22% der Baselbieter Jugendlichen haben schon gekifft

25.06.2012 |  Von  |  News

Wie gesund sind Jugendliche im Baselbiet? Wie viele der Jugendlichen konsumieren regelmässig Suchtmittel oder wurden schon Opfer von Gewalt? Antworten geben aktuelle Zahlen der Gesundheitsförderung Baselland.

Rund 1100 Baselbieter Kinder und Jugendliche im Alter von 11 bis 15 wurden 2010 im Rahmen der internationalen HBSC-Studie (= Health Behaviour in School-aged Children) zur ihrem Gesundheitsverhalten befragt. Die Gesundheitsförderung Baselland hat zum zweiten Mal eine kantonsspezifische Auswertung der alle vier Jahre stattfindenden Umfrage vorgenommen. Hier die Ergebnisse:

Gesundheit/Zufriedenheit

90% der Kinder und Jugendlichen bezeichnen ihren Gesundheitszustand als gut oder ausgezeichnet, 85% sind mit sich selbst zufrieden. Mit zunehmenden Alter sinkt die Zufriedenheit mit dem Leben, die Schule wird zunehmend als Belastung empfunden und der Suchtmittelkontakt steigt im Alter von 14 bis 15 Jahren an. Auch in diesem Alter rauchen allerdings rund 80% keine Zigaretten, ebenso viele haben in dem Alter noch kein Cannabis konsumiert.

Körpergewicht

Rund 76% der Baselbieter Jugendlichen sind normalgewichtig. Jedoch sind nur 55% mit ihrem Gewicht zufrieden. Vor allem Mädchen denken mit 39% recht häufig, dass sie ein wenig zu dick sind. Rund 18% der Mädchen leiden tatsächlich an Untergewicht, wie die Auswertung des BMI (= Body Mass Index) zeigt. Übergewichtig sind gemäss BMI rund 11% der befragten Baselbieter Kinder und Jugendlichen. Das Essverhalten verschlechtert sich mit zunehmendem Alter. So geht der Früchtekonsum zurück, der Gemüsekonsum bleibt hingegen konstant.

Aktivität

Rund 44% der Jugendlichen sind an mindestens fünf Tagen pro Woche körperlich aktiv (Sport und Spiel) – rund 14% sind dies an jedem Wochentag. Mädchen bewegen sich weniger häufiger als Jungen. Mit zunehmenden Alter sinken die regelmässigen körperlichen Aktivitäten und die am PC verbrachte Zeit steigt. Jungen sind mehr als Mädchen mit PC-Spielen und Spielekonsolen beschäftigt. Mädchen verbringen mehr Zeit damit, Kontakte mit Freunden via Telefon und PC zu pflegen. Rund 62% der Jugendlichen schauen pro Schultag mindestens eine Stunde fern. Der Fernsehkonsum steigt mit zunehmenden Alter.   

Kontakt mit Suchtmittel

Rund 80% der 14- bis 15-Jährigen bezeichnen sich als Nichtraucher. Um die 24% haben innerhalb der letzten 30 Tage vor der Befragung mindestens einmal geraucht, davon rund 16% mindestens dreimal. Alkohol wurde innerhalb der letzten 30 Tage von rund 43% mindestens einmal konsumiert, von etwa 16% mindestens dreimal. Jugendliche beziehen Tabak und Alkohol am häufigsten durch Freunde oder auf Partys.

Cannabiskonsum

Rund 22% der 14- bis 15-Jährigen haben mindestens einmal Cannabis konsumiert. Jungen sind bereits häufiger in Kontakt mit Cannabis gekommen als Mädchen. Innerhalb der letzten 30 Tage vor der Befragung waren es rund 10%, die mindestens einmal Cannabis konsumiert haben (5% mindestens dreimal). Jugendliche, die Tabak oder Alkohol konsumieren, neigen auch stärker zum Cannabiskonsum, wie die Untersuchung zeigt.

Gewalt und Schikanen

Um die 11% der Kinder und Jugendlichen müssen regelmässig (= mind. zwei- bis dreimal im Monat) Schikanen erdulden. Rund 38% der 13- bis 15-Jährigen wurden mindestens einmal innerhalb der letzten 12 Monate vor der Befragung geplagt oder schikaniert. 28% waren mindestens einmal an einer Schlägerei beteiligt. Von Diebstahl waren rund 16% der befragten Jugendlichen betroffen. Ebenso viele haben innerhalb der letzten 12 Monate einen Diebstahl begangen. Rund 30% wurden mindestens einmal Opfer einer Sachbeschädigung. Erpressung und Bedrohung kommen eher selten vor.  

Elternhaus

Rund 85% der 11-jährigen und rund 75% der 15-Jährigen leben zusammen mit beiden Elternteilen im gleichen Haushalt. Rund 20% der Kinder und Jugendlichen haben ein zweites Zuhause, da die Eltern getrennt oder geschieden sind. Rund die Hälfte davon verbringen in ihrem zweiten Zuhause regelmässig Zeit, 20% sind nie dort. Weniger als ein Prozent der 11- bis 15-Jährigen lebt ausserhalb der Familie, sei es etwa im Heim oder bei Pflegeeltern.

 

Quelle: Statistik Baselland, Nr. 2/2012 (PDF)
Link: gesundheitsfoerderung.bl.ch
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