SVP-Politikerin verliert Titel „Dr. med.“

12.09.2012 |  Von  |  News
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Die Luzerner SVP-Nationalrätin Yvette Estermann darf sich nicht mehr „Dr. med.“ nennen. Der Schweizer Ärzteverband VSAO hat ihr dazu das Recht abgesprochen. Grund ist das Fehlen einer Dissertation.

Immer wieder hatten Politiker und Ärzte Zweifel angemeldet, ob die SVP-Politikerin den akademischen Titel „Dr. med.“ zu Recht führt. Zur Skepsis hatte die Tatsache beigetragen, dass ihr Mann Richard Estermann im appenzellischen Teufen eine sogenannte „Titelmühle“ betrieb. Gemeint ist eine Universität, an der akademische Titel käuflich zu erwerben sind. Einmal sass Yvette Estermann sogar im Verwaltungsrat der Firma. Dies hatte der „Blick“ damals aufgedeckt.

So wurde offenbar auch die Standeskommission des Verbands Schweizerischer Assistenz- und OberärztInnen (VSAO) hellhörig. Diese hat nun entschieden, dass der jahrlang von Yvette Estermann öffentlich geführte Titel „Dr. med.“ „nicht rechtens“ sei, wie der Tages-Anzeiger berichtet.

Yvette Estermann hat in den neunziger Jahren in der slowakischen Hauptstadt Bratislava ein Medizinstudium absolviert. An dessen Ende erwarb sie 1993 den Titel „MU Dr., Comenius-Universität in Bratislava“. Anders als in der Schweiz üblich musste Estermann dafür allerdings keine Dissertation schreiben. Vielmehr handelt es sich um einen Berufsdoktor, den in der Slowakei alle Absolventen eines Medizinstudiums mit dem Abschlussdiplom erhalten.

Über den Entscheid des VSAO zeigte sich die Politikerin erleichtert. „Ich bin froh darüber, dass endlich Klarheit herrscht“, sagte sie gegenüber dem Tages-Anzeiger. Weiter rechtfertigt sich Estermann damit, dass ihr der Berufsverband der Schweizer Ärzte FMH 1994 selbst empfohlen hatte, ihren slowakischen Titel an die Schweizer Titelführung anzupassen. Das könne sie mit schriftlichen Unterlagen beweisen. In den meisten Dokumenten auf ihren Webseiten hat Estermann den Titel „Dr. med.“ inzwischen entfernt.

 

Oberstes Bild: © Schweizer Parlament – Wikimedia – Informationen zur Lizenz

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1 Kommentar


  1. Die Linken stellen sich in letzter Zeit auch besser dar als sie sind und die Rechten werden nur noch schlecht dargestellt.

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