abtreibungen (bis auf Ausnahmefälle) künftig nur noch privat und nicht mehr von der Krankenkasse bezahlt werden sollen. Der Sonntagsblick hat dazu eine Geschichte gemacht, mit der Abtreibung in ein positives Licht gerückt werden soll. Unter der Überschrift „Abgetrieben, um zu leben!“ kommen Frauen zu Wort, die abgetrieben haben und das „Recht auf Abtreibung“ verteidigen.

Um wiederum einen Kontrapunkt zu setzen, soll das Thema Abtreibung hier einmal aus einer ethischen Perspektive beleuchtet werden. Die Frage lautet schlicht: Ist Abtreibung Mord (= die geplante, schuldhafte Tötung von menschlichem Leben)?

Antwort: Ja, in der Tat. Die Begründung hierfür lässt sich schlüssig erbringen. Hingegen sind Abtreibungsbefürworter nicht in der Lage, ihrerseits eine konsistente moralische Position vorzulegen, wie im Folgenden gezeigt wird.

Gewöhnlich argumentieren Abtreibungsbefürworter so: Es sei legitim, ungeborenes Leben zu „beenden“, da der Embryo noch kein personales Wesen mit Bewusstsein und Willen sei. Da dem Embryo noch keine bewussten Interessen zukommen, könnten diese auch nicht verletzt werden. Dagegen gelte es, die Interessen der Frau zu berücksichtigen. Die Frau habe somit das alleinige Recht, darüber zu entscheiden, ob der Embryo heranwachsen darf oder nicht.

Bröckelige Argumentationsbasis der Abtreibungsbefürworter

Bereits an dem folgenden Punkt sind Abtreibungsbefürworter allerdings zu Einschränkungen genötigt. Dies betrifft den Fall, dass das Verhalten einer Schwangeren zu einer (künftigen) gesundheitlichen Beeinträchtigung des Kindes führt. Ist es ethisch verantwortungsvoll, wenn Schwangere rauchen oder massiv Alkohol konsumieren? Das dem nicht so ist, werden auch Abtreibungsbefürworter zugestehen müssen. Denn das geschädigte Kind könnte später – völlig zu Recht – der Mutter Vorwürfe machen: Warum hast du mir das damals angetan?

An dieser Stelle zeigt sich, dass offenbar sehr wohl zukünftige Interessen des ungeborenen Lebens berücksichtigt werden müssen (hier: das Interesse an Gesundheit). Ob der Embryo die Verletzung seines (künftigen) gesundheitlichen Interesses aktuell bewusst wahrnimmt oder nicht, ist unerheblich. Entscheidend ist, dass der Mensch später an den Folgen leiden wird. Die Argumentationsbasis der Abtreibungsbefürworter – der fehlende Personenstatus des Embryos – beginnt hier bereits zu bröckeln.

Dass Frauen das gute Recht hätten, ihrem heranwachsenden Kind gesundheitlichen Schaden zufügen zu dürfen, wird ja nun meines Wissens auch von Frauenrechtlerinnen nicht behauptet. Allerdings verteidigen diese das behauptete Recht der Frauen, das ungeborene  Leben töten zu dürfen. Doch hier geraten Abtreibungsbefürworter in einen Widerspruch: Während nämlich das (künftige) gesundheitliche Interesse des heranwachsenden Menschen von der Schwangeren berücksichtigt werden muss (s. o.),  soll dies für das noch elementarere Interesse am LEBEN nicht gelten.

Zirkelschluss: „Ich darf töten, weil ich töte“

Um dies überzeugend erscheinen zu lassen, greifen Abtreibungsbefürworter zu einem unzulässigen Trick. Sie sagen nämlich: Da der Embryo getötet wird, hat er ja gar keine Gelegenheit, ein bewusstes Interesse am Leben zu entwickeln. Somit könnte auch das Recht auf Leben – im Unterschied zum Interesse an Gesundheit – nicht verletzt werden. Es ergibt sich eine verquere und unhaltbare Argumentationsstruktur:

Falsche Argumentation pro Abtreibung:

  1. Der Embryo wird kein Mensch mit bewusstem Lebensinteresse.
  2. Ich töte den Embryo nämlich vorher.
  3. Daher darf ich den Embryo töten (denn ich verletze sein Lebensinteresse nicht).

