Abzocke auf Schweizer Strassen

16.11.2012 |  Von  |  News
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2012 werden in der Schweiz so viele Strafzettel verteilt wie nie zuvor. Denn die Polizei hat von den Kantonen den Auftrag erhalten, höhere Bussenerträge einzutreiben – unter anderem auch durch Radarfallen. Mit Verkehrssicherheit hat das wohl nichts mehr zu tun, sondern eher mit Abzocke.

Stell dir vor, alle Autofahrer würden sich plötzlich brav an die Geschwindigkeitsgrenzen halten und auch alle sonstigen Verkehrsregeln streng beachten. Aus behördlicher Sicht wäre dies geradezu fatal. Denn wie, bitte, sollte die Polizei dann höhere Bussenerträge eintreiben? Kein Witz: Solche Zielvorgaben fürs Verteilen von Strafzetteln gibt es tatsächlich.

So haben über die Hälfte aller Kantonspolizeien die Vorgaben, 2012 mehr Bussgelder einzutreiben als im vorigen Jahr. Insgesamt haben die Kantonsparlamente den Polizeien für 2012 einen Bussenertrag von 307 Millionen Franken vorgegeben – das sind 8 Prozent mehr als 2011. 23 Millionen Franken zusätzliche Bussgelder sollen in die Kassen kommen.

Mehr Strafzettel sollen Staatskassen füllen

An der Spitze steht Genf mit 7,7 Millionen Franken zusätzlichen Bussgeldern, gefolgt von Basel-Land mit 3,3, Luzern mit 3,1 und Bern mit 2,1 Millionen. Die Kantonspolizei Zürich hat 2 Millionen Franken mehr Bussen im Budget eingeplant. Nur fünf Kantone rechnen für das laufende Jahr mit tieferen Bussenerträgen.

Dass höhere Bussenerträge der Aufbesserung der Staatskassen dienen, ist zumindest bei einigen Kantonen offensichtlich. Hier sind die geplanten Mehrerträge ausdrücklich in den Kantonsbudgets ausgewiesen – so in Baselland als Teil des „Entlastungspakets 12/15“ oder im Kanton Bern im Voranschlag 2012 unter den Sanierungsmassnahmen.

Polizei geht auf Bussenjagd

Um die Vorgaben zu erfüllen, macht sich die Polizei voller Eifer ans Werk – unter anderem mit verschärften Radarkontrollen. So hat die Polizei im Kanton Luzern (geplante Mehreinnahmen: 3,1 Millionen Franken) das ehrgeizige Ziel, „die mobilen Kontrollen um bis zu 50 Prozent zu erhöhen“, wie Kommandant Beat Hensler gegenüber der SonntagsZeitung erklärte. Das sei auch in Ordnung so, denn schliesslich gehe es um die Sicherheit im Strassenverkehr.

Von einem Missbrauch der Bussen spricht dagegen der Verband der Polizeibeamten, der bestätigt, dass in gewissen Korps Polizisten klare Zielwerte für das Ausstellen von Strafzetteln erhalten. „Wenn Politiker mit Bussen die Staatskasse aufbessern, missbrauchen sie die Polizisten“, so Generalsekretär Max Hofmann.

Oberstes Bild: © Igor Marx – shutterstock.com

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5 Kommentare


  1. Der Artikel find ich sehr informativ, wenn ich davon ausgehe das unser Staat mit den Bussen Ihre Kasse aufbessern, frage ich mich wozu das eingenommene Geld bebraucht wird.
    Eine Busse hat doch den Zweck der um/erziehung. Das geht aber nicht wenn ich einfach 100, 200, oder 1000 CHF bezahle.
    Ein Beispiel: September, Sonntag 18:00 Uhr Autobahn A53 von Uster in Richtung Zürich. Waren mit der Familie bei einem kindergeburrtstag. Die Sonne liegt flach so das sie zum Teil blendet. Ich fahre 120 Km/h Es kommt eine sehr langgezogene Kurve, die mit den schwarzen pfeilen am Rand der Autobahn darauf hinweist. Keine rund zu bremsem ich geh einfach vom Gas,
    und es blitzt!! Kurz darauf sehe ich ein Schild 80.
    Super!! der Sonntag ist gelaufen und ich bin so sauer!!!…
    Bin ich jetzt ein Krimineller Strassenraudi? Anstatt dieser doofen Busse die mich persöhnlich nicht speziell erzieht, sondern sehr einschränkt, weil jetzt meine Familie darunter leiden muss, schlägt halt auf das Haushaltsgeld, das ist unserem Staat aber Egal anscheinend, Hauptsache die Kasse stimmt…Ich würde mich viel lieber der Gesellschaft anbieten und Busse tun..
    „Wie sehe dies aus wenn ich meinen Kindern eine Geldstrafe geben würde wenn sie sich nicht an unsere Abmachungen halten?! So was dämliches, null Eriehung, dafür Stress, Streitigkeiten und allgemeine unzufriedenheit……

