Gefahr aus der Kaffeemaschine?

02.10.2012 |  Von  |  Allgemein
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Kaffee birgt womöglich ein gesundheitliches Risiko. Als potenziell gefährlich gilt die Substanz Furan, die im Kaffee vorkommt. Der Schadstoff verursacht in Tierversuchen Krebs.

Derzeit wird untersucht, ob Furan langfristig auch für den Menschen schädlich ist. Einen Grund zur Warnung sehen Gesundheitsbehörden zwar noch nicht. Vorsichtige Verbraucher können jedoch die Furanmengen im Kaffee vorsorglich senken. Denn die Furanwerte variieren je nach Zubereitungsmethoden.

Beim Schadstoff Furan handelt es sich um eine farblose und flüchtige, in Wasser schlecht lösliche organische Flüssigkeit, die in verschienen verarbeiteten erhitzten Lebensmitteln gefunden wird (z. B. Konservennahrung, Babynahrung in Gläschen, Popcorn oder gebratenes Fleisch). Behörden weltweit schätzen, dass durch den Menschen das meiste Furan über Kaffee aufgenommen wird.

Daten über das Auftreten von Furan in Lebensmitteln wurden erstmals 2004 von der US Food and Drug Administration (FDA) veröffentlicht. Als möglicherweise krebserregend wird Furan bereits seit 1995 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eingestuft. In Tierversuchen mit Ratten zeigte sich, dass die kontinuierliche Aufnahme von Furan bei den Tieren zu Leberkrebs führte.

Furan im Kaffee – ein mögliches Risiko

Ob die langfristige Aufnahme von geringen Dosen Furan auch für den Menschen schädlich ist, wird derzeit noch erforscht. Die Risikoeinschätzungen der Forscher gehen auseinander. Während manche Forscher eine täglich zulässige Aufnahmemenge von 2 Mikrogramm Furan pro Kilogramm Körpergewicht des Menschen empfehlen, setzen vorsichtige Forscher die täglich duldbaren Werte bei 0,1 Mikrogramm Furan pro Kilogramm Körpergewicht an.

Mit wie viel Furan der Kaffee nun tatsächlich belastet ist, hängt von den unterschiedlichen Brühmethoden ab. So tritt im Kaffee aus dem Vollautomaten viermal so viel Furan wie im Filterkaffee auf. Folgende Furanwerte wurden für eine Tasse Kaffe (150 ml) ermittelt:

(Urheber: Julius Schorzman)

  • Kaffeemaschine (Filterkaffee): 2,7 Mikrogramm Furan
  • Handaufguss: 3 Mikrogramm Furan
  • French Press („Kaffeedrücker“): 7,5 Mikrogramm Furan
  • Kaffeevollautomat (z. B. Kaffee-Verkaufsautomat): 13,2 Mikrogramm Furan

Wie Furan im Kaffee reduziert werden kann

Obwohl Gesundheitsbehörden wie etwa das BAG derzeit keinen akuten Handlungsbedarf sehen, können vorsichtige Verbraucher darauf achten, beim Kaffeekochen die Furanmengen zu senken. Dazu sollte der Kaffee möglichst in offenen Systemen gebrüht werden, damit das Furan abdampfen und entweichen kann. Konkret bedeutet das, den Kaffee besser in der Filtermaschine statt im Vollautomaten zuzubereiten.

„Mit den unterschiedlichen Brühverfahren, die wir getestet haben, hat sich gezeigt: Je offener das Verfahren ist, desto mehr Furan dampft ab und desto weniger Furan bleibt im Kaffeegetränk übrig“, erklärt dazu Dr. Thomas Kuballa vom Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Karlsruhe in der ZDFzoom-Doku „Alles Bohne – Wie gut ist unser Kaffee?“.

Der Haken dabei: Je besser der Kaffee schmeckt, desto mehr Furan enthält er auch. Denn mit dem entweichenden Furan verflüchtigt sich auch das hieran gekoppelte Aroma.

 

Oberstes Bild: © limpido – shutterstock.com

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