Ein gravierender Schnitzer unterläuft Abtreibungsbefürwortern im Punkt 2. Hier rückt die Tat – die Tötung – nämlich tatsächlich an den Anfang der Argumentationskette – statt dass die Berücksichtung der Interessen am Beginn steht und daraus die Beurteilung der Tat (mit der Option „durchführen“ oder „unterlassen“) folgt. Der Punkt 1 resultiert nämlich aus Punkt 2 (der Tat) und ist diesem logisch nachgeordnet.

Sprich: Hier werden mit der Abtreibung erst Fakten geschaffen (es entwickelt sich keine Person), woraus dann die Legitimation für die Tat abgeleitet wird („ich habe die Interessen keiner Person verletzt“). Das mündet dann in einen Zirkelschluss, bei dem die Tat mit der Tat legitimiert wird. „Weil ich das werdende Kind töte, darf ich das Kind töten.“ Dies ist aber keine moralische Position und widerspricht allen üblichen moralischen Regeln.

Elementares Lebensinteresse muss geschützt werden

Wenn die Berücksichtigung der Interessen des werdenden Menschen am Anfang steht – und eben nicht die Tat -, muss die Argumentation korrekter Weise so aussehen:

Korrekte Argumentation contra Abtreibung:

  1. Das werdende Kind wird künftig ein bewusstes Interesse am Leben haben.
  2. Dieses Interesse ist zu schützen.
  3. Deshalb darf ich den werdenden Menschen nicht töten.

Fazit: Wie gezeigt, müssen die (elementaren) Interessen der künftigen Person von der Schwangeren sehr wohl berücksichtigt werden (z. T. bestreiten selbst Abtreibungsbefürworter dies nicht). Der fehlende Personenstatus des Embryos erweist sich dabei in ethischer Hinsicht als letztlich unerheblich. Versuche, Abtreibung dennoch zu rechtfertigen, münden in einen Zirkelschluss: „Weil ich das ungeborene Leben töte, darf ich es töten.“ Dies ist aber keine moralische Position und führt Ethik letztlich ad absurdum.

Folgt man üblichen moralisch-ethischen Regeln, lässt sich zwingend zeigen, dass die Tötung eines ungeborenen Menschen prinzipiell genauso moralisch verwerflich ist wie die Tötung eines Kindes oder Erwachsenen. Wer abtreibt, lädt somit prinzipiell eine schwere Schuld auf sich. Um Abtreibungen im Einzelfall zu rechtfertigen, bedarf es gravierender Rechtfertigungsgründe – wie bei der Tötung von Erwachsenen auch (Notwehr). Dies ist dann gegeben, wenn das Leben der Schwangeren durch das Leben des Ungeborenen in Gefahr ist und nur durch eine Abtreibung gerettet werden kann. Also dann, wenn der Blicktitel „Abgetrieben, um zu leben“ WÖRTLICH (!) (und nicht metaphorisch) stimmt.

 