    Kann ich da irgenwie rechtlich vorgehen? Oder soll ich die Busse in monatlichen Raten von 5CHF zahlen? 😉 Das würde dann nicht so arg zu Buche schlagen.

  2. La Svizzera „sarebbe“ una bella Nazione, se la Polizia non si fosse specializzata (con RADAR e trappole varie) a derubare i poveri lavoratori che transitano sulle sue strade. Nell’aprile del 2013, ho superato in città (Basel), a quanto dicono loro il limite di velocità di ben CINQUE kilometri! Oggi, quasi un anno dopo, ricevo una lettera dalla „GIUSTIZIA SVIZZERA“ in cui, più o meno, dandomi del criminale, mifanno sapere che devo pagare una multa di 40 Franki svizzeri, più un’aggiunta di 8 Franchi, più 200 Franchi per spese: insomma 248 Franchi svizzeri, ossia 210 Euro circa. Mi offrono anche l’alternativa di fare un Giorno in prigione!! (Che gentili). Io dico: Politici smettela di trattare la Svizzera con i guanti di velluto. Non se lo è meritata! Fate girare e fate attenzione quando decidete di viaggiare in auto per la Svizzera tedesca!

  3. Die Schweiz „wäre“ ein schönes Land , wenn die Polizei nicht (mit Radar und verschiedene Fallen) sich spezialisiert hätte die armen Arbeiter auf ihrer Straßen zu berauben. Im April 2013 ging ich in den Stadt (Basel), angeblich mit nicht weniger als fünf Kilometer mehr als erlaubt! (Natürlich muss die Polizei kein Beweis schicken!) Heute, fast ein Jahr später erhielt ich einen Brief von der „JUSTICE SCHWEIZ“, in dem mehr oder weniger, ich wie ein Verbrecher behandelt werde, ich werde aufgefordert innerhalb 10 Tage einer Geldstrafe von 40 Schweizer Franken zu zahlen, plus weitere 8 Franken plus 200 Franken für die ENORMEN AUFWENDUNGEN die diese ABZOCKEREI erfordert (Die Polizei hat fast ein Jahr gebraucht um mir ein Brief von Basel nach Freiburg (DE) zu schicken!). kurz: 248 Schweizer Franken, was etwa 210 Euro ist. Sie bieten mir auch die Möglichkeit, einen Tag im Gefängnis zu tun! (Welche Art: ehrliche Bürger sind alle Kriminelle!). Ich sage: Politiker schluss der Schweiz mit Samthandschuhen behandeln. Die Schweiz muss in Europa völlig isoliert werden! Schweizer Autofahrer müssen auf europäische Straßen (unsere Regeln kennen Sie nicht) Büßen 50 mal höher als Europäer bekommen!

    • Mein lieber…
      Bist wohl nicht der schlauste?!
      was denkst du was dann mit der EU geschieht?

    • Als Schweizer sage ich: Eine solche Busse von fast 250 Franken ist absolut unverhältnismässig. Der Rechtsstaat hat dem Grundprinzip der Verhältnismässigkeit zu folgen: Sowohl bei den Gesetzen als auch bei der Bestrafung von Delikten. Fazit: Der Schweizer Rechtsstaat hält also die Verhältnismässigkeit bei seinem Handeln nicht ein.
      In diesem Sinne schäme ich mich für die Schweiz und es tut mir leid, dass Verkehrsteilnehmer aus der EU auf diese Weise von der Schweiz behandelt werden.

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