Warum hirnrissige Spam-Mails Betrüger reich machen

17.08.2012 |  Von  |  News

Vorschussbetrüger lügen in hirnrissigen Spam-Mails das Blaue vom Himmel herunter, um potenzielle Betrugsopfer anschliessend auszupressen. Berüchtigt hierfür sind die Scams (Betrugsmails) der sogenannten Nigeria-Connection. In einer Studie zeigt Microsoft-Experte Cormac Herley, warum hinter den idiotischen Spam-Mails eine clevere Strategie der Betrüger steckt.

Die Storys, welche die Scammer (Betrüger) auftischen, sind einfach aberwitzig, hanebüchen und unglaublich plump. Da wird dreist behauptet, angeblich Zugang zum Millionenerbe eines reichen afrikanischen Prinzen oder Geschäftsmannes zu haben. Die Mailempfänger werden aufgefordert, nur ein paarhundert Dollar zu überweisen, damit sie an den Millionen teilhaben können. Was das Betrügerhirn dabei wohl kalkuliert: Gerade dumme Betrugsmails garantieren den Erfolg, wie Microsoft-Experte Cormac Herley aufzeigt.

Denn die hirnrissigen Scams bewerkstelligen nichts anderes als eine ausgeklügelte Form der Kundenauslese. Mit den idiotischen Mails gelingt es den Betrügern, die besonders Leichtgläubigen unter den Leichtgläubigen auszufiltern. Also genau die lohnenswerten Opfer, die bereit sind, ihr Geld auf das Konto der Betrüger zu überweisen. Kühl kalkulieren die Scammer somit zwischen möglichst geringem Aufwand und möglichst hohen Erfolgsaussichten.

Wären die Geschichten halbwegs glaubwürdig und realistisch abgefasst, würden auch kritischere Menschen antworten. Diese würden dann irgendwann den Braten riechen und die Finger von der Sache lassen. Folge: Der Scammer hätte Aufwand gehabt, aber keinen Erfolg. Wer hingegen selbst auf grotten-dumme E-Mails antwortet, scheint auch das ideale, leicht auspressbare Betrugsopfer zu sein. Für den Betrüger bedeutet das: Wenig Mühe bei hoher Erfolgsgarantie.

Dass diese Betrugsmasche Erfolg hat, zeigt allein die Tatsache, dass die Betrüger sie sonst längst aufgegeben hätten. Wir hoch der Gewinn der Betrüger ist, darüber kann nur spekuliert werden. Das niederländische Institut Ultrascan gab Anfang 2010 eine Schätzung ab, dass die Nigeria-Connection 6,7 Milliarden Euro Einnahmen hatte. Die Frage, wie viele naive und leichtgläubige Menschen es gibt, ist damit auch beantwortet: Offenbar genügend, um die Betrüger reich zu machen.

 

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