Oberstes Bild: © Timof – shutterstock.com


3 Kommentare


  1. Psalm 139
    1 Für den Chorleiter: Ein Psalm Davids. Herr, du hast mein Herz geprüft und weißt alles über mich.
    2 Wenn ich sitze oder wenn ich aufstehe, du weißt es. Du kennst alle meine Gedanken.
    3 Wenn ich gehe oder wenn ich ausruhe, du siehst es und bist mit allem, was ich tue, vertraut.
    4 Und du, Herr, weißt, was ich sagen möchte, noch bevor ich es ausspreche.
    5 Du bist vor mir und hinter mir und legst deine schützende Hand auf mich.
    6 Dieses Wissen ist zu wunderbar für mich, zu groß, als dass ich es begreifen könnte!
    7 Wohin sollte ich fliehen vor deinem Geist, und wo könnte ich deiner Gegenwart entrinnen?
    8 Flöge ich hinauf in den Himmel, so bist du da; stiege ich hinab ins Totenreich1, so bist du auch da.
    9 Nähme ich die Flügel der Morgenröte oder wohnte am äußersten Meer,
    10 würde deine Hand mich auch dort führen und dein starker Arm mich halten.
    11 Bäte ich die Finsternis, mich zu verbergen, und das Licht um mich her, Nacht zu werden –
    12 könnte ich mich dennoch nicht vor dir verstecken; denn die Nacht leuchtet so hell wie der Tag und die Finsternis wie das Licht.
    13 Du hast alles in mir geschaffen und hast mich im Leib meiner Mutter geformt.
    14 Ich danke dir, dass du mich so herrlich und ausgezeichnet gemacht hast! Wunderbar sind deine Werke, das weiß ich wohl.
    15 Du hast zugesehen, wie ich im Verborgenen gestaltet wurde, wie ich gebildet wurde im Dunkel des Mutterleibes2.
    16 Du hast mich gesehen, bevor ich geboren war. Jeder Tag meines Lebens war in deinem Buch geschrieben. Jeder Augenblick stand fest, noch bevor der erste Tag begann.
    17 Wie kostbar sind deine Gedanken über mich3, Gott! Es sind unendlich viele.
    18 Wollte ich sie zählen, so sind sie zahlreicher als der Sand! Und wenn ich am Morgen erwache, bin ich immer noch bei dir!
    19 Gott, wenn du doch nur die Gottlosen vernichten wolltest! Fort mit euch aus meinem Leben, ihr Mörder!
    20 Sie verhöhnen dich und lehnen sich gegen dich auf.
    21 Sollte ich die nicht hassen, Herr, die dich hassen, und sollte ich die nicht verachten, die sich dir widersetzen?
    22 Ja, ich hasse sie von ganzem Herzen, denn deine Feinde sind auch meine Feinde.
    23 Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz, prüfe mich und erkenne meine Gedanken.
    24 Zeige mir, wenn ich auf falschen Wegen gehe und führe mich den Weg zum ewigen Leben.

  2. Ich finde Abtreibung zwar auch nicht gut, aber es ist besser als, wenn die Mutter ihr Kind nicht liebt und nicht will. Bei soll einer Mutter auf zuwachsen wünsche ich niemanden. Es ist denn schlimm nicht geboren zuwerden? Leidet man darunter? Kommt der Fötus nicht dirckt in den Himmel?

    Warum wird hier nicht mehr und bessere sexuelle Aufklärung, Anwendung von Verhütungsmitteln und eine bessere Erziehung in Hinblick auf verantwortliche
    sexuelle Beziehungen gefordet, um Abttreibungen zu verringern?

    „Gott, wenn du doch nur die Gottlosen vernichten wolltest!“ Nur einer von vielen Mordaufrufen der Bibel.
    „Ja, ich hasse sie von ganzem Herzen“
    Was ist an dem Aufruf Gott möge die Gottlosen vernichten besser als Abtreibung? Das zeigt sehr schon die christliche Nächstenliebe.

    • Emotional und menschlich nachvollziehbar, was Duriel da schreibt. Aber keinerlei Rechtfertigung für Abtreibung. Denn ein ungeliebtes Baby zur Adoption freizugeben wäre doch überhaupt kein Problem. So viele kinderlose Paare warten sehnsüchtig da draussen!
      Auch wenn ein Fötus gleich in den Himmel kommt, darf ich ihn nicht töten! Man darf ja auch keine Kinder oder Behinderte töten, nur weil sie gleich in den Himmel kommen und eventuell „ungeliebt“ sind!

      Ausserdem steckt in obiger Argumentation ein interner Widerspruch. Wenn Tötungsaufrufe in der Bibel (wie die genau gemeint sind, soll an anderer Stelle diskutiert werden) als schlecht befunden werden, dann ist es mit Abtreibung genauso. Wo steckt hier also die Rechtfertigung? Nur weil eventuell jemand anders etwas Schlechtes tut, heisst es doch nicht dass ich es auch tun darf.

      In einem Punkt stimme ich voll und ganz überein: Sexuelle Aufklärung ist extrem wichtig. Dadurch könnten vielleicht einige ungewollte Schwangerschaften verhindert werden. Doch die Statistiken zeigen, dass der Löwenanteil an Abtreibungen von Frauen vorgenommen wird, denen es nicht an Aufklärung mangelt.

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